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12. September 2023

Das Thema Metaverse wird viel diskutiert. Das neue Internet soll sich hier anbahnen. Große Potenziale und gewaltige Umsatzvolumina, für Hersteller, Handel und Dienstleister, sollen entstehen.

Bei alldem stellt sich immer mehr die Frage: Wie wird eigentlich im Metaverse bezahlt? Wie sehen Payment-Prozesse aus? Die Antwort erweist sich als gar nicht so einfach. Zunächst deshalb, weil aktuell immer noch nicht klar ist, was das neue virtuelle Universum genau umfasst. Was ist Bestandteil des Metaverse? Was nicht? Vieles auf der Metaverse-Agenda ist mehr im Bereich Hoffen und Wünschen angesiedelt. An der Umsetzung hapert es. Kürzlich warf ein Experte in die Debatte ein, Payment im Metaverse sei wie Sex bei Teenagern. Alle reden drüber, fast keiner weiß es wirklich und noch weniger machen es.

Entwicklungslinien des Metaverse-Payments

Versuchen wir daher, uns dem Thema zu nähern. Schaut man sich im Metaverse ein wenig um, trifft man schnell auf alte Bekannte. Viele rechnen den herkömmlichen Onlinehandel und die boomende Gaming-Industrie dazu, wenn die neue virtuelle Welt kartiert werden soll. Für das Thema Payment bedeutet das: Herkömmliche etablierte Payment-Verfahren haben im Metaverse ihren festen Platz und ihren Stellenwert. Das neue Payment ist das alte Payment.

Aber ist das jetzt wirklich alles? Lesen Sie weiter, es kommt noch was.

Neue Währungen im Umlauf: Zunächst stellen wir fest, dass in Onlinewelten neue Währungen eingesetzt werden. Im Gaming-Bereich sind das In-Game-Tokens, das ist bekannt. Auf Decentraland, einer der bekanntesten M-Welt des Metaverse, wird mit Blockchain-basierten Tokens, MANA heißen sie dort, gehandelt. Damit lassen sich virtuelle Parzellen kaufen, auch virtuelle Güter erwerben. Nicht zufällig hat auch der Meta-Konzern an einer eigenen Weltwährung gearbeitet. Und auch wenn Diem bzw. Libra letztlich nicht in Umlauf kamen, der Behördenwiderstand gegen den „Zuck Buck“ war einfach zu groß, das Potenzial und die Perspektiven wurden damit aufgezeigt.

NFTs als Assets: Über hochpreisige Affenbilder wurde vielfach berichtet, mit Staunen, aber auch mit Spott und Häme. Die Bored Apes sind ein Musterbeispiel für Assets, die im Zusammenhang mit dem Metaverse häufig und gerne diskutiert werden, als digitale Eintrittskarte und als Anrechtszertifikat, als virtuelles Gut und als Handels-Investment. Die meisten Konsument:innen stehen dem Phänomen recht verständnislos gegenüber. Zudem ist die Volatilität recht groß. Von atemberaubenden Gewinnen zum kapitalen Fehlschlag ist es nur ein kurzer Weg.

Blockchain als Basis: Viele Metaverse-Währungen basieren auf Blockchain-Technologie. Nun ist strittig, ob eine Blockchain eine Grundkonstante des Metaverse darstellt. In unserer Arbeitsdefinition ist dies nicht so. Die Blockchain ist, wie der XR-Experte Tom Fiske sich ausdrückt, nur »tangential« mit dem Metaverse verbunden. Gleichwohl werden Assets und Coins im Metaverse gehandelt, die auf Blockchain basieren. Die Entwicklung beider erfolgt daher teils parallel, also überschneidend.

Handelsplattformen entstehen: Zum Handeln mit Metaverse-Währungen haben sich Handelsplattformen entwickelt. Die bekannteste Plattform für Kryptowährungen ist Coinbase. NFTs werden auf OpenSea gehandelt. Und die GenZ, die jungen Metaverse-Userinnen und -User, sind dabei. In Marktforschungsinterviews berichten sie uns von ihrem Interesse an Kryptowährung und NFTs. Auf den Staat ist kein Verlass mehr, sagen sie. Sie nehmen ihr Schicksal daher selbst in die Hand und nutzen dabei neue Optionen.

Banking goes Metaverse: Auch Bankinstitute steigen beim Thema Metaverse ein. BNP Paribas hat eine Virtual-Reality-App entwickelt, mit der Privatkunden auf Kontoaktivitäten und Transaktionsdaten zugreifen können. Das Unternehmen MasterCard hat eine umfassende Metaverse-Initiative gestartet, seine Mannschaft aufgestockt, um mehr Präsenz im Metaverse und mehr Umsatz mit digitalen Produkten zu generieren. Die biometrische Smile-to-Pay-Zahlungsmethode soll dabei helfen. Auch JP Morgan sei erwähnt, die im Jahr 2020 bereits eine Blockchain-Plattform gelauncht haben, Onyx heißt sie, um mit digitalen Assets zu handeln.

Und wie geht es weiter?

Bislang sind wir entlang vorhandener Entwicklungsleitplanken gefahren. Damit es weiter in Richtung Metaverse geht, werden Hürden zu nehmen sein. Manche Blase wird auch platzen. Wo zeichnen sich aktuell Problemfelder ab?

  • Ein Problemfeld ist die Interoperationalität. Nach der Wunschvorstellung der Metaverse-Architekten soll man problemlos von einer M-Welt in die nächste wechseln und dabei seine Identität, seine Anrechte und Vermögensbestände jeweils mitnehmen können. Der leading Coin soll also nicht nur im Second Life, sondern Metaverse-weit einsetzbar oder zumindest konvertierbar sein.
  • Hinzu kommt, dass virtuelle Vermögenswerte nicht im Metaverse stecken bleiben sollen. Vielleicht wollen Konsument:innen ihre Coins und Assets realweltlich einsetzen, also sich auszahlen lassen in Euro (nein, er will keinen digitalen Euro) oder stationär an der Kasse nutzen. Schließlich leben wir ja im Omnichannel-Zeitalter. Kanal egal, ist die Devise.
  • Ganz oben auf der Agenda steht das Thema Sicherheit. Manches bewegt sich entlang bekannter und bewährter Prozesse. Aber manches scheint auch stark volatil, unberechenbar, anfällig für Betrug, für Pumping und Dumping.

Das Metaverse wird von gewaltigen Forschungsbudgets und von mächtigen Geschäftsinteressen angetrieben. Die Entwicklung eines „Metaverse-Payments“ wird dadurch befördert. Aber vieles ist aktuell noch offen und unsicher, bedarf empirischer Begleitung und vorausschauender Analytik.

In unserer neuen Payment-Studie werden wir uns mit dem Status quo von Paymentverfahren im Metaverse auseinandersetzen. Sie wollen sich an der renommierten Payment-Studie beteiligen? Dann werden Sie jetzt Studiensponsor! Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

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