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„Mit dem Fuß in der Tür“ – Food Coworking hosted by Edeka

Autorin: Christina Bunnenberg | Datum:
Annunziata Schnurbein

Annunziata Schnurbein co-founded bergtau; © bergtau

„Gestalte die Zukunft der Lebensmittelbranche zusammen mit starken Business-Partnern“ – heißt es auf der Website des Edeka Food Tech Campus. Was steckt dahinter? Der Food Tech Campus in Berlin-Moabit beherbergt eine Reihe Start-ups aus der Lebensmittelbranche und hat sich zum Ziel gesetzt, Gründer, Kaufleute und Multiplikatoren zusammen und neue Produkte und Services erfolgreich in die Regale und Märkte zu bringen. Wir haben uns mit Annunziata Schnurbein, Co-Founder von bergtau, einem der ersten Start-ups am Campus, über ihre Food-Gründung und die Partnerschaft mit Edeka unterhalten. 

#gemüsedisco – lass uns zunächst kurz klären, mit welchem Produkt ihr an den Start geht.

Annunziata Schnurbein: bergtau bietet Premium-Smoothies zum Selbermixen an. Damit machen wir es einfacher, sich gesund und gleichzeitig lecker zu ernähren. Unsere Tiefkühlbecher enthalten fertige Smoothie-Mischungen mit Obst, Gemüse und gesunden pflanzlichen Fetten, die lediglich mit warmem Wasser aufgefüllt und gemixt werden müssen. Fertig in nur einer Minute.

Was hat euch motiviert zu gründen und mit bergtau durchzustarten?

AS: Mein Mitgründer, Thorsten, und ich haben zuvor bei ProSieben Sat1 Produkte rund um das Thema Fitness betreut. Hierbei spielt Ernährung natürlich eine wichtige Rolle, der Sprung zu Smoothies ist da nicht weit. Und die Affinität zu Fitness und Ernährung war bei uns beiden auch persönlich vorhanden. Mein Mitgründer ist dann ziemlich schnell auf viele Ineffizienzen bei der Zubereitung frischer Smoothies gestoßen. Jeden Morgen Obst und Gemüse für einen Smoothie zu schneiden, ist aufwendig, Reste werden schnell schlecht, immer die richtigen Mengen einzukaufen, ist nervig. So kam ihm die Idee, fertige Smoothie-Mischungen schockgefrostet herzustellen. Damit hatten wir ein gesundes Produkt, das gut schmeckt, einfach zuzubereiten ist und das – ganz wichtig – auch Konsumenten, die sich nicht täglich mit gesunder Ernährung auseinandersetzen, probieren möchten. Wir haben uns dabei bewusst gegen bio entschieden. Bio ist zwar toll, aber auch teuer. Unsere Smoothies sollen möglichst Viele erreichen.

Lass uns über euren Arbeitsplatz, den Edeka Food Tech Campus, sprechen. Ihr habt euch als erstes Gründerteam der Community angeschlossen. Wie kam es dazu?

AS: Über einen gemeinsamen Kontakt. Wir kannten jemanden, der geholfen hat den Food Tech Campus mit aufzubauen und für uns kam das zum richtigen Zeitpunkt.

EDEKA Food Tech Campus in Berlin

Was bringt euch die Mitgliedschaft und was für Ressourcen nutzt ihr?

AS: Wir nutzen einen fixen Arbeitsplatzvertrag. Für uns ist besonders attraktiv, dass wir neben den Arbeitsplätzen auch Lagerfläche nutzen können. Vor allem Start-ups, die schon am Markt sind, brauchen ja auch Fläche, auf denen Werbematerial, Produktproben etc. gelagert werden können. In unserem speziellen Fall kommt hinzu, dass wir Tiefkühlflächen benötigen. Da konnte uns Edeka – im Gegensatz zu anderen Co-Working-Spaces – eine individuelle Lösung anbieten.

Die konsequente Ausrichtung des Campus‘ auf Food-Start-ups bringt einfach viele Vorteile mit sich. Wir können zum Beispiel die speziell für Foodfotografie ausgestattete Mediakitchen für Werbe-Shoots buchen und spezielle Eventflächen nutzen.

