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Vegetarische und vegane Lebensmittel werden vorwiegend im LEH gekauft

Autorin: Nicole Röben | Datum:

Seit ungefähr fünf Jahren kann ein regelrechter Boom des Marktes für vegetarische und vegane Lebensmittel in Deutschland beobachtet werden. Das Warenangebot steigt dabei kontinuierlich mit zweistelligen Wachstumsraten.

Fleischlose Gerichte und Produkte sprechen nicht nur konsequent fleischlose Esser an, sondern in zunehmender Zahl auch Konsumenten, die nicht jeden Tag Fleisch essen wollen. Dazu zählen Flexitarier, die sich größtenteils, aber nicht strikt fleischlos ernähren, Pescetarier, die auf Fleisch, aber nicht auf Fisch verzichten, sowie ernährungs- und gesundheitsbewusste Konsumenten. Weitere Zielgruppen sind Allergiker, Konsumenten mit erhöhtem Cholesterinspiegel, aber auch religiöse Gruppen. Laut aktuellem „IFH-Branchenreport Vegetarisch & Vegan“ zählen rund vier Prozent der Bevölkerung zu den „echten“ Vegetariern oder Veganern, die sich konsequent fleischlos bzw. komplett ohne tierische Produkte ernähren. Fast jeder vierte Konsument ist mittlerweile Flexitarier.

Vegetarische und vegane Lebensmittel werden aus ethischen und gesundheitlichen Gründen konsumiert. Dabei verzichten Vegetarier und Veganer zumeist auf Grund von nachhaltigen, ökologischen und ethischen Themen auf Fleisch. Flexitarier reduzieren ihren Fleischkonsum dagegen meist auf Grund gesundheitlicher Aspekte.

Fleischalternativen besonders gefragt

Fleischalternativen – eine der Kernwarengruppen im Markt für vegetarische und vegane Lebensmittel – werden aktuell am stärksten nachgefragt. Insgesamt kauft rund jeder achte Bundesbürger Fleischalternativen. Das entspricht zwei Drittel der Vegetarier und Veganer und einem Viertel der Flexitarier.

Neben den Fleischalternativen zählen Milchersatzprodukte sowie der Bereich Frühstück zu den Kernwarengruppen im Markt für vegetarische und vegane Lebensmittel. Andere Warengruppen wie veganes Eis, Säfte oder Weine werden derzeit noch relativ wenig konsumiert, sind aber erkennbar im Aufschwung – wenn auch, wie der gesamte Markt, noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die drei Kernwarengruppen erreichen aktuell ein Volumen von 454 Millionen Euro.

Wachsendes Angebot im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erhöht Sichtbarkeit vegetarischer und veganer Lebensmittel

Vegane und vegetarische Lebensmittel insgesamt machen aktuell 0,6 Prozent am Marktvolumen des Lebensmittelmarktes ohne Tabakwaren (2015) aus. Aber: Die Zahl der Vegetarier, Veganer und Flexitarier wächst jährlich, ebenso wie das Marktvolumen für vegetarische und vegane Lebensmittel – wenn auch auf niedrigem Niveau. Vor allem Supermärkte profitieren von dieser Entwicklung und vereinen 31 Prozent des Marktvolumens auf sich. Insgesamt kann der LEH 60 Prozent des Umsatzes mit vegetarischen und veganen Lebensmitteln für sich verbuchen. In den Kernwarengruppen Fleisch- und Molkereiersatzprodukte sowie Frühstück sind dies sogar 64 Prozent.

Käuferschichten im LEH setzen sich vor allem aus Flexitariern und „Allessessern“ zusammen. Dies deckt sich auch mit den Ergebnissen der Konsumentenbefragung, die neben der Marktanalyse im Rahmen des „IFH-Branchenreport Vegetarisch & Vegan“ durchgeführt wurde. Danach kaufen Verbraucher, egal ob Veganer oder „Allesesser“, vegetarische und vegane Lebensmittel am liebsten im konventionellen LEH – wo sie auch ihre übrigen Einkäufe erledigen (One-Stop-Shopping).

Vom steigenden Angebot vegetarischer und veganer Lebensmittel im LEH profitieren nicht nur Konsumenten sondern auch Anbieter, da so die Sichtbarkeit der Produkte erhöht wird. Dadurch können neue Kundengruppen angesprochen und für dem Kauf fleischfreier Produkte gewonnen werden.

Vertrauen schaffen: Konsumenten wünschen sich Siegel

Die Konsumentenbefragung zeigt auch, dass die deutliche Mehrheit – nämlich über 70 Prozent – mit der Vielfalt und der Qualität der angebotenen vegetarischen und veganen Lebensmittel zufrieden sind. Die hohe Zufriedenheit zieht sich über alle Formen von Lebensmittelgeschäften und Warengruppen hinweg.

Dennoch ist „Vegan“ zum Beispiel kein geschützter Begriff. Zwei Drittel der vom IFH Köln befragten Konsumenten wünschen sich ein staatliches Siegel, um deutlicher zu kennzeichnen, welche Lebensmittel komplett fleisch- bzw. tierfrei hergestellt wurden, und so mehr Sicherheit zu schaffen.

Sie sind an weiteren Zahlen zum Markt interessiert?

Der „IFH-Branchenreport Vegetarisch & Vegan: Modeerscheinung oder nachhaltiger Wachstumsimpuls?“, Jahrgang 2016, stellt die wesentlichen Branchenzahlen auf Warengruppen- und Distributionsebene dar. Gerne bieten wir auch Vorträge und Workshops zu dem Thema an. Interesse? Sprechen Sie uns an!