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APOkix: Lieferengpässe treiben Apotheken und Patient*innen in die Enge

Carolin LeyendeckerDr. Markus Preißner | Datum:

Lieferengpässe: Ein Thema, das die Apothekenbranche bereits seit Jahren immer wieder umtreibt und besonders in den letzten Wochen und Monaten weiter an Brisanz zugenommen hat. In seiner September-Befragung hat der APOkix aktuelles Ausmaß und Auswirkungen unter die Lupe genommen.

Und täglich grüßt der Lieferengpass…

Die APOkix-Befragung des IFH Köln zeigt, dass Lieferengpässe in Apotheken kein vorübergehendes Phänomen sind, sondern Dauerthema mit zunehmender Brisanz. Während bei einer Befragung vor drei Jahren „nur“ zwei Drittel der Teilnehmer*innen angaben, mehrmals täglich von Lieferengpässen betroffen gewesen zu sein, trifft dies gemäß der aktuellen Erhebung heutzutage auf 92 Prozent der Apotheken zu. Weitere fünf Prozent der APOkix-Teilnehmer*innen sind in den letzten drei Monaten zwar nicht mehrfach, aber dennoch täglich mit Lieferengpässen konfrontiert worden. Bei jeder zweiten Apotheke sind aktuell nach eigenen Angaben mehr als 100 Produkte von Lieferengpässen betroffen. Als wenn das schon nicht schlimm genug wäre, gehen 74 Prozent der Apothekenleiter*innen davon aus, dass Lieferengpässe zukünftig noch weiter zunehmen werden.

Lieferengpässe belasten Apotheken zunehmend und bedrohen Versorgung der Patient*innen

Die Folgen der Lieferengpässe sind schon jetzt tiefgreifend – für Patient*innen und Apotheken: Auf Seiten der Apotheken bedeuten Lieferengpässe zum einen Mehraufwand bei der Beschaffung. Ist ein benötigtes Arzneimittel nicht verfügbar, muss in jedem einzelnen Fall eine Alternative gesucht werden.
Aufgrund der Rabattverträge stellt es sich für Apotheken häufig kompliziert dar, geeignete Alternativen zu finden, die den Wirtschaftlichkeitsansprüchen der Kassen genügen. Auch wenn die Richtlinien diesbezüglich bereits entschärft wurden, sehen sich 81 Prozent der Apothekenleiter*innen in diesem Zusammenhang dennoch einer erhöhten Retaxgefahr ausgesetzt.

Noch viel dramatischer sind die Folgen allerdings auf Seiten der Patient*innen. Nach Einschätzung der APOkix-Teilnehmer*innen sehen mehr als 70 Prozent die Versorgungssicherheit ihrer Patient*innen durch Lieferengpässe gefährdet. Eine Problematik, die auch bei den Patient*innen ankommt. 83 Prozent der Befragten geben an, dass sie häufig erleben, dass ihre Kundschaft aufgrund der Lieferengpässe verunsichert sei. Ist ein benötigtes Arzneimittel nicht verfügbar, werden drei von vier Apothekenleiter*innen häufig mit Fragen ihrer Patient*innen zu den Lieferengpässen konfrontiert.

Politik und pharmazeutische Unternehmer gefordert

Die Ergebnisse verdeutlichen, welche akuten Probleme Lieferengpässe im Alltag für Apotheken und welche Konsequenzen sie für Patient*innen nach sich ziehen. Daher sind Politik und Pharmaunternehmen gefordert, über die aktuelle Praktik hinaus, wirkungsvolle Maßnahmen zur Begrenzung von Lieferengpässen zu ergreifen. Zusätzlich sollte der akute Umgang mit Lieferengpässen bzw. die Informationspolitik rund um (drohende) Lieferengpässe noch transparenter und umfassender gestaltet werden.

Sie wollen mehr erfahren?

Die detaillierten Ergebnisse und den vollständigen Berichtsband zum APOkix im September können Sie sich hier herunterladen: APOkix-Ergebnisse September 2019