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Lieferengpässe stellen Apotheken vor große Herausforderungen. Schmerzmittel und Fiebersäfte sind besonders von Versorgungsengpässen betroffen. Apotheker:innen fordern Einschreiten der Politik. Konjunkturindizes weiter auf Abwärtskurs.

Anhaltende Lieferengpässe stellen Apotheken zunehmend vor große Herausforderungen. In der November-Umfrage des Apothekenkonjunkturindex APOkix wurden die Auswirkungen von Lieferengpässen auf das Apothekengeschäft genauer untersucht. Zentrale Erkenntnis: Alle erfassten Apotheken waren in den letzten drei Monaten von Lieferengpässen betroffen und sind es weiterhin: Zeitliche Mehraufwände, Umsatzeinbußen, Verunsicherung und Unzufriedenheit auf Patienten- und Mitarbeiterseite stellen nur einen Teil der Herausforderungen dar, denen sich Apothekeninhaber:innen im Kontext der Lieferengpässe konfrontiert sehen. Trotz eigener Versuche, Abhilfe zu schaffen, ist sich die Apothekerschaft einig: Die Politik steht unter Zugzwang.

Lieferengpässe belasten Apotheken

Die anhaltenden Lieferengpässe betreffen sowohl verschreibungspflichtige als auch nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel: Alle befragten Apothekeninhaber:innen gaben an, im letzten Quartal in beiden Bereichen von Lieferengpässen (stark) betroffen gewesen zu sein. Besonders auffällig waren die Lieferverzögerungen bei Schmerzmitteln und Fiebersäften. Dort ließen sich in 83 Prozent der Apotheken Lieferengpässe auch nicht ausgleichen und Versorgungsengpässe nicht vermeiden. Bei Antibiotika lag die Quote bei 48 Prozent, bei Magensäureblockern bei 33 Prozent. Bei Produkten aus dem apothekenüblichen Ergänzungssortiment (Bsp.: Hilfs- und Hygienemittel, Nahrungsergänzungsmittel, Sonnenschutz etc.) kommt es deutlich seltener zu Lieferengpässen, sie sind aber auch dort ein Thema. Mit Blick auf die Patientenversorgung beklagen Apotheken neben den Liefer- und Versorgungsengpässen vor allem einen erhöhten Zeit- und Beratungsaufwand (98 %), einen erhöhten Abstimmungsbedarf mit behandelnden Ärzt:innen (98 %) und eine zunehmende Verunsicherung auf Patientenseite (95%). Aus Apothekensicht gehen die Lieferengpässe insbesondere mit Mehrarbeit (98 %), Umsatzeinbußen (79 %) sowie Unzufriedenheit auf Kunden- und Mitarbeiterseite (61 bzw. 87 %) einher.

Gegenmaßnahmen der Apothekerschaft

Viele Apothekerinnen und Apotheker fühlen sich angesichts dieser Herausforderungen machtlos, da sie von den Herstellern abhängig sind (93 %). Mehr als drei Viertel der Befragten (77 %) befürchten, dass es durch die Lieferengpässe und dem damit verbundenen Ausweichen auf Ersatzmedikamente, vermehrt zu Retaxationen kommen wird. Alternative Lösungswege werden gesucht: Durch die Bestellung von Ware bei verschiedenen Lieferanten, versuchen 97 Prozent der Befragten Lieferengpässe zu umgehen. Doch sehen 98 Prozent der Befragten die Politik in der Verantwortung dem Problem nachhaltig entgegenzuwirken.

Anhaltender Abwärtstrend der Konjunkturindizes

Mit 77 Punkten fällt der Konjunkturindex zur aktuellen Geschäftslage im November um weitere 3,6 Punkte im Vergleich zum Oktober. Der Abwärtstrend setzt sich auch für den Indexwert für die zukünftig erwartete Geschäftsentwicklung fort: Dieser sinkt von 45,2 Punkten im November auf 41,6 Punkte im November. Zur selben Zeit im letzten Jahr betrug dieser Indexwert noch 74,9 Punkte.

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Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • 98 Prozent mussten durch Lieferengpässe mehr Zeit in den Beratungsaufwand der Kund:innen und die Abstimmung mit den behandelnden Ärzt:innen investieren.
  • 98 Prozent der Befragten sehen die Politik in der Verantwortung, Lieferengpässen entgegenzuwirken.
  • Der Konjunkturindex für die aktuelle Geschäftslage sinkt im November auf 77 Punkten.
  • Der Konjunkturindex für die erwartete Geschäftsentwicklung in den kommenden 12 Monaten liegt im November bei 41,6 Punkte.

Über den APOkix

Der Apothekenkonjunkturindex APOkix des IFH KÖLN ist das Stimmungsbarometer im deutschen Apothekenmarkt. In den monatlichen Onlinebefragungen werden Apothekeninhaber:innen zur Einschätzung ihrer aktuellen und erwarteten Umsatzlage befragt. In monatlich wechselnden Zusatzfragen werden zudem aktuelle Marktthemen beleuchtet. Für den APOkix im November wurden im Zeitraum vom 07.11.2022 bis zum 21.11.2022 insgesamt 161 Apothekeninhaber:innen online befragt. Die APOkix-Teilnehmer:innen stammen aus dem gesamten Bundesgebiet und repräsentieren sowohl größere als auch kleinere Apotheken, wie auch Apotheken in städtischen und ländlichen Gebieten. Die Zusatzfrage in diesem Monat beschäftigte sich mit der Ausprägung von Lieferengpässen bei Medikamenten. Der APOkix wird unterstützt von der phaNOWEDA eG Apothekergenossenschaft und dem Deutschen Apotheker Verlag.

Die aktuellen APOkix-Ergebnisse können im IFH Shop kostenfrei heruntergeladen werden.

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