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9. November 2020Lara Arndt, Maj Hammerschmidt

Vegetarische oder vegane Nahrungsmittelalternativen verzeichnen in den letzten Jahren und besonders in den letzten Monaten einen steigenden Absatz. Grund hierfür ist nicht zuletzt der Klimawandel, sondern auch die problematischen Herstellungsmethoden von tierischen Produkten und die generelle Frage nach zukünftigen Ernährungsmöglichkeiten.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das aktuelle Consumer Barometer von IFH KÖLN und KPMG mit den aktuell gängigsten alternativen Nahrungsmitteln sowie Fragen zur Ernährung der Zukunft. Der Fokus lag hierbei auf aktuellen Ernährungsgewohnheiten sowie der Einstellung zum Thema Food Tech – speziell zu Milch- und Fleischalternativen. Spoiler: Die Neugier auf ein neues Geschmackserlebnis ist der größte Treiber zum Testen von alternativen Lebensmitteln.

Trotz nachhaltigem Bewusstsein, Dominanz der Allesesser*innen

Der größte Anteil der Konsument*innen sind „Allesesser*innen“. Fast neun von zehn der Befragten ordnen sich dieser Ernährungsform zu. Zu einer fleisch- oder tierproduktfreien Ernährung (vegetarisch, pescetarisch und vegan) bekennen sich vor allem Konsument*innen der jüngeren Generationen sowie Frauen oder Großstädter.

Unterschiedliche Motive für die jeweiligen Ernährungsformen bei Konsument*innen

Die Gründe für die Wahl der jeweiligen Ernährungsform könnten unterschiedlicher nicht sein: Während für Allesesser*innen mit 67 Prozent primär der Geschmack ausschlaggebend ist, ist für die Befragten mit alternativen Ernährungsgewohnheiten vor allem das Tierwohl (85 %), Umweltaspekte (64 %) und die persönliche Gesundheit (62 %) maßgebend. Mehr als die Hälfte der Allesesser*innen gaben darüber hinaus an, dass die aktuelle Ernährung vor allem der Gewohnheit „geschuldet“ ist.  

Mit nachhaltigen Ernährungsgewohnheiten steigt die Freude alternative Lebensmittel auszuprobieren

Menschen mit vegetarischer, veganer oder pescetarischer Ernährungsform sind mit 82 Prozent weitaus häufiger offen dafür, alternative Lebensmittel auszuprobieren. Vor allem bei Frauen (60%) sowie jüngeren Konsument*innen im Alter von 18 bis 29 Jahren ist die Bereitschaft vermehrt vorhanden. Bei ihnen machen bereits heute Alternativen zu Fleisch, Milch und Käse rund 20 Prozent der Ernährung aus.

Doch warum greifen Konsument*innen vermehrt zu alternativen Lebensmitteln? Mit 71% ist vor allem die Neugier auf den neuen Geschmack der ausschlaggebende Grund für Allesesser*innen, die neuen Produkte einmal auszuprobieren. Bei den Befragten mit fleisch- und tierproduktfreier Ernährung sind neben dem Geschmack (83 %) vor allem auch Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte (74%), gesundheitliche Faktoren (62%) sowie die Empfehlung aus dem Freundeskreis (62%) von entscheidender Bedeutung.

Unterschiedliche Bewertung alternativer Lebensmittel je nach Produkt

Tendenziell positiv bewerten alle Befragten Milch- und Käsealternativen. Geschätzt werden diese Produkte vorzugsweise von Verbraucher*innen im Alter zwischen 18 und 39 Jahren, Frauen oder Personen mit alternativer Ernährung.

Eine geteilte Meinung zeichnet sich hinsichtlich pflanzlichen Fleischalternativen ab: Von den Allesesser*innen werden sie zwar teilweise als positiv („nachhaltig“, „hygienisch“, „kontrolliert herstellbar“) bewertet. Dem gegenüber steht jedoch eine geringe Zustimmung zum Aspekt des Genusses. Weiterhin wird die pflanzliche Fleischalternative von je 38 Prozent der Befragten als chemisch und abschreckend eingestuft.

Von Konsument*innen mit alternativen Ernährungsgewohnheiten werden pflanzliche Fleischalternativen als äußerst positiv und mit 72% als besonders nachhaltig und zukunftsweisend bewertet. Auch hier gilt, dass jüngere Altersgruppen bis 39 Jahre einer pflanzlichen Fleischalternative positiver gegenüberstehen als die älteren Altersgruppen.

Sogenanntes In-Vitro-Fleisch, eine im Labor gezüchtete Fleischalternative, wird von Allesesser*innen als unnatürlich (64%), chemisch (62%) und abschreckend (50%) wahrgenommen. Konsument*innen mit alternativen Ernährungsgewohnheiten beurteilen die neuen Technologien teilweise zwar etwas positiver, jedoch herrscht auch hier noch vereinzelt Zurückhaltung. Männer und Konsument*innen im Alter von 18 bis 49 Jahren beurteilen In-Vitro-Fleisch wohlwollender.

Ernährung der Zukunft: Individuelles Bewusstsein und Offenheit für neue Technologien

Wie wird unsere künftige Ernährung und ihre Anbaumöglichkeiten aussehen? Die Verantwortung der zukünftigen Nahrungsmittelgestaltung sehen die Befragten hierbei vornehmlich bei jedem selbst. Es ist unverkennbar, dass die befragten Konsument*innen offen gegenüber neuen, alternativen Möglichkeiten im Bereich Nahrungsmittel und deren Anbauweisen sind. Insbesondere Urban Farming stößt mit insgesamt 62 Prozent Zustimmung, über alle Altersgruppen und Geschlechter hinweg, auf hohe Akzeptanz.

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