„Glück auf!“ – mit diesem Gruß aus der Bergbauhistorie des UNESCO‑Welterbes Zeche Zollverein öffnete sich am 11. März das SANAA-Gebäude für das ECC FORUM 2026. Der Gruß stand symbolisch für das, was die über 300 Gäste erlebten: zwei Tage voller Aufbruchsstimmung, neugierigem Dialog und echter Nähe. Bereits beim Check‑in lag eine besondere Energie in der Luft – Wiedersehen, erste Gespräche, gespannte Erwartung.
Zwischen Industriearchitektur, klarem Frühlingslicht und wachsenden Netzwerken entstand sofort jenes lebendige Miteinander, das das ECC FORUM ausmacht: ein Ort, an dem Zukunft nicht nur diskutiert, sondern gemeinsam gestaltet wird.
Das Leitmotiv der zwei Tage – „Glück auf“ – setzte den Ton:
Ein Signal, dass der Handel nicht passiv auf Veränderung wartet, sondern bereit ist, die nächsten Schichten aufzubrechen und neue Wege freizulegen.
TAG 1
Begrüßung & Opening

Dr. Kai Hudetz und Gerd Kleemeyer (Präsident der Industrie- und Handelskammer IHK für Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen zu Essen) eröffneten das Forum mit einer klaren Botschaft: Der Handel lebt nicht mehr im Wandel – er lebt in Dauertransformation. Orientierung entsteht nicht durch Stabilität, sondern durch Handlungsfähigkeit.
Autonomous Commerce – Insights aus der gemeinsamen Studie mit novomind
Gemeinsam zeigten Dr. Kai Hudetz und Patrick Stephan (novomind), wie Autonomous Commerce die Customer Journey grundlegend verändert. KI wird zur Entscheidungsinstanz: Empfehlungen, Prozesse, Automationen.
Viele Unternehmen sehen das Potenzial – doch nur wenige sind organisatorisch bereit. Der Tenor: Autonomous Commerce kommt – aber nur mit Daten, Governance und klaren Verantwortlichkeiten.
#WEcommerce bei flaconi – Der Mensch im Zentrum
Bastian Siebers von flaconi demonstrierte, wie stark Kultur, Haltung und Partnerschaften Wachstum prägen. WE‑Commerce bedeutet: Kund:innen, Mitarbeitende und Marken als gleichwertige Achsen.
Flaconi setzt auf Fokus statt Streuung: Sortimentsqualität, Beautytainment, Gamification und eine international starke Infrastruktur.
Kernbotschaft: Erfolg entsteht nicht durch Wissen, sondern durch konsequente Umsetzung.
KI als Produktivitätstreiber – Haniel
Axel Berger von Haniel ordnete KI strategisch ein:
Die Technologie ist ein Hype – aber einer, der langfristig echte Wertschöpfung erzeugt.
Statt FOMO-Use-Cases braucht es Datenqualität, Prozessklarheit und sorgfältige Zieldefinitionen.
Effizienzhebel dominieren heute, strategische Potenziale folgen später.
Masterclasses – Praxis, Tiefe, Relevanz
Die parallelen Masterclasses setzten unterschiedliche Schwerpunkte, doch eines war allen gemein: hohe Praxisnähe und konkrete Learnings.
- Gebrüder Limmert (Intershop / deenovum) zeigte eindrucksvoll, wie KI im Großhandel echten Business-Mehrwert erzeugt – etwa durch automatisierte Produktdatenanreicherung oder drastische Zeitersparnis bei Ausschreibungen („3 Tage vs. 10 Minuten“).
- Weitere Sessions beleuchteten Zukunftsszenarien des Handels, KI-Transformation bei METAV sowie Plattformstrategien bei INTERSPORT.
Vom Printausstieg zum Umsatztreiber – EDEKA Stroetmann & Factor Eleven
Jörg Wolf von EDEKA Stroetmann zeigte ein Paradebeispiel für datengetriebene Angebotskommunikation.
Digitale Kampagnen werden PLZ-genau ausgespielt, Zielgruppen differenziert adressiert und kontextuell kuratiert.
Ergebnis: höhere Effizienz, messbarer Umsatzhebel – und ein klarer Strategiekompass weg vom „Schrotflintenprinzip“.
Still Day One!? – Amazon im Zeitalter von AI & Co.
Dr. Markus Schöberl von Amazon brachte mit viel Dynamik die Amazon‑Perspektive auf die Bühne.
Kernidee: Handlungsfähigkeit ist der wahre Erfolgsfaktor – und KI verändert Aufgaben, nicht den Menschen.
Plattformökonomie bleibt, doch sie verschiebt sich in Richtung LLM‑Suchen, Dialogsysteme und Agenten.
Das neue Spielfeld der Markenführung im Sport – Sportfive
Samir Kizaoui von Sportfive zeigte, wie Creator-Ligen, Gaming-Kultur und neue Entertainmentformate die junge Zielgruppe gewinnen.
Sportkommunikation wird hybrider, emotionaler und stärker „Community-First“. Traditionelle Clubs müssen lernen, digital dort präsent zu sein, wo Kultur entsteht.
TAG 2
Am zweiten Tag des ECC FORUM ging es dann direkt weiter mit einer hohen Dichte an praxisrelevantem Wissen für den erfolgreichen E-Commerce:
babyartikel.de – Handlungsfähigkeit bei hoher Dynamik
Tobias Schöllhammer zeigte, warum kleine Händler sich gerade jetzt strategische Vorteile erarbeiten können:
Sie sind schnell, wendig und emotional nah am Kunden.
