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Warum strukturierte Produktdaten für den E-Commerce grundlegend sind – Interview mit ECC-Club-Mitglied Josef Willkommer von TechDivision

Autorin: Julia Meier | Datum: 20.04.2020

Josef Willkommer, Geschäftsführer von TechDivision

In Zeiten von Multi- und Omni-Channel-Commerce ist Datenmanagement wichtiger, als je zuvor. Optimalerweise können aus einer Datenbank die unterschiedlichsten Kanäle, wie Webshop, App oder Print-Unterlagen, bedient werden. Wir haben deshalb mit Josef Willkommer, Geschäftsführer von TechDivision, über die Vorteile und die Notwendigkeit von Produktinformationsmanagement gesprochen. Außerdem erzählt er uns, warum TechDivision bereits seit Jahren Mitglied im ECC-Club ist.

 

„Data makes the deal“ – unter diesem Titel habt ihr bereits 2013 einen Artikel zur Notwendigkeit von Produktinformationsmanagement (PIM) veröffentlicht. Warum ist dieses Thema in euren Augen so wichtig?

In der täglichen Praxis erleben wir es extrem häufig, dass sich Unternehmen, egal ob aus dem B2C- oder B2B-Umfeld, inzwischen zwar über die Wichtigkeit digitaler Vertriebskanäle im Klaren sind, allerdings das Thema gepflegter und umfassender Produktdaten nicht oder nur in sehr begrenztem Umfang auf der Agenda haben. Unternehmen haben in der Regel ein ERP-System, das häufig auch schon seit vielen Jahren im Einsatz ist und quasi das Herzstück und die zentrale Datenbasis darstellt. In sehr vielen Fällen ist es jedoch so, dass in solchen Systemen Produktdaten insbesondere für digitale Kanäle mit entsprechenden Ausprägungen nicht oder nur sehr unzureichend gepflegt wurden. In der Konsequenz sind dann beispielsweise benötigte Attribute für Filter in einem Onlineshop nicht oder nur unzureichend vorhanden. Gleiches gilt dann häufig auch für Beschreibungstexte und weitere Daten und Informationen wie Bilder, Videos und PDFs.

Nur vernünftige und umfassende Produktdaten sorgen für die notwendige Sichtbarkeit im Web, eine entsprechende Produktpräsentation und somit für bestmögliche Nutzererfahrung. Dies wiederum erhöht die Kaufabschlüsse und verringert auch die Retourenquote. Daher hat der Titel unseres damaligen Artikels mehr Gültigkeit denn je. Ohne umfassende und gepflegte sowie strukturierte Produktdaten ist Erfolg im E-Commerce gerade in der heutigen Zeit kaum mehr möglich. Es sei denn man ist in der besonderen Situation ein Monopol auf ein entsprechend stark nachgefragtes Produkt zu haben.

Nun könnte man meinen solche bestehenden ERP-Systeme würden für die Verwaltung von Produktstammdaten vollkommen ausreichen. Kannst du erklären, warum dem nicht so ist?

Sehr gute Frage! Das Problem liegt darin, dass ERP-Systeme zwar vieles abbilden können, das Thema Produktdaten hier in den meisten Fällen aber nicht dazu gehört. Der Fokus und die Stärken von ERP-Systemen liegen einfach woanders. Meist bestehen in solchen Systemen zwar grundsätzlich Möglichkeiten entsprechende Produktdaten bis zu einem gewissen Umfang und Komplexitätsgrad zu hinterlegen. Die Krux ist hier nur sehr häufig, dass die Systeme schon länger im Einsatz sind, entsprechend angepasst wurden und die Daten darin auch über die Jahre angewachsen sind. Dabei ist in sehr vielen Fällen keine sinnvolle und akkurate Pflege der Produktdaten erfolgt, weil dies in Zeiten vor dem E-Commerce häufig einfach nicht notwendig war. Die Einführung eines Online-Shops fördert dann sehr häufig ein gewisses “Datenchaos” zu Tage.

Ein PIM System stellt quasi eine unabhängige Datenbank ausschließlich für Produktdaten dar, aus der dann wiederum unterschiedlichste Ausgabekanäle wie z.B. ein Webshop, eine App oder auch Print-Unterlagen bedient werden können. Damit werden die entsprechenden Daten nur einmal zentral eingegeben und gepflegt und können über alle Kanäle und auch Sprachen hinweg verwendet werden. In diesem Zusammenhang haben wir ein kostenloses Whitepaper erstellt, in dem wir nochmal die wichtigsten Fachbegriffe aus diesem Umfeld erläutern sowie die gängigsten System vorstellen.

Die Relevanz von Produktinformationsmanagement-Systemen hast Du nun ausführlich erläutert. Jetzt steht aber bereits die nächste Evolution im PIM-Markt bereit: Product Experience Management (PXM). Was steckt dahinter? Was ist der Mehrwert?

Gerade im Digitalumfeld vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein neues Buzzword geboren wird. Vieles davon verschwindet auch wieder genauso schnell, wie es entstanden ist. Manche Begriffe manifestieren sich jedoch. Das Thema der Nutzererfahrung oder neudeutsch auch „Experience“ ist einer der Begriffe, der aus unserer Sicht weit mehr als nur ein Buzzword ist. Wie bereits eingangs erwähnt, werden Unternehmen online nur dann nachhaltigen Erfolg haben, wenn sie ihren Kunden ein echtes Einkaufserlebnis bieten und hierzu gehört definitiv auch eine entsprechende Produktpräsentation. Einladende Beschreibungstexte, umfassende Attribute, Bilder, Videos sowie weitere ergänzende Informationen. Diese lassen sich strukturiert und effizient über ein PIM System abbilden. Insofern kann man bei Product Experience Management im Prinzip von der Weiterentwicklung bzw. der nächsten Stufe des Product Information Managements sprechen, bei der insbesondere die immer unterschiedlicheren Kanäle mit deren speziellen Anforderungen im besonderen Maße berücksichtigt werden.

Wieso ist für euch die Mitgliedschaft im ECC Club insbesondere in der Krisenzeit so wichtig?

Wir sind seit vielen Jahre Mitglied im ECC Club, weil das Umfeld und die Plattformen, die der Club bietet, für uns sehr spannend und auch hilfreich sind. Man erhält spannende Einblicke, hilfreiche Kontakte und gerade auch die virtuellen Events sind in der aktuellen Situation enorm hilfreich. Gerade in Zeiten wie jetzt ist es aus unserer Sicht umso wichtiger sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Der ECC Club bietet hierfür unterschiedlichste Möglichkeiten. Wir können den Club nur jedem, der im E-Commerce-Umfeld unterwegs ist, wärmstens empfehlen.