Über Uns

User login

0,00 € *
Blog

Blog

Zeit des Brückenschlagens hat begonnen

Dr. Eva Stüber Carolin Leyendecker | Datum: 10.02.2020

Die Digitalisierung treibt unerbittlich zum Wandel an: Händler, die nicht Opfer des Ladensterbens werden möchten, befinden sich in mehr oder weniger intensiven Transformationsprozessen. Digitale Fähigkeiten, die Start-ups häufig von Natur aus in ihrer DNA haben, müssen dabei von den meisten traditionellen Unternehmen erst hart erarbeitet werden. Doch im Kampf um digitale Talente ist der Handel durch das oftmals schlechte Arbeitgeberimage zusätzlich gefordert. Die Antwort der REWE Group hierauf lautete vor fünf Jahren: REWE digital. Zeit, das Handeln und Wirken der REWE-Tochter in Sachen Kultur und Innovation – auch für den Konzern – einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

War for Talents: REWE digital setzt auf vielfältige Anreize

Um Innovationen durchzusetzen, müssen häufig nicht nur neue Wege beschritten, sondern auch neue Umgebungen geschaffen werden. Um ein dynamisches Arbeitsumfeld für die Gestaltung der digitalen Zukunft zu schaffen, wird bei REWE digital neben „Start-up-Selbstverständlichkeiten“ wie Industriecharmebüros, Mittagssport und regelmäßigen Get-together, viel investiert, um ein attraktiver Arbeitgeber für digitale Talente zu sein. Passend für einen Player im Lebensmittelbereich dreht sich auch hierbei viel um das Thema Essen: Großen Anklang unter Mitarbeitenden findet beispielsweise eine eigens programmierte App, um sich „blind“ mit Kolleg*innen zum Mittagessen zu verabreden und so immer wieder neue Leute kennenzulernen – bei mittlerweile über 600 Mitarbeitenden keine Selbstverständlichkeit mehr. Über eine weitere App kann bequem der Rabatt für die Restaurants in der Umgebung geltend gemacht werden. Ein modernes Arbeitsumfeld und attraktive Zusatzleistungen sind wichtige Faktoren für REWE digital, um, gepaart mit dem Gehalt, ein gutes Gesamtpaket zu kreieren.

Gemeinsam die digitale Zukunft des Handels gestalten

Zentraler Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit bei REWE digital sind Unternehmensidentität und Werte. Was uns gut gefallen hat: Anpassungsfähigkeit wird dabei großgeschrieben. So wurde nach drei Jahren die Weiterentwicklung der Unternehmensidentität als ein großes Identitäts-Purpose-Projekt mit allen Mitarbeitenden umgesetzt, um einen neuen Rahmen für das eigene Unternehmenshandeln zu definieren. Entsprechend der wichtigsten Werte – Eigenverantwortung und Vertrauen – wurde hierbei auch die Rolle der Führungskräfte neu definiert. Feedbacks und Collaborations stehen heute im Zentrum der Zusammenarbeit – kein Platz also für Vorgesetzte im Elfenbeinturm. Anstelle jährlicher Feedback-Gespräche mit Vorgesetzten ist als Basis ein Peer-Feedback gerückt, welches von den Mitarbeitenden begeistert aufgenommen wurde. Talents im Mittelpunkt – dies wird auch beim Summer-Camp und „MySession“ (der internen Akademie) gelebt: Kompetenzen werden von Kolleg*innen an Kolleg*innen weitergegeben, der Austausch gefördert und somit die Kraft des Schwarms genutzt.

