
Nach wie vor greift rund ein Drittel der Konsument:innen auf den Onlinekanal zurück. Damit stagniert der Onlineshift im vierten Jahr in Folge.
Der Online-Lebensmitteleinkauf hat sich als praktische Ergänzung zum stationären Einkauf etabliert, ersetzt diesen jedoch nur selten vollständig. Verbraucher:innen nutzen den Kanal insbesondere dann, wenn er konkrete Vorteile im Alltag bietet. Für 55 Prozent steht die Zeitersparnis im Vordergrund, 53 Prozent schätzen den Wegfall schwerer Einkaufstüten oder Getränkekisten und 43 Prozent die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten. Entsprechend werden vor allem haltbare Lebensmittel, Drogerie- und Kosmetikartikel sowie schwere oder sperrige Produkte online bestellt. Mehr als ein Drittel der Konsument:innen nutzt den Onlinekanal gezielt für Vorratseinkäufe und kombiniert ihn mit dem Einkauf vor Ort.


Bei bisherigen Nichtnutzer:innen wären vor allem finanzielle Vorteile ausschlaggebend, um Lebensmittel online zu bestellen. Fast jede:r Zweite (47 %) würde sich durch eine kostenlose Lieferung ohne Mindestbestellwert zum Ausprobieren bewegen lassen. Besonders hoch ist die Bereitschaft bei den 18- bis 29-Jährigen, von denen 54 Prozent dieses Angebot attraktiv finden.
Auch Preisvorteile spielen eine wichtige Rolle: 40 Prozent würden online einkaufen, wenn sie sicher sein könnten, dort günstiger einzukaufen als im stationären Handel. Gleichzeitig bleibt die Skepsis groß. Mehr als die Hälfte der heutigen Nichtkäufer:innen kann sich aktuell nicht vorstellen, Lebensmittel online zu bestellen.
Verbraucher:innen achten beim Lebensmitteleinkauf stärker auf Preise und planen ihre Einkäufe bewusster als noch vor einigen Jahren. Digitale Services treffen deshalb vor allem dann auf Zustimmung, wenn sie konkrete Vorteile bieten. 70 Prozent wünschen sich Händler-Apps mit exklusiven Rabatten, 65 Prozent personalisierte Coupons. Auch die Einkaufsplanung wird zunehmend digital: Bereits 42 Prozent der Onlinekäufer:innen bauen ihren Warenkorb über mehrere Tage hinweg auf und nutzen ihn als digitale Einkaufsliste für den Wocheneinkauf. Damit wird der Onlinekanal nicht nur zum Bestellweg, sondern auch zum Werkzeug für eine strukturierte und budgetorientierte Einkaufsplanung. KI-Anwendungen stoßen insbesondere dann auf Interesse, wenn sie bei der Produktauswahl unterstützen oder gesündere Alternativen empfehlen.

