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26. Mai 2020Julia Meier

Wir haben mit Henryk Fiedler, Lead Solutions Consulting bei Adobe, eines unserer Partnerunternehmen beim Retail Hack, gesprochen. Dabei ging es vor allem um die Themen Schnelligkeit und Aufwand bei der Umsetzung von Ideen und warum es grade jetzt wichtig ist als Unternehmen agil zu sein.

Innovative, kreative und schnell umsetzbare Initiativen statt perfekt auskonzipierter Ideen – der Fokus unseres Retail Hacks lag in Machergeist und Pionierarbeit. Gerade in der derzeitigen Coronakrise ist es für Unternehmen essentiell, agil zu arbeiten und sich schnell an neue Gegebenheiten anzupassen. Wie erlebst du das Thema aktuell?

Nach dem Coronavirus-Ausbruch und monatelang anhaltenden Eindämmungsbemühungen haben ganz besonders der Einzelhandel und die Gastronomie unter den Auswirkungen des ausbleibenden Geschäftsverkehrs und entgangener Einnahmen gelitten. Aus meiner Sicht hat vor allem das Gastrogewerbe gezeigt, wie anpassungsfähig es ist. Einige Restaurants in Großstädten haben ihr Menüangebot innerhalb weniger Tage auf etablierte Online-Lieferservice-Angebote verlagert oder digitale Gutscheine verkauft, um Umsatzeinbußen ausgleichen zu können. Im Einzelhandel ist das bei den kleinen Unternehmen natürlich nicht so ohne Weiteres möglich, da hier der Switch von stationär auf online nicht in ein paar Tagen vollzogen werden kann. Das liegt unter anderem daran, dass es kaum etablierte Onlineplattformen gibt, an die sich lokale Händler*innen mit ihren Angeboten anschließen können, um ihre Kund*innen lokal zu erreichen und deren Nachfrage zu bedienen. Insgesamt haben wir eine starke Verlagerung hin zu Onlinekanälen erlebt und nun müssen vor allem die kleineren Händler*innen sicherstellen, dass ihre Anstrengungen, online zu verkaufen, nicht nur in Zeiten von Corona ihr Überleben sichern, sondern auch dazu beitragen, nach Überwindung dieser Krise weiterhin nachhaltig erfolgreich zu sein. Den ersten Schritt dazu haben nun viele bereits erfolgreich vollzogen, indem ihre Produkte und Dienstleistungen nun auch online rund um die Uhr und von überall aus für ihre Kund*innen verfügbar sind. Mittelfristig muss es nun das Ziel sein, sich auch den Anforderungen des Onlinewettbewerbs sowie den gestiegenen Käuferansprüchen zu stellen, um nicht zuletzt auch gegen Onlinegiganten wie Amazon, Wish & Co. bestehen zu können. Das ist gerade für kleinere Unternehmen eine große Herausforderung, der sich viele bereits mit kreativen Ideen, neuen Strategien und einer individuellen Kundenansprache stellen.

Auch wir unterstützen den Handel und stellen Unternehmen Ressourcen zur Verfügung, damit sie die aktuellen Probleme bewältigen und ihren digitalen Marktangang erfolgreich angehen können.

„Umsetzungsgeschwindigkeit“ und „Aufwand“ waren zwei der Kriterien, die beim Retail Hack für die Bewertung der Ideen herangezogen wurden. Wie konnten die Teilnehmer*innen bei diesen Kriterien punkten?

Hinsichtlich „Umsetzungsgeschwindigkeit“ und „Aufwand“ konnten vor allem die Ideen punkten, welche Lösungen und Trends aufgreifen, die sich bereits bei den Kund*innen in anderen Branchen und Anwendungsgebieten etabliert und bewährt haben und für die es zum Teil bereits standardisierte technische Lösungen gibt, auf denen sich aufbauen lässt. Wenn neue Ideen schnell und mit überschaubarem Aufwand umgesetzt werden sollen ist es wichtig, „das Rad“ nicht immer wieder neu zu erfinden, sondern auch Synergien mithilfe bereits etablierter Lösungen zu nutzen. So kann beispielsweise die Idee zur Onlinereservierung von Terminen bei Händler*innen zu einem entspannten und planbaren Einkaufserlebnis beitragen, und gleichzeitig können existierende Software-Produkte genutzt werden, die bereits bei der Onlinereservierung im Restaurant oder beim Friseur im Einsatz sind. Gleiches gilt zum Beispiel auch für intelligente lokale Marktplatzkonzepte, bei denen lokale Händler*innen und ihre Endkund*innen zusammenkommen und wo etablierte technologische Lösungen zur Umsetzung bereits existieren.

Warum ist „Commerce Fast Start“ auch abseits von Corona von enormer Wichtigkeit?

Der Druck zur Digitalisierung war schon vor der Krise hoch, nun hat er durch die aktuelle Situation enorm an Fahrt aufgenommen und beschleunigt auch weiterhin. Denn in den vergangenen Wochen haben sich auch die „Digitalverweigerer“ unter den Käufer*innen – und das gilt für B2C genauso wie für B2B – unter den gegebenen Bedingungen an das digitale Einkaufen gewöhnt. Nach Corona werden sich die Verhältnisse zugunsten des Onlinehandels verschoben haben und die Erwartungen an ein bequemes, einfaches, ansprechendes und in jeder Hinsicht überzeugendes Kundenerlebnis noch mehr gestiegen sein. Das heizt auch den Wettbewerb unter den Marktteilnehmern rund um die End-to-End Customer Experience an. Hersteller und Händler haben jetzt die Chance, sich für die Zeit nach Corona mit einem ganzheitlichen, umfassenden Commerce-Ansatz für die Zukunft zu rüsten.

Bild: Henryk Fiedler, Lead Solutions Consulting bei Adobe

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