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15. Oktober 2020Hansjürgen Heinick

„Geiz ist geil“ und „Hauptsache billig“ hieß es häufig in den ersten Jahren dieses Jahrtausends, wenn es um das Einkaufen im Einzelhandel ging. Das ist heute anders. In den vergangenen Jahren ist zunächst eine Orientierung an etwas mehr Wertigkeit eingekehrt. Wertigkeit kostet heute aber immer weniger. Modische Anbieter mit preisattraktiven Angeboten, der Onlinehandel und ein zunehmender Warendruck bei hohem Sättigungsgrad haben die Konsumlaune in Form höherer Ausgaben ausgebremst. Dazu hat im Schuhmarkt insbesondere der Sneakerboom mit einer Abkehr vom (tendenziell teureren) klassischen Lederschuh beigetragen. Das zuletzt erfreuliche Wachstum des Schuhmarktes von +2,2% (2019) auf 9,9 Mrd. Euro darf dabei nicht über die generell angespannte Situation hinwegtäuschen.

 

Verschiebungen offline zu online, Frequenzverluste in Innenstädten und die zunehmenden Schließungen stationärer Geschäfte sind Ausdruck tiefgreifender struktureller Veränderungen der Vertriebskanäle im Schuhmarkt. Die Coronakrise wirkt dabei wie ein zusätzlicher Katalysator.

 

Onlinehandel wird immer relevanter

Der Schuhumsatz im Onlinehandel ist auch 2019 mit einem Plus von mehr als 10% wieder (deutlich) gewachsen. Das Smartphone bzw. das mobile Shopping verringert die Zugriffsschwelle und fördert die Kauffrequenzen im Onlinehandel. Aus den jüngeren, besonders onlineaffinen Altersgruppen wachsen mehr und mehr Personen in kaufkräftigere Altersgruppen hinein.

Während im stationären Einzelhandel i.e.S. insgesamt im Hinblick auf den Umsatz (noch) keine Kannibalisierung durch den Onlinehandel feststellbar ist, findet im stationären Fachhandel der Branchen mit hoher Innenstadtrelevanz bereits eine Umsatz-Kannibalisierung offline durch den Onlinehandel statt. Im Schuhfachhandel summieren sich die stationären Umsatzverluste zwischen 2014 und 2019 auf rund 500 Mio. Euro.

Der stationäre Schuhfachhandel kann die stationären Umsatzverluste insgesamt schon bis dato nicht mehr durch eigene Onlineumsätze kompensieren. Dies beschleunigt die zunehmenden Anteilsverluste des Fachhandels.

Coronakrise trifft auch Schuhmarkt hart

Aufgrund der Coronakrise ist nun 2020 für den Schuhmarkt insgesamt mit einem Umsatzminus im mehr oder weniger deutlich zweistelligen Prozentbereich zu rechnen. Der Einzelhandel mit Schuhen verlor allein im April fast 70% des Umsatzes. Zwar tendiert auch der Onlinehandel zu Beginn der Coronakrise schwach, die Zuwachsraten steigen zuletzt aber wieder beachtlich. Und ein Teil der Konsument*innen, welche sich neu an den Onlinekauf gewöhnt haben, wird auch in Zukunft mehr online kaufen. Der Anteil des Onlinehandels steigt voraussichtlich deutlich stärker an als zuvor erwartet. Die teilweise beobachtete Hinwendung der Konsument*innen zum lokalen kleinbetrieblichen Fachhandel ist zumindest eine Chance, auch wenn die Nachhaltigkeit der Verhaltensänderung noch offen ist.

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