Einer der wichtigsten Vorteile ist aber sicherlich das Netzwerk. Wir sitzen hier zusammen mit anderen Gründern aus dem Food-Bereich, die alle ähnliche Probleme haben. Hinzu kommt der Support der Food Tech Campus Mentoren, die wir jederzeit ansprechen können. So konnten wir uns zum Beispiel intensiv mit einem Edeka-Experten zu den Themen Tiefkühlkette und Tiefkühllogistik austauschen.

Es geht also um Kompetenzen, um auch Spezialfragen lösen zu können.

AS: Genau. Man kann zwar alles googlen, aber das stimmt natürlich nur soweit, wie man auch weiß, was gegoogelt werden muss. Da kann einen so ein Expertengespräch gerade am Anfang sehr schnell „aufschlauen“. Neben den Experten ist für uns natürlich auch der Zugang zu Edeka selbst wichtig – durch den Austausch haben wir die Möglichkeit, Kaufleute direkt von unserem Produkt zu überzeugen und von ihren Erfahrungen zu lernen. Bestenfalls erhalten wir sogar Platzierungen in den Märkten. Aktuell sind wir in der eher glücklichen Situation, dass wir hierbei sogar etwas Tempo rausnehmen müssen.

Klingt gut. Und umgekehrt? Wie beurteilst du die Vorteile für Edeka?

AS: An dieser Stelle kann ich natürlich nur vermuten. Natürlich erhält Edeka unmittelbar einen Zugang zu neuen Produktideen, die sonst vielleicht gar nicht oder erst viel später entdeckt würden. Dem Lebensmittelhändler hilft es also, auf Produktebene am Ball zu bleiben, zu sehen, welche Themen gerade aktuell sind. Angst davor, dass die guten Ideen von Edeka kopiert werden, haben wir nicht. Mit diesem Risiko muss jedes Food-Start-up leben. Die Nachteile werden zwar immer mal wieder diskutiert, aber meiner Meinung nach hilft einem ein gutes Verhältnis sogar eher weiter, um so einen guten Zugang zum Markt zu erhalten.

Das heißt, die konsequente Ausrichtung auf Food-Start-ups bringt für euch nur Vorteile?

AS: In der Tat. Natürlich haben auch andere Co-Working-Spaces prima Angebote, aber diese Kombination von Location, Experten, der Nähe zu Edeka und dem, was Foodies im Arbeitsalltag so brauchen, ist in Summe schon unschlagbar.

Bringt euch das auch Geschwindigkeit?

AS: Was die Verfügbarkeit von Equipment oder Informationen angeht, sicherlich an der ein oder anderen Stelle schon, aber schlussendlich hängt unsere Geschwindigkeit dann doch stark an personellen Ressourcen, also unserem Team. Für uns ist das eher mit einer Bewerbung mit Vitamin B vergleichbar. Man hat schneller einen Fuß in der Tür, muss sich aber dennoch beweisen. Und die wichtige Schnelligkeit in der tatsächlichen Umsetzung kann Edeka nicht für uns übernehmen.

Gibt es eine Leistung, die du dir noch zusätzlich wünschen würdest?

AS: Personelle Ressourcen sind für Start-ups häufig eine Herausforderung. Es kommt ja immer mal zu Spitzen. Ich fände es super, wenn man Praktikanten buchen könnte. Bis jetzt hilft sich die Community da quasi unter der Hand – das zu integrieren, wäre hilfreich.

Du hast ja schon gesagt, dass die Community einer der großen Mehrwerte ist. Was wäre dein Werbespruch für den Edeka Food Tech Campus, um weitere Food-Start-ups für euren Standort zu begeistern?

AS: Spontan würde ich sagen so etwas wie: „Du hast den Fuß in der Tür. Dies ist der erste Schritt, den zweiten musst du selbst machen.“ Ob das jetzt so von einem professionellen Werbetexter 1:1 übernommen würde, bleibt dahingestellt.

 

Das Gespräch führte Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsleitung am IFH Köln.