
Es gilt insbesondere, die meist kleineren bis mittleren Händler fit für den Online-Handel zu machen – ein schwieriges Unterfangen. Zentrale Online-Lösungen sind den Mittgliedern aufgrund der befürchteten Kannibalisierungseffekte häufig schwer zu vermitteln, insbesondere ein zentraler Online-Shop der Verbundgruppe wird von den Mitgliedern zumeist kritisch gesehen beziehungsweise verhindert. Leichter umzusetzende dezentrale Lösungen, bei denen jedes Verbundgruppenmitglied seinen eigenen, von der Verbundgruppe gestellten Shop betreibt, realisieren hingegen angesichts begrenzter Ressourcen zumeist nur bescheidene Online-Umsätze. Hersteller und (häufig vertikal aufgestellte) Filialisten sind daher online zumeist erfolgreicher, wodurch sich der Wettbewerbsdruck auf die Verbundgruppen weiter verschärft.
Gleichzeitig müssen neue Konzepte zur Herstellung der lokalen Verbundenheit entwickelt werden – eine reine Orientierung an den Online-Shops von Zalando oder H&M ist nicht zielführend. In den Kontext solcher Konzepte gehören nicht nur Click&Collect- oder zumindest Click&Reserve-Angebote, sondern auch und vor allem Ansätze zur Online-Offline-Vernetzung des lokalen Händlers. Stichworte wie Warenverfügbarkeitsanzeige und "verlängertes Regal" oder der Hinweis auf bestimmte Services oder Spezialangebote des lokalen Händlers dürfen hierbei nicht fehlen.
Angesichts des starken Markenwettbewerbs im Internet ist darüber hinaus für Verbundgruppen eine deutliche Forcierung von Eigenmarken unerlässlich. Um mit diesen aber nachhaltig erfolgreich zu sein, müssen die Eigenmarken deutlich stärker auch als Marke positioniert werden, so wie z.B. Mkinley von Intersport. Voraussetzung hierfür ist, dass die Mitglieder alle an einem Strang ziehen.






