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Künstliche Intelligenz – Vom Buzzword hin zu konkreten Anwendungsfällen im Food-, Near-Food- und Do-It-Yourself-Handel

Autorin: Juliane Steiert | Datum: 10.06.2020

KI ist als Buzzword in aller Munde. Einige Handelsunternehmen haben bereits Projekte in diesem Bereich gestartet, viele stehen noch am Anfang und sehen sich mit Herausforderungen technologischer, prozessualer, organisatorischer, aber auch kultureller Art konfrontiert. Deshalb stellen Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer am IFH Köln, und Dr. Alexander Safaric, CEO bei Safaric Consulting, im Rahmen der ECC Webinar Days Auszüge aus dem neu veröffentlichten Leitfaden „Künstliche Intelligenz – Mit welchen Use Cases sollte sich der deutsche Food-, Near-Food und Do-It-Yourself-Handel befassen?“ vor. Das Webinar findet am 16. Juni um 14 Uhr statt. Vorab sprachen wir mit den beiden Experten und konnten bereits spannende Einblicke in das Webinar gewinnen.

Künstliche Intelligenz entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem Trend – vor allem auch im Handel. Welche Vorteile kann der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den verschiedenen Bereichen bieten?

Dr. Kai Hudetz: Die Vorteile sind vielfältig, wie unser gemeinsamer Leitfaden beweist. Denn die Anwendungsfälle für KI reichen von der Sortimentsplanung bis hin zur Kundenansprache am Point-of-Sale. Wir am IFH Köln fokussieren uns stark auf Fragen der Kundenzentrierung. KI kann helfen, Kund*innen ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten, beispielsweise durch eine Instore-Navigation auf dem Smartphone, die Laufwege mit einer Einkaufsliste verknüpft. Das vielleicht prominenteste Beispiel sind kassenlose Supermärkte a la Amazon Go, bei dem verschiedenste Sensoren mittels KI verknüpft werden. Aber auch im Hintergrund kann KI helfen, Prozesse zu optimieren – vom Stammdatenmanagement bis hin zur Sortimentsplanung. Die 16 ausgewählten konkreten Use Cases spiegeln die große Vielfalt möglicher Anwendungsfälle für KI im Handel wider.

Welche Herausforderungen können bei der Implementierung von KI auftreten?

Dr. Kai Hudetz: Die Herausforderungen sind durchaus groß, weil viele Anwendungsmöglichkeiten sich noch in einem sehr frühen Stadium befinden. Viele Technologien sind noch nicht ausgereift und fehleranfällig, entwickeln sich aber sehr schnell weiter. Es mangelt zumeist an Fachwissen, um den Reifegrad und das Entwicklungspotenzial von KI-Anwendungen zu beurteilen. Das gilt auch für die Kosten. Unser Leitfaden stellt die Vorteile und Herausforderungen kompakt dar und gibt auch eine Kostenindikation. Neben diesen Barrieren auf Unternehmensseite müssen bei zahlreichen Anwendungen auch Kundenbedenken berücksichtigt werden. Unsere Studien zeigen, dass viele Konsument*innen beispielsweise große Bedenken hinsichtlich der Datennutzung haben.

Der neue Leitfaden präsentiert relevante Use Cases für den Einsatz von KI im Handel. Worauf müssen Unternehmen bei der Identifizierung geeigneter Use Cases achten?

Dr. Alexander Safaric: Die Identifizierung geeigneter Use Cases funktioniert am besten im Zusammenspiel der Experten aus dem Fachbereich und aus der IT. Fachliche Herausforderungen und Anforderungen sowie mögliche Anwendungsfälle sollten systematisch erfasst und mögliche KI-basierte Lösungsmöglichkeiten daneben gestellt werden. So vermeidet man die Entwicklung technologisch aufwendiger „Elfenbeinturm-Lösungen“, die nur geringen Nutzen für das Handelsunternehmen und Konsument*innen bringen.

Beim Einsatz von KI sollte immer eine langfristige Strategie verfolgt werden, die Umsetzung aber mit kleinen so genannten Proof of Concepts in ausgewählten Märkten und / oder Sortimenten gestartet und validiert werden. So zeigt sich schnell, ob die technische Machbarkeit gegeben ist und der erwartete Nutzen realisiert werden kann.

Vielbeschriebene Vorreiterlösungen für KI-basierte Lösungen zeigen teilweise anfangs eine geringe Akzeptanz. Wie kann sichergestellt werden, dass der Nutzen und die Bedenken der Konsument*innen berücksichtigt werden?

Dr. Alexander Safaric: Wir sehen den Nutzen der KI-basierten Lösung für Konsument*innen als wichtiges Entscheidungskriterium für einen breit angelegten Rollout. Die geplante Lösung sollte den Einkaufsprozess aus Sicht der Konsument*innen vereinfachen, beispielsweise durch ein einfaches Auffinden der gewünschten Ware oder einen schnellen Kassiervorgang. Idealerweise sollte auch das Einkaufserlebnis erhöht werden, indem zum Beispiel individuelle Kaufvorschläge unterbreitet werden, was jedoch den Zugriff auf die (historischen) Daten der Konsument*innen erfordert. Entsprechend muss bei der Detaillierung der Lösung auf Bedenken geachtet werden, was insbesondere den Datenschutz betrifft.

Im Webinar werden einige Use Cases für den Food-, Near-Food- und Do-It-Yourself-Handel vorgestellt. Auf welche Insights dürfen sich die Teilnehmer*innen besonders freuen?

Dr. Kai Hudetz: Wir schauen hinter das Buzzword KI und werden konkret, mit praktischen Use-Cases für unterschiedliche Handelsbranchen und für unterschiedliche Unternehmensbereiche. Dabei zeigen wir die Mehrwerte auf, verschweigen aber auch nicht die Herausforderungen und sprechen über konkrete Praxiserfahrungen. Es wird eine neutrale Analyse geben, die unsere Webinarteilnehmer*innen ermuntern soll, sich mit einzelnen Use Cases intensiver auseinanderzusetzen und die spannenden Vorteile von KI zu nutzen.

 

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