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Neue IFH FÖRDERER Schwerpunktstudie analysiert mithilfe des Human-Touch-Index die Präferenzen von Konsument:innen für menschliche und KI-gestützte Unterstützung entlang der Customer Journey. Während KI insbesondere bei prozess- und effizienzorientierten Aufgaben überzeugt, wird der Mensch mit zunehmender Nähe zur Kaufentscheidung bevorzugt.

Künstliche Intelligenz gehört für viele Konsument:innen längst zum Alltag, was sich auch in der deutlich gestiegenen Nutzung von KI-Chatbots zeigt: Aktuell nutzen 56 Prozent der Konsument:innen entsprechende Anwendungen, 2025 waren es noch 43 Prozent. Damit rückt das Zusammenspiel von menschlicher und technologischer Unterstützung im Handel zunehmend in den Fokus. Um diese Entwicklung näher zu beleuchten, hat das IFH KÖLN im Rahmen der neuen IFH FÖRDERER Schwerpunktstudie „The Human Touch – Zwischen Mensch und Maschine“ den Human-Touch-Index entwickelt. Dafür wurden 1.000 Konsument:innen zu konkreten Szenarien aus unterschiedlichen Branchen entlang der Customer-Journey-Phasen Vorkauf, Kauf und Nachkauf befragt. Die Ergebnisse zeigen: Während KI insbesondere bei prozess- und effizienzorientierten Aufgaben überzeugt, gewinnt menschliche Unterstützung mit zunehmender Nähe zur Kaufentscheidung an Bedeutung.

Schon beim Vorkauf zeigt sich eine Präferenz für den Menschen

In der Informations- und Orientierungsphase vor dem Kauf erreicht der Human-Touch-Index einen Wert von 57. Der Index bündelt dabei sechs Dimensionen aus Vertrauen und Nutzen auf einer Skala von 0 bis 100. Neben den Vertrauensdimensionen Kompetenz, Wohlwollen und Integrität fließen auch die Nutzendimensionen Effektivität, Effizienz und Personalisierung in den Index ein. Ein Wert von 0 steht dabei für eine klare Präferenz für KI, ein Wert von 100 für den Menschen. In der Phase des Vorkaufs fallen sowohl Vertrauen als auch Nutzen leicht zugunsten des Menschen aus. Innerhalb der Vertrauensdimensionen erzielen insbesondere Kompetenz (65) und Wohlwollen (58) hohe Werte. Bei den Nutzendimensionen wird vor allem die Personalisierung (61) positiv bewertet, während Effektivität (56) leicht zugunsten des Menschen und Effizienz mit 50 Punkten ausgeglichen ausfällt.

„Je selbstverständlicher Künstliche Intelligenz im Alltag wird, desto stärker scheint bei vielen Menschen auch der Wunsch nach persönlicher Nähe und echten Begegnungen zu wachsen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass technologischer Fortschritt und menschliche Bedürfnisse kein Gegensatz sind, sondern parallel zunehmen. Die zunehmende Verbreitung von KI führt offenbar nicht dazu, dass der Mensch an Bedeutung verliert, sondern macht seinen Wert in vielen Situationen sogar noch sichtbarer“, so Prof. Dr. Werner Reinartz von der Universität zu Köln, Direktor der IFH FÖRDERER und Co-Autor der Studie.

Je näher die Kaufentscheidung rückt, desto wichtiger wird der Mensch

Noch deutlicher fällt die Präferenz für menschliche Unterstützung in der Kaufphase aus. Hier steigt der Human-Touch-Index auf 65 Punkte. Sowohl die Vertrauensdimensionen Kompetenz (72), Wohlwollen (64) und Integrität (61) als auch die Nutzendimensionen Personalisierung (68), Effektivität (66) und Effizienz (56) sprechen überwiegend für den Menschen. Die Ergebnisse zeigen damit, dass Konsument:innen insbesondere dann menschliche Unterstützung bevorzugen, wenn Orientierung, individuelle Bedürfnisse oder persönliche Entscheidungen eine Rolle spielen. Dazu passt auch, dass bei emotionalen oder sensiblen Gesprächen (88 %), Kulanzentscheidungen (74 %) und individueller Beratung (71 %) eindeutig der persönliche Kontakt bevorzugt wird.

„Die Frage ist nicht ‚Mensch oder Maschine‘. Entscheidend ist, welche Erwartungen Konsument:innen in der jeweiligen Situation haben. Mal stehen Vertrauen und persönliche Unterstützung im Vordergrund, mal Effizienz und Nutzen. Für Handelsunternehmen bedeutet das, KI gezielt dort einzusetzen, wo sie echten Mehrwert schafft, und menschliche Interaktion dort zu stärken, wo Vertrauen den Ausschlag gibt“, so Jun. Prof. Dr. Thomas Scholdra, IFH-Stiftungsjuniorprofessor für Marketing und Handel an der Universität zu Köln und Co-Autor der Studie.

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Daten und Grafiken aus dieser Pressemitteilung dürfen nur im Rahmen journalistischer oder redaktioneller Zwecke genutzt werden. Die werbliche und kommerzielle Nutzung sowie Aufbereitung für eine vertragsbasierte Weitervermarktung sind untersagt. Dies gilt insbesondere für Statistikportale. 

Über die Studie

Die Schwerpunktstudie der IFH FÖRDERER nimmt jährlich ein für den Handel strategisch wichtiges Thema unter die Lupe. Dabei werden einzelne Aspekte der Wertschöpfung im Handel im Detail betrachtet und relevante Implikationen für die gesamte Handelslandschaft sowie für die Politik abgeleitet. Die Schwerpunktstudie wird maßgeblich durch das Präsidium der IFH FÖRDERER unterstützt. Fokusthema der Studie 2026 ist „The Human Touch – Zwischen Mensch und Maschine“. Als empirische Basis dient eine Befragung von n = 1.000 Konsument:innen in Deutschland im Juli 2026. Autoren der Studie sind Prof. Dr. Werner Reinartz, Prorektor für Transfer in die Gesellschaft an der Universität zu Köln und Direktor der IFH FÖRDERER, sowie Jun.-Prof. Dr. Thomas Scholdra, IFH-Stiftungsjuniorprofessor für Marketing und Handel an der Universität zu Köln.

Die IFH FÖRDERER Schwerpunktstudie 2026 kann über den Onlineshop des IFH KÖLN erworben werden.

Über die IFH FÖRDERER  

Bereits seit dem Jahr 1929 agieren die IFH FÖRDERER als gemeinnütziger Verein an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis. Sie stehen für den wechselseitigen, inhaltlichen Austausch zwischen akademischer Arbeit und operativer Handelswelt. Dieser Austausch wird durch intensives Netzwerken und regelmäßigen Wissenstransfer lebendig. Mitglieder der IFH FÖRDERER sind Handels- und Herstellerunternehmen, Verbände, Kammern, Dienstleister und öffentliche Institutionen. Das Präsidium der IFH FÖRDERER setzt sich aus renommierten Köpfen des Handels in Deutschland zusammen.  

www.ifh-foerderer.de  

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