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DIe EVENTS DES IFH KÖLN
28. Oktober 2020

Die Autowerkstatt steht unter Druck. Lange Jahre wurde der Service als Renditebringer und Ertragssäule angepriesen. Wenn der Neuwagen nur mit Rabatten in den Markt gepresst werden konnte, musste spätestens in der Werkstatt wieder Geld verdient werden. Aber: Aktuelle Entwicklungen, die Stichworte Coronakrise und beschleunigte Digitalisierung seien hier genannt, machen der Werkstatt das Leben schwer. Der Markt wird enger und anspruchsvoller.

Coronakrise nimmt Serviceereignisse

Wer im Homeoffice sitzt, fährt weniger Auto. Die Fahrleistung und damit der Verschleiß sind entsprechend rückläufig. Auch über sinkende Unfallzahlen wird berichtet. Die Folge davon: Es gibt weniger zu tun in der Werkstatt.

Coronakrise bremst Konsumlaune

Im Handel ist dies offensichtlich. Die Frequenz in den Geschäften geht zurück, das Maskentragen wird als lästige Pflicht und ärgerliche Einengung empfunden. Ganze Branchen, allen voran der Bereich Fashion, gehen in die Knie. Auch die Autowerkstatt bekommt die Krise zu spüren. Der Autofahrer hat ein beschränktes Budget zur Verfügung, die Kurzarbeit macht sich bemerkbar. Die Folgen sind: Aktuell montierte Reifen werden eher durchgefahren, auf Schönheitsreparaturen wird an mancher Stelle verzichtet.

Coronakrise treibt den Digital Shift

Im Handel ist dies überdeutlich. Wenn das Geschäft zur Risikozone wird, wird der Internetkauf zur bevorzugten Option. Die Pandemie treibt die Konsument*innen zur Verlagerung aus dem stationären in den Onlinekanal. Das Weihnachtsgeschäft wird den Trend wieder verstärken. Was der Autofahrer aus seinem sonstigen Shoppingverhalten kennt, wird zum Maßstab für und zur Anforderung an die Autowerkstatt. Der persönliche Kontakt und das Vertrauen in die Werkstatt bewirken immer noch sehr Vieles, aber eben nicht mehr Alles.

Amazonisierung der Servicelandschaft

Bislang haben Plattformen im Aftermarket nicht den Durchbruch geschafft. Die Nutzungsraten auf Seiten der Autofahrer sind noch verhalten. Mancher Plattformanbieter hat sein Geschäft auch wieder eingestellt. Die Erfolge waren nicht da. Mit Amazon tritt nun ein Gigant der GAFA-Welt in den Ring. Amazon macht jetzt in Reifen – und viele Montagepartner machen mit. Die Folgen werden nicht auf sich warten lassen.

Fazit

Die hier skizzierten Herausforderungen, die Blechschäden und Dellen im Geschäftsmodell, die dadurch erzeugt werden, werden von den meisten Werkstätten durchaus gesehen. Sie werden auch positiv als Chance eingestuft, das zeigen Befragungen von BBE Automotive und IFH KÖLN bei Werkstätten deutlich. Die entscheidende Frage aber lautet: Was tun? Wo kann und soll man als Werkstatt ansetzen, um sicher und gestärkt aus der Krise zu kommen?

Zunächst einmal gilt es, das eigene Geschäftsmodell auf den Prüfstand zu stellen:

  • Was sind meine Zielgruppen?
  • Stehe ich für den Werkstattkunden an den relevanten Touchpoints bereit?
  • Passt mein Nutzenversprechen? Meine Erlösstrategie?

Mit Flipchart und Post-Its, mit der Bereitschaft, kritische Fragen zu stellen und ehrliche Antworten zu formulieren, wird ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit getan. Darüber hinaus ist immer Arbeit am Detail gefordert, an der Einstellung und Weiterentwicklung von Servicemitarbeitern, am effektiven Einsatz von digitalen Tools. Nur mit einer schlagkräftigen Truppe und einer gut sortierten Toolbox gelingt der nachhaltige Erfolg in der digitalen Zukunft.

Mehr Insights?

Hier gelangen Sie zum Download der aktuellen Studie „Automotive Aftermarket 4.0 - Mit neuen Geschäftsmodellen und Services zum Erfolg“ von IFH KÖLN und der BBE Automotive GmbH.

Wolfgang Alfs BBE Automotive

Über den Gastautor

Wolfgang Alfs ist Geschäftsführer der BBE Automotive GmbH. Zudem beobachtet er seit über 30 Jahren den Automotive Aftermarket, analysiert die Marktstruktur und Distribution sowie das Verhalten gewerblicher und privater Kunden.

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