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Verlängerte Pollensaison trifft auf verändertes Kundenverhalten: Selbstmedikation gewinnt an Bedeutung. Apotheken sehen sich gut vorbereitet. Gleichzeitig: Neue OTC-Kombinationssprays verändern den Markt und erhöhen Beratungsbedarf. Geschäftslage und -erwartungen von Apotheken verbessern sich.

Pollen fliegen in Deutschland nahezu ganzjährig und stellen für viele Menschen eine erhebliche Belastung dar. Das ist auch in Apotheken spürbar. In der aktuellen Ausgabe des Apothekenkonjunkturindex (APOkix) geben 82 Prozent der befragten Apothekeninhaberinnen und -inhaber an, dass sich die Pollensaison zeitlich ausweitet, also früher im Jahr beginnt und später endet. Die Nachfrage nach entsprechenden Medikamenten stellt sich in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr nach Aussage von knapp einem Drittel der Befragten (31 %) bislang leicht bis stark überdurchschnittlich dar, 23 Prozent verzeichnen Nachfragerückgänge. Nach Angaben von 46 Prozent ist die Nachfrage nach Allergie-Arzneimitteln in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

Kundenverhalten ändert sich und Selbstmedikation dominiert

Die Mehrheit der Apotheken hat den Eindruck, dass Patient:innen bei Pollenallergien seltener zum Arzt gehen und sich häufiger in der Apotheke beraten lassen als noch vor wenigen Jahren (75 %), Allergiker:innen ihren Bedarf an Medikamenten zunehmend im Internet als in der Apotheke vor Ort decken (70 %) und dass viele Kund:innen durch Recherchen im Internet über neue Therapien und Medikamente besser informiert sind als noch vor wenigen Jahren (68 %). Im Zuge dessen versorgt sich mehr als jede:r zweite Pollenallergiker:in in der Apotheke im Rahmen der Selbstmedikation ausschließlich mit rezeptfreien Medikamenten (57 %), knapp jede:r Vierte löst ausschließlich ein Rezept ein (24 %) und rund jede:r fünfte Kund:in kombiniert rezeptfreie und rezeptpflichtige Präparate (19 %).

Apotheken gut vorbereitet – Kombinationspräparate verändern den Markt

Fast alle Apotheken (97 %) geben an, in diesem Jahr gut auf die Pollensaison vorbereitet zu sein und Kund:innen bislang umgehend versorgt haben zu können. Gleichzeitig greift über die Hälfte (53 %) das Thema Pollenallergien auf und bewirbt Arzneimittel und Therapien mittels Aufsteller, Flyer, Prospekten oder Ähnlichem aktiv – knapp ein Drittel (31 %) betreibt kaum und 16 Prozent überhaupt keine Werbung. Parallel dazu verändert sich auch der Markt für Medikamente: Seit dem OTC-Switch der Wirkstoffkombination aus Antihistaminikum und Glucocorticoid und der Markteinführung entsprechender Nasensprays zeigt sich eine spürbare Dynamik. So äußert knapp die Hälfte der Befragten, dass die neuen OTC-Kombinations-Nasensprays klassische Monopräparate verdrängen (48 %) und ein erhöhter Beratungsbedarf entsteht (45 %). Knapp jede:r Vierte berichtet von steigenden OTC-Umsätzen (23 %).

Positive Entwicklung der Apothekenkonjunktur im Juni

Im Juni ist der Index zur aktuellen Geschäftslage von 58,0 auf 68,4 Punkte gestiegen. Der Index der Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate legte um 29,2 Punkte zu und liegt im Juni bei
69,4 Punkten – aller Voraussicht nach eine Reaktion auf die am 3. Juni beschlossene stufenweise Erhöhung des Apothekenhonorars zum 1. Juli 2026.

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Kreisdiagramm zur Verteilung von Pollenallergiker:innen in Apotheken nach Bezugsart von Medikamenten und Produkten. 57 % der Patient:innen nutzen ausschließlich rezeptfreie Mittel im Rahmen der Selbstmedikation. 24 % beziehen ausschließlich rezeptpflichtige Medikamente. 19 % nutzen sowohl rezeptpflichtige als auch rezeptfreie Produkte. Basis: n = 98, Angaben in Prozent. Quelle: APOkix, Juni 2026, IFH KÖLN.

Daten und Grafiken aus dieser Pressemitteilung dürfen nur im Rahmen journalistischer oder redaktioneller Zwecke genutzt werden. Die werbliche und kommerzielle Nutzung sowie Aufbereitung für eine vertragsbasierte Weitervermarktung sind untersagt. Dies gilt insbesondere für Statistikportale.

Über den APOkix

Der Apothekenkonjunkturindex APOkix des IFH KÖLN ist das Stimmungsbarometer im deutschen Apothekenmarkt. In den monatlichen Onlinebefragungen werden Apothekeninhaber:innen zur Einschätzung ihrer aktuellen und erwarteten Umsatzlage befragt. In monatlich wechselnden Zusatzfragen werden zudem aktuelle Marktthemen beleuchtet. Für den APOkix im Juni wurden im Zeitraum vom 01.06.2026 bis zum 14.06.2026 insgesamt 98 Apothekeninhaber:innen online befragt. Die APOkix-Teilnehmer:innen stammen aus dem gesamten Bundesgebiet und repräsentieren sowohl größere als auch kleinere Apotheken, wie auch Apotheken in städtischen und ländlichen Gebieten. Die aktuelle Befragung wirft einen Blick auf die Medikamentenabgabe in der Pollen- und Allergiesaison in Apotheken und deren Entwicklung. Der APOkix wird unterstützt von der NOWEDA eG Apothekergenossenschaft und dem Deutschen Apotheker Verlag.

Die aktuellen APOkix-Ergebnisse können im Shop des IFH KÖLN kostenfrei heruntergeladen werden.

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