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26. Mai 2021

Es gibt wohl kaum ein Thema, das derzeit mehr diskutiert wird als Nachhaltigkeit. Immer mehr Menschen achten darauf, den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten – doch was passiert eigentlich im E-Commerce? Welche Rolle Nachhaltigkeit dort bereits spielt und wie Unternehmen im E-Commerce Nachhaltigkeit kontinuierlich umsetzen können, erzählen Bergfreunde – powered by Akeneo – beim ECC FORUM DIGITAL 2021. Tobias Schlotter, General Manager Central & Eastern Europe bei Akeneo, verrät im Interview, warum man den Vortrag auf keinen Fall verpassen sollte.

Nachhaltigkeit ist nicht erst seit Greta Thunberg und Fridays for Future in aller Munde. Welche Rolle aber spielt Nachhaltigkeit bisher im E-Commerce?

Der rasant wachsende Onlinehandel und das Thema Nachhaltigkeit scheinen per se im Widerspruch zu stehen: Unmengen von Verpackungsmüll; Retouren, die ungesehen vernichtet werden; lokale Kurierdienste mit hohem CO2-Ausstoß. Die Situation ist durch Corona noch greifbarer geworden. Was heute online geshoppt wird, landet morgen auf der Deponie. Die Ökobilanz des E-Commerce steht nicht umsonst in der Kritik. Logistik, Versandmaterial und Retourenmanagement haben insgesamt Luft nach oben, was Nachhaltigkeit betrifft. Es gibt vereinzelt Vorstöße wie alternative Verpackungsmaterialien oder Auslieferungen mit dem E-Transporter. Aber der große Ruck, der durch den E-Commerce geht, hat größtenteils gefehlt.

Nun haben sich auch die Erwartungen der Konsument:innen in den letzten Jahren verändert. Was erwarten sie aktuell vom E-Commerce in Bezug auf Nachhaltigkeit?

Genau das ist der Punkt: Konsument:innen sind sich durchaus bewusst, dass es so nicht weitergehen kann. Auf der einen Seite wird der Klimawandel immer mehr zur wahrnehmbaren Bedrohung, auf der anderen Seite haben zahlreiche Onlinehändler lange Zeit gefühlt wenig dafür getan, um diese Entwicklung aufzuhalten. Es passiert also das Erwartbare: Konsument:innen fordern Nachhaltigkeit ein – und zwar nicht als Option, sondern als hartes Auswahlkriterium. Der Report „Sustainable Consumption in Germany 2021“ zeigt zum Beispiel eindrucksvoll, dass Marken vorwiegend junge Kund:innen zwischen 16 und 29 Jahren verlieren, wenn sie sich nicht ausreichend für Nachhaltigkeit einsetzen. Dieser Trend wird sich sogar noch verschärfen.

Wer sich jetzt als Unternehmen nicht Nachhaltigkeit auf die Fahne schreibt, wird in Zukunft ein echtes Imageproblem haben. Gemeint damit sind keine halbherzigen Versuche, die in Richtung Greenwashing gehen. So etwas wird innerhalb kurzer Zeit mit einem Shitstorm in den sozialen Medien abgestraft. Der Onlinehandel muss zeigen, dass er ein Zukunftsthema wie Nachhaltigkeit ernst nimmt und Verantwortung trägt. Das geht am besten mit konkreten Maßnahmen.

Welche Schritte muss ein Händler gehen, um seinen E-Commerce nachhaltiger zu gestalten und gibt es eine Art Musterlösung?

Vorneweg: Ein klassischer Onlinehändler wird nicht über Nacht zum grünen E-Commerce. Das erfordert Zeit, Geld und Geduld, ist aber die berühmte Investition in die Zukunft. Machen Sie Ihre Schritte transparent für Kundinnen und Kunden, damit sie den Weg mit Ihnen gehen!

Besonders wichtig ist es, dass Werte wie Nachhaltigkeit von der Führung vorgelebt werden und als Corporate Social Responsibility (CSR) fester Bestandteil der Unternehmensstrategie sind. Binden Sie die Belegschaft mit eigenen Ideen ein, sorgen Sie auch nach innen für faire Arbeitsbedingungen.

Wir bei Akeneo haben die Erfahrung gemacht, dass das Retourenmanagement eine zentrale Stellschraube für Nachhaltigkeit sein kann. Denn wenn Retouren wegfallen, fällt auch vieles Weitere weg: lange Lieferketten, CO2-Ausstoß, Verpackungsmaterialien, verschwendete Ressourcen wie teure Designeranzüge, die ungetragen auf dem Müll landen. Es sind meist Kleinigkeiten, die Kund:innen vor Enttäuschungen bewahren und so verhindern, dass sie Waren zurückschicken. Unser Kunde, die Schuhmarke Melvin & Hamilton, konnte seine Retourenquote beispielsweise signifikant senken, indem er die Produktbeschreibung um das Attribut „Passform Breite“ ergänzte. Nachhaltigkeit kann manchmal so einfach sein!

Ihr präsentiert beim ECC FORUM DIGITAL den spannenden Kundencase der Bergfreunde. Wieso sollten sich die Teilnehmer:innen diesen Vortrag und die anschließende Deep-Dive-Session auf keinen Fall entgehen lassen?

Bergfreunde ist weltweit einer der führenden E-Commerce Spezialisten für Outdoor- und Bergsport Equipment. 2006 begannen sie als Startup und begeistern mit mittlerweile über 300 Mitarbeiter:innen die Welt des Outdoorsports mit ihrem umfangreichen Sortiment. Seit 2013 gehören die Bergfreunde offiziell zur Backcountry Gruppe, die in den USA führender E-Commerce Spezialist im Bereich Outdoor ist.

Bergfreunde sind nicht nur Trendsetter bei der Product Experience, sondern auch im Bereich Nachhaltigkeit. Sie agieren zu 100% klimaneutral - und zwar rückwirkend bis zum Gründungsjahr 2006. Jedes Jahr erstellen sie eine Klimabilanz, um die CO2-Emissionen zu messen, zu kompensieren und nach und nach zu reduzieren.

Bislang gibt es im E-Commerce eher vereinzelt praktische Ansätze für nachhaltiges Wirtschaften. Von einem Category Leader wie Bergfreunde können wir lernen das Thema Nachhaltigkeit richtig zu betrachten und es auch kontinuierlich umzusetzen. Denn Nachhaltigkeit ist keine Option, sondern alternativlos.

Sie wollen den Vortrag der Bergfreunde nicht verpassen?

Dann sichern Sie sich jetzt Ihr Ticket für das ECC FORUM DIGITAL 2021. Alle Informationen zum Programm und Tickets finden Sie hier.

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