Was braucht es, um in einer traditionellen Branche neue Maßstäbe zu setzen? Für Astrid Reintjes sind es vor allem Kund:innennähe, Mut und eine klare Vision. In der neuen Folge der HandelBar spricht Dr. Kai Hudetz mit der Co-Founderin und CEO von Miss Pompadour über den Weg und die Vision vom kleinen Onlineshop zu der DIY-Farbmarke Europas zu werden. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Erfolgsgeschichte des Unternehmens, sondern auch die Bedeutung von Community, persönlicher Beratung und die Frage, wie sich eine Marke im digitalen Handel nachhaltig differenzieren kann.

Community und Beratung als Erfolgsrezept
Miss Pompadour verkauft längst nicht nur Farbe – das Unternehmen verkauft Sicherheit, Inspiration und das gute Gefühl, ein Projekt selbst erfolgreich umsetzen zu können. Von Beginn an setzte unsere Gästin deshalb auf eine enge Verbindung zu ihren Kund:innen. Was mit einer Facebook-Gruppe begann, ist heute eine Community mit Hunderttausenden Follower:innen auf unterschiedlichen Plattformen sowie einer eigenen App, in der sich Nutzer:innen austauschen und gegenseitig inspirieren. Die Community ist dabei weit mehr als ein Marketinginstrument, erklärt Astrid Reintjes, sie liefert wertvolles Feedback für die Produktentwicklung und ermöglicht authentische Beratung auf Augenhöhe. Gleichzeitig bleibt der persönliche Kontakt ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells. Ob per WhatsApp, Telefon oder Social Media – Kund:innen erhalten individuelle Unterstützung während ihres gesamten Projekts. KI unterstützt diesen Prozess inzwischen bei Standardanfragen, ersetzt den persönlichen Austausch jedoch bewusst nicht, betont unsere Gästin.
„Du kannst es, du schaffst es, es ist zu machen. Auch wenn andere sagen das funktioniert ja nie, trau dich.“ Das ist es wofür MissPompadour steht, sagt die gelernte Hotelfachfrau, die mit ihrem Bruder Erik Reintjes und Niklas Lütteken das Unternehmen leitet. Dieses Empowerment zieht sich wie ein roter Faden durch die Markenphilosophie von Miss Pompadour und schafft eine emotionale Bindung, die weit über das eigentliche Produkt hinausgeht.
Kund:innen verstehen statt Produkte verkaufen
Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Endkund:innen. Während viele Farben ursprünglich für professionelle Malerbetriebe entwickelt wurden, denkt Miss Pompadour konsequent aus Sicht der Verbraucher:innen. Eigenschaften wie eine geruchsarme Farbe oder leicht verständliche Produktempfehlungen entstehen direkt aus den Erfahrungen der Community. Diese Kund:innenorientierung zeigt sich auch im gesamten Einkaufserlebnis. Ziel ist es nicht, möglichst schnell zu verkaufen, sondern die passende Lösung für jedes Projekt zu finden. Der eigentliche Kauf ist für Astrid Reintjes deshalb lediglich die logische Konsequenz einer guten Beratung. Gerade in Zeiten steigender Akquisitionskosten im E-Commerce wird deutlich, wie wichtig langfristige Kundenbeziehungen sind. Zufriedene Kund:innen werden zu Botschafter:innen der Marke und sorgen durch Empfehlungen für nachhaltiges Wachstum.
Europa im Blick: Die Vision einer starken Farbmarke
Für die kommenden Jahre, verrät uns unsere Gästin, verfolgt Miss Pompadour ein ambitioniertes Ziel: Das Unternehmen möchte zur europäischen Farbmarke werden. Nach der Expansion in Länder wie Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Frankreich und zuletzt Polen zeigt sich jedoch schnell, dass jeder Markt eigene Anforderungen mitbringt. Unterschiedliche Wohnkulturen, Farbvorlieben und DIY-Gewohnheiten machen eine einfache Übertragung des deutschen Erfolgsmodells unmöglich. Dennoch ist die Vision für Astrid Reintjes und ihr Team klar: Wenn Menschen in Europa an das Thema Streichen denken, soll ihnen Miss Pompadour als erste Marke in den Sinn kommen. Dieses Ziel möchte das Unternehmen nicht allein über neue Vertriebskanäle erreichen, sondern vor allem über den konsequenten Ausbau seiner Community, individuelle Beratung und eine starke Markenidentität. Die neue Folge der HandelBar zeigt eindrucksvoll, dass nachhaltiger Erfolg im Handel heute nicht allein über Produkte entsteht. Wer Kund:innen versteht, Vertrauen aufbaut und echte Mehrwerte schafft, kann selbst in einem traditionellen Markt neue Maßstäbe setzen.
Wir danken Astrid Reintjes für die inspirierenden Einblicke in den Aufbau von MissPompadour und ihre Perspektiven auf Community Building, Beratung und die Zukunft des DIY-Handels. Themen wie persönliche Beratung, Empowerment, der intelligente Einsatz von KI, Internationalisierung und der Aufbau starker Marken-Communities werden den Handel auch künftig prägen und bleiben deshalb weiterhin im Fokus der HandelBar.
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Wie leitet man ein erfolgreiches Startup? – Babak Kharabi (BUTTINALE 73) - IFH KÖLN






