In der neuen Folge der HandelBar spricht Host Dr. Kai Hudetz mit Bernhard Rackl, Gründer und Geschäftsführer von RAECKS. Die beiden unterhalten sich darüber, wie es gelingt, ein vermeintlich wenig emotionales Produkt wie Lagerregale digital erlebbar zu machen und woran sich heute entscheidet, ob B2B-Commerce langfristig erfolgreich ist. Zudem erörtern Kai Hudetz und unser Gast die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von B2B- und B2C-Commerce, sprechen über den Einsatz von KI im Beratungsprozess und gehen der Frage nach, warum viele Digitalinitiativen weniger an Technologie als vielmehr an Organisation und Entscheidungsstrukturen scheitern. Dabei macht Bernhard Rackl die wichtige Rolle von Kundennähe, Effizienz und klaren Prozesse für einen zukunftsfähigen B2B-Commerce deutlich.

Digitale Customer Journey statt klassischer Produktverkauf
Mit RAECKS verfolgt Bernhard Rackl einen klaren Ansatz: Lagerregale sollen online nicht nur bestellbar, sondern individuell konfigurierbar und digital erlebbar werden. Das Herzstück von RAECKS ist deshalb auch ein eigens entwickelter 3D-Regalkonfigurator, mit dem Kund:innen ihre Lagerlösung flexibel anpassen können.
Gerade im B2B-Kontext sei das entscheidend, meint unser Gast. Anders als im B2C entstehen Kaufentscheidungen häufig nicht impulsiv, sondern durchlaufen unterschiedliche Abstimmungsprozesse innerhalb der Unternehmen. Umso wichtiger sei es, Kund:innen entlang der gesamten Customer Journey zu begleiten.
Für Bernhard Rackl ist der Konfigurator deshalb weit mehr als nur ein technisches Feature: „Der Konfigurator ist ja so der Dreh und Angelpunkt bei uns“, sagt er. Entsprechend bewusst setzt RAECKS auf den eigenen Onlineshop statt auf Plattformmodelle – auch, weil die technische Komplexität und das dahinterliegende Know-how schwer übertragbar seien.
Warum Digitalisierung mehr mit Organisation als mit Technologie zu tun hat
Neben dem „klassischen“ Konfigurator setzt das Unternehmen unseres Gastes inzwischen auch auf künstliche Intelligenz. Mit „Raxy“ hat RAECKS einen digitalen Regalberater entwickelt, der Kund:innen dialogbasiert zur passenden Lösung führt und diese direkt visualisiert.
Laut Bernhard Rackl entschiedet sich Digitalisierung nicht allein an Technologien. Aus Sicht unseres Gastes scheitern viele Projekte vor allem an komplizierten Entscheidungswegen, fehlenden Strukturen oder zu starren Governance-Modellen.
Seine Erfahrungen aus internationalen Konzernstrukturen prägen dabei auch den Aufbau von RAECKS. Statt komplexer Abstimmungsprozesse setzt Rackl´s Unternehmen bewusst auf schlanke Strukturen, schnelle Entscheidungen und große Gestaltungsspielräume im Team.
Auch bei der Internationalisierung zeigt sich dieser pragmatische Ansatz. Nach Deutschland ist RAECKS inzwischen in Österreich sowie in den Niederlanden und Belgien aktiv. Technisch lasse sich ein neuer Markt heute vergleichsweise schnell anbinden, sagt Bernhard Rackl, die eigentlichen Herausforderungen liegen jedoch in lokalen Besonderheiten wie Logistik, Marketing oder Kundenservice.
Zukunftsfähiger B2B-Commerce braucht Effizienz und Kundennähe
Mit Blick auf die kommenden Jahre sieht Rackl großes Potenzial in der Verbindung aus Technologie, Effizienz und Kundennähe. KI unterstützt sein Unternehmen bereits heute in Bereichen wie Marketing, Suchmaschinenoptimierung oder Kundenberatung und schafft neue Möglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Gleichzeitig zeigt sich: Viele B2B-Kund:innen priorisieren weiterhin klassische Faktoren wie Preis, Qualität, Sicherheit und Verfügbarkeit. Technologien allein reichen deshalb nicht aus für unseren Gast. Entscheidend bleibt für ihn, Prozesse zuverlässig aufzusetzen und Kund:innen langfristig zu überzeugen.
Für die Zukunft setzt RAECKS daher auf nachhaltiges Wachstum, Internationalisierung und schnelle Entscheidungswege – ohne dabei die Nähe zu Kund:innen und Team zu verlieren.
Wir danken Bernhard Rackl für die spannenden Einblicke in die Digitalisierung des B2B-Handels und die Zukunft moderner Lagerlösungen. Themen wie KI, Customer Experience und Internationalisierung im eCommerce behalten wir weiter im Blick.
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