Innovationen ins Unternehmen treiben

Diese Aktivitäten machen nicht nur Spaß, sondern zahlen auch auf den Auftrag von REWE digital innerhalb der REWE Group ein: Die strategischen Onlineaktivitäten zu bündeln und Innovationstreiber zu sein. Im Anschluss an den Aufbau des REWE-Onlineshops sowie der Gründung von ZooRoyal und der Weinfreunde fokussiert sich REWE digital aktuell vor allem darauf, Innovationen stärker zu formalisieren und in Zusammenarbeit mit den einzelnen Vertriebslinien voranzubringen. Verantwortlich hierfür ist ein eigenes Innovationsteam mit großen Freiheiten: „Wir kennen die konkreten Ziele bei innovativen Projekten anfangs nicht immer, haben daher große Freiheiten in unserem Team und wahren uns so die Chance, Neues zu entwickeln. So spielerisch das klingt, am Ende müssen wir natürlich trotzdem Ergebnisse liefern. Das sind dann Papers oder Analysen, auf deren Grundlage wir gemeinsam mit anderen Einheiten das weitere Vorgehen bewerten und entscheiden können“, sagt Frank Schmitz, Innovationsmanager bei REWE digital. „Um sich nicht in Herausforderungen zu verrennen, arbeiten wir nach der Prämisse "Fail-Fast". Wir gehen das schwerste Problem zuerst an. Das spart Ressourcen, falls wir herausfinden, dass die Aufgabe technologisch noch nicht auf dem von uns gewünschten Niveau zu bewerkstelligen ist.“ Von großem Vorteil für das Team ist, dass, neben der generell großen Offenheit der Digitaleinheit, weitere Formate wie die „Drohnen-AG“ oder die „Hackweek“ klar auf das Thema Innovation einzahlen. Zudem stimmt die Infrastruktur: Eigene Labs für User Tests und Entwicklerkompetenzen im Innovationsteam fördern eine schnelle Umsetzung.

Wegbereiter und Wegbegleiter der Digitalisierung der REWE Group

Die Fokusthemen aktuell lauten: Computer Vision, Robotic und Blockchain – die Zukunft möchte schließlich gestaltet werden. Doch auch das Hier und Jetzt profitiert. Gleich mehrere „Abfallprodukte“ wurden bereits als Use Cases umgesetzt. So konnten beispielsweise Produktbilder im Onlineshop ohne großen Aufwand automatisiert nach Siegeln, die durch Gesetzesänderungen nicht mehr ohne Weiteres online abgebildet werden dürfen, abgesucht werden, anstatt diese „händisch“ in wochenlanger Sucharbeit von Werkstudierenden identifizieren zu lassen. Auch werden digitale Lösungen gerne einmal „spontan“ und schnell entwickelt, weil das Team etwas ausprobieren wollte. Ein Beispiel dafür: Die REWE Voice-Anwendung. Von der Idee bis zum Launch vergingen einer „Drei-Mann-Task Force“ sei Dank nur wenige Tage bis die Kund*innen ihre Einkaufsliste per Sprache steuern konnten.

Stichwort Geschwindigkeit: Tempo war zu Beginn Hauptfokus von REWE digital. Hierfür war das eigenständige Agieren – relativ losgelöst von den Group-Tätigkeiten – entscheidend. Das ändert sich aktuell. REWE digital sei in der Zeit „des Ausschwirrens und Befruchtens“ angekommen, so REWE-Vize Jan Kunath. Und dieser Austausch sei von beiden Seiten gewünscht. Martina Stolz, Leitung der HR Einheit People Development & Learning bei REWE digital: „Die Welten müssen sich angleichen, wertschätzen und respektieren. Dazu müssen sich alle bewegen, denn keiner ist allwissend.“ So sind gemeinsame Projekte zu Personalentwicklung und Führung in der Umsetzung und insbesondere der Wechsel von Angestellten zwischen Group und Digital und anders herum immer häufiger. Der größte Coup des Brückenschlags zwischen den beiden Welten bisher: Die Integration des digitalen Marketings in die bestehende Organisation im Januar 2018. Zusammen bilden sie jetzt unter Führung von REWE digital Marketingchef Dr. Johannes Steegmann das Gesamtmarketing. Neue Handlungsspielräume und neue Impulse sollten so für alle Beteiligten erschlossen werden. Natürlich lief nicht alles reibungslos – allein die Umstellung auf eine andere IT-Infrastruktur brachte Herausforderungen mit sich. Doch bereits nach einem Jahr profitieren alle Bereiche von der Weiterentwicklung. Empfehlung: Weiter so!