Neues aus der Handelswelt
Mit Forschung und Beratung erfolgreich im Handeln
#Verstehen
#Planen
#Machen
#Teilen
Ihre Experten für Handel im digitalen Zeitalter
Menu
Studien und Marktdaten zum Kauf / Download
Studien
Daten
Spannende Projekte aus der IFH Welt
26. November 2020

Auch wenn es keiner mehr hören kann: Corona ist das beherrschende Thema und wird es auch erst einmal bleiben. Und Corona hat Folgen. Manche Branchen brechen unter den Beschränkungen der Pandemie fast zusammen – der Staat muss stützend unter die Arme greifen. Andere Branchen dagegen erleben eine Sonder-Konjunktur, wie die Baumärkte oder der Fahrradhandel. Auch der Onlinehandel profitiert enorm, insbesondere Plattformen und Marktplätze. Wie Scott Galloway, der amerikanische Marketingprofessor, jüngst formulierte: „Amazon ist wie für eine Pandemie geschaffen.“

Über Folgen für Handel, Reisebüros und Gastronomie wird viel öffentlich gesprochen und diskutiert. Manche Branchen, und dazu ist auch der Automotive Aftermarket zu zählen, arbeiten oft jenseits des Lichtkegels der öffentlichen Aufmerksamkeit. Deshalb hier die nachdrückliche Frage: Wie sieht es nun mit dem Automotive Aftermarket aus, den Fachmärkten und den Fast Fittern, den zahllosen Werkstätten und dem Reifenfachhandel? Zählt die automobile Servicewelt zu den Verlierern oder darf sie sich auf das Siegertreppchen stellen?

Wie sieht der Aftermarket 4.0 aus?

Der Aftermarket 4.0 wird stark vom Megatrend Digitalisierung geprägt, der Branche für Branche umpflügt und natürlich auch beim Autoservice nicht Halt macht. Als Verstärker und Beschleuniger wirkt die aktuelle Pandemie, die die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft weiter antreibt.

Was heißt das konkret? Ein paar Anstöße zur Diskussion, die ich zusammen mit meinem Kollegen Martin Berning von der BBE Automotive im Rahmen der ECC WEB TALKS am 3. Dezember führen werde:

  • Fast ein No-Brainer: Die Customer Journey der Werkstattkund*innen beginnt meist digital – das ist natürlich keine neue Erkenntnis. Aber eine vielfach belegte Kundenwahrheit, die einer detaillierten Feinanalyse und vor allem einer adäquaten Antwort bedarf. Sprich: entsprechender Angebote, Services und Tools.
  • Die „Machtmaschine“ Amazon macht jetzt in Reifen. Je mehr sich Amazon als erste Anlaufstelle für alle Produktkäufe etabliert, je mehr Montagepartner Amazon auch gewinnt, mit desto mehr Schlagkraft tritt Amazon im Aftermarket auf. Das Plattformkonzept bekommt dadurch einen neuen Schub.
  • Der Druck auf die Servicenetze wächst: Nach IFH-Berechnungen fallen im Handel (ohne Kfz) bis 2030 je nach Szenario mindestens 25.000 bis zu fast 65.000 Betriebe weg. Auch die Perspektiven für Servicebetriebe sind unter den aktuellen Konstellationen neu zu bewerten. Fährt der Independent Aftermarket (IAM) auf der Überholspur? Werden die Omnichannelmeister unter den Servicebetrieben gestärkt? Zumindest so viel lässt sich sagen: Im Omnichannelumsatz liegt die Zukunft.
  • Der Aftermarket ist von Ungleichzeitigkeiten geprägt, wenn es um das Onlinegeschäft geht: Hohe Relevanz im Zubehörgeschäft, eher noch verhaltene Resonanz bei Werkstattbuchungen. Aber: Manche Branchen, wo Online bislang eher noch klein geschrieben wurde, wachsen aktuell in großen Sprüngen. Hierzu zählen Lebensmittel und Körperpflege/Kosmetik und vielleicht demnächst auch die Buchung von Serviceleistungen.

Soweit unsere Denkanstöße. Sie mögen nicht allen gefallen. Aber eine unverstellte, ungeschminkte Sicht auf die Welt zu entwickeln, ist absolut notwendig. Gleichwohl ist dies nur ein erster Schritt. Im Anschluss gilt es die Frage zu beantworten: Was tun? Denn: Um die alte Fußballerweisheit zu zitieren: „Entscheidend is' auf'm Platz“.

In welchen Bereichen müssen Servicebetriebe ihre Aufstellung optimieren, um die Chancenverwertung im Aftermarkt 4.0 zu erhöhen?

Hier wiederum einige Anstöße:

  • Zunächst kommt es auf die richtige Mentalität an. Ein beleidigtes Abseitsstehen oder Verweigern, weil Kund*innen den Preis im Internet recherchiert oder das Teil direkt online bestellt haben, bringt nichts. Offenheit und Chancenorientierung sind gefragt.
  • Prozesse und Tools müssen zu digitalen Kund*innen passen. Hier muss vereinfacht, angepasst, vielleicht auch entrümpelt werden. Vielfache Angebote, auch Best Practices, gibt es – man muss nur loslegen.
  • Das Geschäftsmodell Werkstatt muss grundlegend auf den Prüfstand gestellt werden. Es ist kritisch und systematisch zu fragen: Passt mein Wertversprechen an die Kund*innen, meine Erlösquellen, mein Partnernetzwerk noch?

Vor den Servicebetrieben liegen viele Aufgaben. Wer sie in Angriff nimmt, steigert seine Platzchancen. Wir laden Sie ein, mit mir und meinem Kollegen Martin Berning von der BBE Automotive in unserem ECC WEB TALK über den Aftermarket 4.0, seine Herausforderungen und Handlungsimperative zu diskutieren.

Hier geht es zur Anmeldung.

Newsletter handel im fokus

Holen Sie sich die neueste Forschungserkenntnisse und aktuelle Themen, Trends und Hintergründe rund um Einzel-, Großhandel und E-Commerce wöchentlich in Ihr Postfach.
cart