Ein starker Satz, der hängenblieb:
„Die Kleinen waren noch nie so nah dran an den Großen.“
Themen wie LLM‑Traffic (Reality Check), Emotionalität und kanalübergreifender Content verdeutlichten, wie herausfordernd und zugleich chancenreich die aktuelle Phase ist.
TALK: Agentic Commerce
Thorsten Hennig (Euronics), Stephan Bayer (METAV), Tobias Schöllhammer (Babyartikel) und Saim Rolf Alkan (axite) diskutierten, wie sich Commerce durch KI‑Agenten verändert.
Einigkeit herrschte in drei Punkten:
- Pre‑Sales verschiebt sich in LLMs.
- Content-Qualität und Datenpflege werden kritische Erfolgsfaktoren.
- Marken brauchen Haltung, Emotion und Klarheit – denn Agenten beantworten Fragen, Marken schaffen Zugehörigkeit.
TALK: Großhandel 2026
Hier diskutierten Tobias Bayer (ASTA), Alexandra Essig (GWS) und Till Kestermann (Shopware), warum Digitalisierung im Großhandel keine Projektform mehr ist– sondern Überlebensstrategie.
ERP‑Integration, konsistente Datenstrukturen und Professionalisierung der E‑Com-Teams bilden das Rückgrat zukünftiger Geschäftsmodelle.
INTERVIEW: Deutschlands Wirtschaftslage – Creditreform
Christian Kramer von Creditreform zeichnete ein realistisches Bild: schwache Eigenkapitalbasis, steigende Risiken, globale Unsicherheiten.
Für Händler und Hersteller hieß das: Klare Strategie, mehr Fokus und solide Basisarbeit werden wichtiger denn je.
RCS im Großhandel – METRO
Eines der praktischen Highlights: METROs Umstieg auf RCS als zentralen Kommunikationskanal, vorgestellt von
von Anja Gulden-Weckerlin und Carolin Scholz von Metro.
Der Case zeigte eindrucksvoll: Messenger werden zur neuen Infrastruktur des Großhandels.
Die klaren Benefits:
- Relevante Push-Kommunikation statt Informationsflut
- Zielgruppenorientierte Inhalte
- Quiz-Mechaniken, Videos & Webview
Linde & Coveo – B2C-Einfachheit im B2B
Wie eine gute KI-basierte Suche Produkte und Content nahtlos verknüpft erklärte Cliff Reichardt von Coveo anhand des Praxis Cases ihres Kunden Linde. Ergebnis: steigender Warenkorbwert, bessere Conversion, sauberere Customer Journeys.
Ein Paradebeispiel dafür, wie aus Komplexität Einfachheit werden kann.
Wie GLS Prozesse für Kunden neu gestaltet
Der Vortrag von Tasja Werle (GLS) und Saskia Roch (ECC NEXT) machte deutlich, wie tief Transformation gehen muss, wenn Strukturen dezentral sind.
Durch konsequente interne Einbindung, Pilotgruppen, klares Stakeholder-Management und iterative Steps gelang GLS der Aufbau eines zentralen Kundenportals – heute mit Tausenden aktiven User:innen.
Wie Thalia den Handel im digitalen Sturm neu erfindet
Hendrik Müller zeigte, wie Thalia mit BookTok und der gezielten Ansprache einer jungen Zielgruppe, sowie Formaten wie Sleepovers, dazu einer starken App, einer lebendigen Community, Kreislaufwirtschaft und KI gestütztem Empfehlungswesen wächst – entgegen eines schrumpfenden Marktes.
Kultur, Sortiment, Technologie und Verantwortung greifen hier ineinander.
TALK: Wo findet der Kunde heute statt?
Im Gespräch von Dr. Kai Hudetz mit Micha Atug (MyMaw.de), Andreas Häntsch (eBay), Max Burianek (Tiktok Deutschland) und Dennis Baltzer (Better be bold) wurde deutlich: Commerce wird multikanaliger, volatiler und plattformgetriebener. Händler müssen fokussieren, aber gleichzeitig offen bleiben, um neue Kanäle früh zu besetzen.

AUSBLICK AUF 2027 – „Glück auf“ für den nächsten Aufbruch
Die zwei Tage ECC FORUM 2026 haben eines gezeigt:
Handel braucht Mut, Geschwindigkeit und Verbundenheit.
Er lebt von starken Ideen, von Menschen, die gestalten wollen – und von einem Netzwerk, das Herausforderungen teilt und Lösungen gemeinsam entwickelt.
Deshalb heißt es auch 2027 wieder: ECC FORUM – Glück auf!
Mit neuen Themen, neuen Formaten, neuen Stimmen – und der gleichen Begeisterung, mit der die über 300 Gäste in diesem Jahr durch die Hallen des SANAA‑Gebäudes strömten.
Wir freuen uns auf alle, die den Weg mit uns weitergehen.
Bis dahin: Glück auf – für die nächsten Schritte im Handel, in der Digitalisierung und in der gemeinsamen Zukunft.
Vielen Dank an unsere Partner 2026!
Last but not least möchten wir unseren diesjährigen Partnern danken, ohne die dieses Event nicht möglich gewesen wäre. Danke an: IHK NRW, axite, coveo, Creditreform, F11, GWS, Link Mobility, Btwentyfour, intershop, synaigy, Sommer & Co, novomind, riverty und Turbine Kreuzberg!













