Die zweiteilige Studienreihe „Prospektmonitor 2026“ von IFH MEDIA ANALYTICS wirft einen Blick auf die Rezeption von Print- und Online-Prospekten aus Verbrauchersicht. Neben Konsumentenreaktionen auf die Einstellung von Print-Prospekten vereinzelter Anbieter wurde in der neuen Erhebungswelle vom Frühjahr 2026 auch die Wiedereinführung von Prospekten in den Blick genommen. Prospekte sind 2026 alles andere als aus der Zeit gefallen. Sie liegen auf Küchentischen, stecken in Einkaufstaschen – und parallel dazu scrollen wir durch Online-Prospekte. Der neue Prospektmonitor 2026 zeigt klar: Der Prospekt behauptet seinen Platz, hat seine Rolle aber verändert – weg vom alleinigen Leitmedium hin zum Herzstück einer hybriden Angebotswelt. Rund drei Viertel (74 %) der Konsument:innen blättern mindestens einmal pro Woche in Print-Prospekten und machen sie damit zum meistgenutzten Kanal der Angebotskommunikation.

Angebotssuche ist heute kanalübergreifend
Gleichzeitig ist die Nutzung deutlich hybrider geworden. Ein sehr großer Teil der Prospektleser:innen nutzt heute sowohl gedruckte als auch digitale Prospekte, der Anteil der Hybridnutzer:innen liegt auf einem Rekordniveau (88 %). Wer Angebote sucht, wechselt selbstverständlich zwischen Briefkasten und Website – je nach Situation und Gewohnheit. Die strategische Frage für Händler lautet daher nicht mehr „Print oder Digital?“, sondern: Wie spielen Print-Prospekt und Online-Prospekt ideal zusammen? Wer Prospekte erhält, nutzt sie intensiv, oft durchschnittlich 1,9 Personen im Haushalt. Auch innerhalb der Werbeverweiger:innen möchte rund die Hälfte (49 %) ausgewählte gedruckte Medien weiterhin bekommen. Die Botschaft: Abgelehnt wird nicht das Medium Print, sondern unselektive Werbung ohne Relevanz.
Prospekteinstellungen oft kritisch gesehen
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Prospekteinstellungen und Wiedereinführungen. Wenn große Händler ihre Prospekte einstellen, ist die Hälfte (50 %) der Konsument:innen persönlich betroffen – und viele bewerten diesen Schritt kritisch. Häufig genannt werden schlechtere Vergleichsmöglichkeiten, ein weniger kundenorientiertes Bild des Anbieters und selteneres Einkaufen. Dort, wo Prospekte zurückkehren, schlagen die Signale in die andere Richtung um: Wiedereinführungen werden von vielen positiv wahrgenommen und mit einer besseren Möglichkeit verbunden, gute Angebote zu finden.
Fazit für den Handel: Prospekte strategisch und verzahnt denken
Für den Handel lassen sich klare Konsequenzen ableiten: Prospekte bleiben ein zentrales Instrument, um Preis-Leistungs-Kompetenz zu zeigen und Frequenz zu sichern – vor allem in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Die größte Wirkung entfalten sie, wenn sie intelligent mit digitalen Kanälen verzahnt werden: konsistente Angebote, mediengerechte Gestaltung und eine klar gedachte Customer Journey. Gleichzeitig werden Selektion und Relevanz wichtiger als schiere Masse. Zustellung, Zielgruppen und Inhalte sollten datenbasiert optimiert und Werbeverweigerer differenziert angesprochen werden. Entscheidungen über die Einstellung oder Wiedereinführung von Prospekten sind damit nicht nur Kostenthema, sondern explizite Markenentscheidung – mit spürbaren Effekten auf Wahrnehmung, Loyalität und Kaufverhalten.
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In unserer ersten Veröffentlichung zum Prospektmonitor 2026 bekommen Sie alle Ergebnisse im Detail. Hier können Sie die Studie erwerben.
Außerdem werden die Ergebnisse am 21. April um 14 Uhr im ECC WEB TALK „Prospektmonitor - Wie steht es um den Print-Prospekt im Jahr 2026?“ präsentiert. Hier kostenfrei anmelden und dabei sein.








