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27. November 2020

Der „Wellenbrecher-Lockdown“ wird verlängert und in einigen Punkten verschärft. Für den stationären Einzelhandel sind insbesondere die Zugangsbegrenzungen strenger reglementiert worden. Zukünftig ist bei Verkaufsflächen ab 800 Quadratmetern nur noch ein Kunde je 25 Quadratmetern erlaubt. Im November war ein Kunde je 10 Quadratmeter Verkaufsfläche zulässig, künftig gilt diese Grenze nur noch bei Verkaufsflächen bis 800 Quadratmetern. Ungeachtet der Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme aus epidemischer Sicht stellt sich die Frage, welche Auswirkungen diese Maßgabe auf den Handel und die Konsument*innen hat.

Die Auswirkungen auf die betroffenen Geschäfte sind einfach vorherzusehen. Gerade für im für die Einzelhandelsunternehmen zentralen Weihnachtsgeschäft wird es zu Warteschlangen vor den Geschäften kommen. Dieser Effekt war ohnehin schon erwartet worden, wird aber durch die Verschärfung der Zugangsbegrenzungen verschärft. Somit ist damit zu rechnen, dass die Attraktivität des stationären Einzelhandels in den wichtigsten Verkaufswochen des Jahres zusätzlich reduziert wird.

Bereits bei der fünften Welle unseres Corona Consumer Checks in der 34. Kalenderwoche gaben 52 Prozent der Befragten an, dass sie volle Innenstädte in der Weihnachtszeit eher meiden wollen, 41 Prozent wollten die Weihnachtseinkäufe überwiegend online erledigen. Seither hat sich die Stimmungslage ohnehin bereits verändert, die Unsicherheit ist bei den Konsument*innen wieder zurückgekehrt und mit ihr nimmt die Bereitschaft zu, ursprünglich stationär geplante Käufe online zu tätigen.

Mit den neuen Coronaregelungen wird das Einkaufserlebnis im stationären Handel, das angesichts abgesagter Weihnachtsmärkte, geschlossener Gastronomie, Abstandsregeln und Maskenpflicht sowieso schon stark eingeschränkt war, weiter reduziert. Warteschlangen bei vielleicht unangenehmem Wetter machen den Onlinekauf auch für diejenigen interessant, die eigentlich lieber stationär einkaufen wollen.

Der traditionelle Einzelhandel muss bei seinen Flächenkonzepten gleich zweifach auf diese Herausforderungen reagieren: Zum einen gilt es, Hygieneregeln konsequent umzusetzen, damit Konsument*innen auf einen sicheren Einkauf vertrauen können. Zudem sollten Händler mit innovativen Konzepten wie QR-Code-Shopping, Express-Kassen etc. den Kund*innen trotz der widrigen Rahmenbedingungen einen möglichst angenehmen stationären Einkauf ermöglichen. Es gilt, Wartezeiten zu eliminieren oder zumindest zu verkürzen bzw. angenehm zu gestalten. Butlers-CEO Wilhelm Josten machte auf dem Deutschen Handelskongress eindringlich klar, dass innovative Ideen und eine konsequente Umsetzung gefragt sind.

Stationäre Händler müssen aber auch und gerade in der Weihnachtszeit verstärkt auf Onlinekanäle setzen, wenn sie ihr Weihnachtsgeschäft retten wollen. Auch hier gilt die häufig zitierte Weisheit von Covid-19 als Beschleuniger: Bereits in den vergangenen Jahren ist der Onlinehandel in der Weihnachtszeit stetig und stark gewachsen. Im Pandemiejahr wird sich diese Entwicklung angesichts des stark eingeschränkten Kauferlebnisses im stationären Einzelhandel noch massiv beschleunigen. Digitale Kanäle hin zum Kunden sind gefragter denn je.

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