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Lieferengpässe belasten Apotheken zunehmend und bedrohen Versorgung der Patienten

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Die neueste APOkix-Befragung des IFH Köln unterstreicht das Problem von Lieferengpässen in deutschen Apotheken. Die Folge: Mehraufwände für Apotheken und Gefährdung der Versorgung von Patienten. Die Konjunkturindizes zur Geschäftslage und -erwartung sinken wieder.

Köln, 23. September 2019 – Die Problematik von Lieferengpässen bei Arzneimitteln in Deutschland hat sich in den letzten Jahren weiter zugespitzt. Während 2016 rund zwei Drittel der Apotheken mehrmals täglich von Lieferengpässen betroffen waren, liegt die Zahl heute bereits bei 92 Prozent. Dabei sind aktuell in jeder zweiten Apotheke mehr als 100 Produkte nicht verfügbar. Die Apothekenleiter*innen gehen davon aus, dass Lieferengpässe in Zukunft sogar noch weiter zunehmen werden und kritisieren das unzureichende Handeln von Politik und Pharmaindustrie. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle APOkix-Umfrage des IFH Köln, für die über 200 Apothekenleiter*innen zu Lieferengpässen befragt wurden.

Nachteile für Apotheken und Patienten

99 Prozent der befragten Apothekenleiter*innen bemängeln einen erheblichen Mehraufwand bei der Medikamentenbeschaffung. Dieser äußert sich unter anderem in der Recherche nach Alternativpräparaten, die mit den Rabattverträgen der Kassen übereinstimmen. Oft ohne Erfolg: 81 Prozent sehen sich einer erhöhten Retaxationsgefahr ausgesetzt. Darüber hinaus beobachten 83 Prozent der Apothekenleiter*innen auch Verunsicherungen auf Patientenseite, wenn das gewünschte Arzneimittel nicht verfügbar ist. 71 Prozent sehen sogar durch Lieferengpässe die Versorgungssicherheit ihrer Patienten gefährdet.

Die weitere Entwicklung von Lieferengpässen sehen die Apothekenleiter*innen pessimistisch. Ihr Apell: Die Politik muss weitere Schritte zur Vermeidung von Lieferengpässen ergreifen. Aber auch Pharmaunternehmen sollten entsprechende Maßnahmen ergreifen und Lieferengpässen entgegensteuern sowie im Falle (drohender) Lieferengpässe rechtzeitig informieren. Ein erster Schritt könnte hier eine gesetzlich verpflichtende Meldung von ausfallenden oder verzögerten Lieferungen – sobald absehbar – für alle Arzneimittel sein, die 82 Prozent der Befragten fordern.

Nach kurzzeitigem Anstieg: Konjunkturindexwerte sinken wieder

Nachdem die Apothekenleiter*innen die Geschäftslage im August wieder positiver beurteilten, zeigen sie sich zu Beginn des vierten Quartals wieder etwas pessimistischer gestimmt. Der Konjunkturindex für die aktuelle Geschäftslage sinkt im September auf 78,0 Indexpunkte. Auch der Index für die erwartete wirtschaftliche Lage in den nächsten 12 Monaten fällt negativer aus und sinkt um 3,4 Punkte auf einen Wert von 56,5.

 

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Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • 92 Prozent der befragten Apothekenleiter*innen waren in den vergangenen drei Monaten mehrmals täglich mit Lieferengpässen konfrontiert.
  • 74 Prozent glauben, dass Lieferengpässe zukünftig weiter zunehmen werden.
  • 71 Prozent sind der Meinung, dass Lieferengpässe zu einer Gefährdung der Patientensicherheit führen.
  • Der Konjunkturindex für die aktuelle Geschäftslage sinkt im September auf 78,0 Punkte.
  • Der Konjunkturindex für die erwartete Geschäftslage sinkt im September auf 56,5 Punkte.

Über den APOkix    

Der Apothekenkonjunkturindex APOkix des IFH Köln ist das Stimmungsbarometer im deutschen Apothekenmarkt. In den monatlichen Onlinebefragungen werden Apothekeninhaber*innen zur Einschätzung ihrer aktuellen und erwarteten Umsatzlage befragt. In monatlich wechselnden Zusatzfragen werden zudem aktuelle Marktthemen beleuchtet. Für den APOkix im August wurden im Zeitraum vom 02.09.2019 bis zum 16.09.2019 223 Apothekenleiter*innen online befragt. Die APOkix-Teilnehmer stammen aus dem gesamten Bundesgebiet und repräsentieren sowohl größere als auch kleinere Apotheken, wie auch Apotheken in städtischen und ländlichen Gebieten. Die Zusatzfrage in diesem Monat behandelte das Thema „Apothekenstärkungsgesetz“. Der APOkix wird unterstützt von der NOWEDA eG Apothekergenossenschaft und dem Deutschen Apotheker Verlag. Die aktuellen APOkix-Ergebnisse können unter www.apokix.de kostenfrei heruntergeladen werden.

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T +49 (0) 221 943607-23
presse(at)ifhkoeln.de