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Der aktuelle APOkix des IFH KÖLN zeigt: Apotheker berichten heute erkennbar häufiger von Lieferengpässen als noch vor vier Jahren. Unzufrieden sind die Befragten in diesem Kontext u. a. mit der Informationspolitik der Pharmaunternehmen. Die Konjunkturindizes sinken im September: aktuelle Lage und Geschäftserwartung werden negativer beurteilt.

Zwei von drei Apotheken hatten in den vergangenen drei Monaten mehrmals täglich mit Lieferengpässen zu kämpfen. Das zeigt die aktuelle APOkix-Umfrage des IFH KÖLN unter rund 200 Apothekenleiterinnen und -leitern. Weitere 22 Prozent der Befragten erhielten zuletzt zumindest einmal pro Tag nicht alle gewünschten Arzneimittel. Vor vier Jahren waren knapp 22 Prozent der Apotheker nach eigenen Angaben mehrmals täglich von Lieferengpässen betroffen; rund 19 Prozent der Befragten berichteten 2012, dass bestellte Medikamente etwa einmal pro Tag nicht verfügbar waren. Damit wird deutlich: Lieferengpässe kommen heute im Vergleich zu 2012 erkennbar häufiger vor. Rund 98 Prozent der APOkix-Teilnehmer gehen zudem davon aus, dass es in Zukunft noch öfter zu Lieferengpässen kommen wird.

Apotheker bemängeln Informationspolitik der Pharmaunternehmen

Für 84 Prozent der Befragten werden Lieferengpässe aktuell insbesondere durch die Pharmaindustrie verursacht. Auch die Krankenkassen (74 %) und die Politik bzw. Gesetzeslage (69 %) sind aus Apothekersicht verantwortlich. Rund 88 Prozent der APOkix-Teilnehmer bemängeln, bei Lieferengpässen nicht umfassend von pharmazeutischen Unternehmen informiert zu werden, zum Beispiel darüber, wann bestellte Arzneimittel wieder verfügbar sind. Im Kontext von Lieferengpässen sind drei Viertel der Apotheker zudem der Meinung, dass es für Unternehmen unattraktiver gemacht werden sollte, Arzneimittel in Länder zu exportieren, in denen damit höhere Preise erzielt werden können.

Konjunktur: Indizes sinken im September

Die Apotheker blicken im September erneut negativer auf die aktuelle Geschäftslage als im Vormonat. Der Index sinkt um 2,3 Punkte auf einen Wert von 79,2 Punkten. Jeder dritte APOkix-Teilnehmer bewertet die derzeitige Situation negativ. Auch der Index für die erwartete Geschäftsentwicklung kann den im Juli eingeschlagenen Aufwärtstrend nicht fortsetzen und erreicht nur noch einen Wert von 72,7 Punkten. Beide Indizes liegen damit weiterhin deutlich unterhalb der neutralen 100-Punkte-Marke, die Stimmung unter den APOkix-Teilnehmern ist erkennbar negativ geprägt.

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Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • 65,2 Prozent der Befragten waren in den letzten drei Monaten mehrmals täglich von Lieferengpässen betroffen. 2012 gaben dies 21,9 Prozent der Befragten an.
  • 98,4 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Lieferengpässe zukünftig weiter zunehmen werden.
  • 84,5 Prozent der Befragten sehen die Industrie als Verursacher von Lieferengpässen in Apotheken.
  • 87,9 Prozent der Befragten stört, neben der Versorgungslücke für den Patienten, am meisten die Informationspolitik seitens der pharmazeutischen Unternehmen.
  • Der Konjunkturindex für die aktuelle Geschäftslage sinkt im September auf 79,2 Punkte.
  • Der Konjunkturindex für die erwartete Geschäftsentwicklung sinkt im September auf 72,7 Punkte.

Über den APOkix

Der Apotheken-Konjunkturindex APOkix des IFH KÖLN ist das Stimmungsbarometer im deutschen Apothekenmarkt. In den monatlichen Onlinebefragungen werden Apothekeninhaberinnen und -inhaber zur Einschätzung ihrer aktuellen und erwarteten Umsatzlage befragt. In monatlich wechselnden Zusatzfragen werden zudem aktuelle Marktthemen beleuchtet. Der APOkix wird unterstützt von der NOWEDA eG Apothekergenossenschaft und dem Deutschen Apotheker Verlag.

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