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18. November 2021

Was haben YouTube, Instagram und TikTok gemeinsam? Alle drei Plattformen zählen zu den sozialen Medien und werden heute von Jung und Alt gerne und intensiv genutzt – vor allem zur Unterhaltung, wie die neue ECC CLUB Studie 2021 zeigt. Dabei zeichnet sich eine Gemeinsamkeit ab: Alle drei Netzwerke – der Imagegewinner YouTube, die Influencerplattform Instagram oder der Trendkanal TikTok – setzen zunehmend auf Videocontent. Die Unterschiede, die die drei Top-Plattformen voneinander abgrenzen, ergeben sich größtenteils aus der Historie der Netzwerke, den Beitragsformaten sowie den Nutzergruppen, die sich auf den jeweiligen Kanälen bewegen. Ein Blick auf die Kanäle zeigt, wohin die Reise geht.

Videocontent zieht

YouTube als bewährte Videoplattform ist bekannt für inhaltlich fundierte und qualitativ hochwertig produzierte Videos, die in erster Linie Unterhaltung bieten, aber auch verstärkt Informations- und Inspirationscharakter aufweisen. Als Lieblingsplattform der deutschen Konsument:innen bietet YouTube auch für Handelsunternehmen die Möglichkeit, durch professionellen Videocontent zielgerichtet den Informationsbedarf der Kund:innen über alle Altersgruppen hinweg zu stillen – vor allem, um neue Produkte vorzustellen und deren Handhabung zu erläutern. ROSE Bikes zeigt, wie YouTube mehrwertstiftend eingesetzt werden kann: Videos zur Vorstellung neuer Fahrräder oder kamerabegleitete Reiseberichte von Kund:innen sowie weitere Formate helfen bei einer ersten Orientierung und ebnen den Weg zur Customer Journey.

Weniger ist mehr

Interessant ist die Entwicklung hinsichtlich der Länge von Social-Media-Videos, auf die TikTok einen maßgeblichen Einfluss zu haben scheint. Laut Statista betrug die durchschnittliche Länge der YouTube-Videos im Jahr 2018 rund elf Minuten. Die Entwicklungen innerhalb der wichtigsten Social-Media-Plattformen machen jedoch deutlich, dass der Trend vermehrt zu kurzen Videoformaten geht, die Inhalte komprimiert und unterhaltsam vermitteln. TikTok macht es vor, andere Plattformen ziehen nach: Mit YouTube Shorts und Instagram Reels versuchen die Social-Media-Urgesteine, ähnliche Formate in ihre Plattformen zu integrieren. Denn die kurzen Videos von TikTok erfreuen sich großer Beliebtheit und verzeichnen dadurch hohe Download- und Nutzerzahlen der App – in Deutschland und weltweit. Mit maximal 60 Sekunden Länge sind die Videos auf dem Trendkanal sowie in den Instagram Reels wesentlich kürzer als die durchschnittlichen Videos bei YouTube.

Gamechanger TikTok

TikTok begeistert die größtenteils sehr jungen Nutzer:innen nicht nur mit kurzen Videos, sondern auch einer enormen Themenvielfalt und neuem Content im Sekundentakt: Ob Tanzvideos oder Steuertipps, Lippensynchronisationen oder Kochanleitungen – kreativer Unterhaltungscontent sorgt dafür, dass Videos viral gehen, enorme Reichweiten erzielen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Marken, die junge Konsument:innen adressieren wollen, konzentrieren sich zunehmend auf TikTok als Marketingkanal – so beispielsweise CookieBros, die ihren Keksteig zum Löffeln geschickt in ihren Kurzvideos inszenieren.

Zudem ist die Anwendung geprägt von einem hohen Engagement der Nutzer:innen. Dank integrierter Videobearbeitungsfunktionen ist es erstmalig auch für Laien möglich, selbst Videos zu erstellen, Effekte und Musik hinzuzufügen und mit der weltweiten TikTok-Community zu teilen – alles innerhalb der App.

Wer früh wagt, der gewinnt

Unternehmen jeder Größenordnung können ihre Zielgruppen mit Inhalten versorgen, indem sie Trends aufgreifen und diese in Kombination mit ihren eigenen Inhalten ansprechend in Kurzvideos verpacken. Das Modehaus Böckmann, ein Unternehmen mit elf Filialen in Norddeutschland, ist der Beweis dafür, dass der Auftritt mithilfe des Kurzvideoformats in TikTok gelingen kann: Auf dem Kanal werden Kauftypen anhand von Sternzeichen charakterisiert, Produktpreise geraten, Trendoutfits vorgestellt oder Anleitungen zum Verpacken von Geschenken gegeben – das alles gepaart mit Humor und Unterhaltungsfaktor. Dabei lernen die TikTok-Nutzer:innen subtil das Unternehmen, die Mitarbeiter:innen, Services und Produkte kennen, ohne bewusst Werbung wahrzunehmen. Mit ihrem Content trifft das Unternehmen ins Schwarze: Denn Konsument:innen wünschen sich auf dem Trendkanal TikTok Videos, die unterhalten und informieren – und dabei möglichst viele Themen behandeln. Händler:innen dürfen ihre Kundschaft darüber hinaus gerne mit Rabattcodes und Produktpreisen versorgen, wie die ECC CLUB Studie verdeutlicht.

Der Konkurrenzkampf unter Handelsunternehmen ist zwar allgemein groß, im Bereich der Kurzvideos und vor allem auf TikTok sind vor allem kleine und mittelständische Unternehmen bislang jedoch nur vereinzelt aktiv. Gerade deshalb lohnt es sich, jetzt schon einzusteigen und sich mit dem Format der Kurzvideos vertraut zu machen, um zukünftig auch junge Konsument:innen zielgruppengerecht ansprechen zu können. Denn auch im Umgang mit sozialen Medien gilt: Früh übt sich!

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