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11. Mai 2021

Kennen Sie das? Sie betreten das Kinderzimmer Ihrer Teenie-Tochter (und ignorieren dabei den Warnhinweis „Wir müssen draußen bleiben“). Ihre Tochter tanzt vor dem Spiegel, Ohrhörer drin, Handy in der Hand. Sie ist Teil einer Bewegung, einer rasant sich beschleunigenden Bewegung, nämlich der TikTok-User:innen. Tanzvideos spielen dabei eine zentrale Rolle. Charli d’Amelio, gerade 17 geworden, tanzt vor und mehr als 114 Millionen Follower:innen und Nutzer:innen weltweit tanzen mit. Natürlich im richtigen Outfit: Die TikTok-Leggings gehört zu den Top-Käufen auf Amazon.

Aber TikTok ist viel mehr als das. Wer TikTok auf Kinderzimmer und Pubertät reduziert, versteht den Aufstieg der Social-Media-App nicht und ignoriert effektive Stellhebel für das eigene Geschäft. Schauen wir genauer hin. Und werfen wir zunächst einen Blick auf weltweite Downloads von Social-Media-Apps. Die monatliche Hitliste bis Januar 2021 zeigt:

  • Januar 2020: TikTok
  • Februar 2020: TikTok
  • März 2020: Zoom
  • April 2020: Zoom
  • Mai 2020: Zoom
  • Juni 2020: TikTok
  • Juli 2020: TikTok
  • August 2020: TikTok
  • September 2020: TikTok
  • Oktober 2020: Tik Tok
  • November 2020: TikTok
  • Dezember 2020: TikTok
  • Januar 2021: TikTok

Ahnen Sie, auf was es hinausläuft? Richtig! 2020 war das TikTok-Jahr. Und, so könnte man vermuten, der Beginn einer weltweiten und stürmischen Aufwärtsentwicklung.

Stimmt das auch in Deutschland? Das IFH KÖLN hat im Rahmen einer Konsumentenbefragung einschlägige Daten erhoben. Dabei zeigt sich: Die Social-Media-Schwergewichte wie YouTube, Instagram und Facebook beherrschen nach wie vor das Geschehen. Aber: Mit TikTok geht ein neuer Social-Media-Stern auf. Die Zeichen stehen auf Wachstum. Denn:

  • TikTok ist beliebt. Fragt man unter 30-Jährige nach ihrer Lieblings-App im Bereich Social Media, rückt TikTok auf Rang drei des Siegertreppchens vor.
  • TikTok macht App-Downloader zu Intensivnutzer:innen. Die bis 30-Jährigen haben die App größtenteils täglich im Einsatz (zu 77 %). Hier kann nur Instagram mithalten (83 % tägliche Nutzung).
  • TikTok steht für Zukunft. Junge User bis 30 Jahre geben ein klares Votum ab: Bei YouTube, Instagram und TikTok geht der Daumen hoch. Hier wird Zukunftsbedeutung gesehen. Bei Facebook geht der Daumen runter.

Unternehmen auf TikTok

Allerdings: Beim ausgelassenen Tanz mit der TikTok-App darf das Geldverdienen nicht vergessen werden. Unsere Daten zeigen, dass TikTok bei der Monetarisierung noch Potenzial hat. Die Strahlkraft der App und ihr Einfluss auf Kaufentscheidungen nimmt mit dem Alter der Nutzerinnen und Nutzer deutlich ab. Instagram ist hier wiederum führend und weist den Weg, auch in die höheren Jahrgänge hinein. Aber TikTok arbeitet dran. Seit Mitte 2020 werden über „TikTok for Business“ Marketinglösungen für Unternehmen angeboten.

Und Unternehmen springen auf und nutzen TikTok. Hier einige Beispiele:

  • Die Marke Cookie Bros., die „Keksteig zum Löffeln“ anbietet, hat es mit TikTok-Marketing zu deutlichem Umsatzwachstum und in die Regale von Rewe, Kaufland und Edeka geschafft.
  • Fahrzeughersteller wie KIA und Mercedes binden TikTok in ihre Marketingkampagnen ein und lassen Modelleinführungen über TikTok laufen (Oh Schreck, die neue C-Klasse auf TikTok! Und präsentiert vom TikTok-Magier Zach King!). Der „Teeniekanal“ wird damit im „echten Erwachsenengeschäft“ relevant, sprich bei Vatis Lieblingen.
  • Der deutsche Internethändler ABOUT YOU setzt auf TikTok-Influencer:innen, also auf die sich verstärkende Wirkung von aufsteigender Social-Media-App und zunehmendem Influencer-Marketing. Tarek Müller, sein Gründer, sieht aktuell noch Schwächen im System. In einem Podcast spricht er aber von einer „Moonshot-Plattform“. „Ultra-interessant“ sei das.
  • Das Shopsystem Shopify und TikTok haben kürzlich eine Partnerschaft bekanntgegeben. Shopify-Händler können nunmehr Werbekampagnen auf TikTok umsetzen, ohne die E-Commerce-Plattform verlassen zu müssen. Gewissermaßen: TikTok Inside.

Was heißt das nun für den (mittelständischen) Handel in Deutschland? Nein, der Filialleiter muss jetzt nicht selber tanzen. Aber TikTok ernst nehmen sollte man auf jeden Fall. Und: Beobachten, was sich tut, auch mal ausprobieren und experimentieren. Der herkömmliche Facebook-Account trägt nicht immer weit genug.

Also, rufen wir in den deutschen Handel: It’s time to TikTok!

 

Mehr erfahren?

Weitere Daten rund um die Nutzung von TikTok, Instagram und Co. gibt es in unserer Studie „Social Commerce – Instagram, TikTok und Co. auf der Überholspur“ - jetzt kostenfrei in unserem Shop herunterladen.

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