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Schnäppchen aus Fernost – Die Anziehungskraft von Wish und Co. – Interview mit Dr. Kai Hudetz und Julia Frings

Autorin: Juliane Steiert | Datum: 17.06.2020

Produkte aus Fernost erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – auch bei deutschen Konsument*innen. Von Kleidung bis Elektronik ist auf Marktplätzen wie Wish oder AliExpress alles zu finden. Es häufen sich jedoch die negativen Berichte: lange Lieferzeiten, mangelnde Qualität und Probleme mit dem Zoll. Worin liegt also der Erfolg dieser Marktplätze? Dieser Frage widmet sich die diesjährige ECC-Club-Studie. Im Rahmen der ECC Webinar Days stellen Dr. Kai Hudetz und Julia Frings am 23. Juni um 16 Uhr ausgewählte Studienergebnisse vor und sprechen über die Anziehungskraft dieser Marktplätze. Wir konnten vorab mit den beiden sprechen und spannende Insights gewinnen.

Marktplätze aus Fernost wie Wish und Co. erobern langsam, aber sicher den deutschen Markt. Wie schlagen sich diese aber im Wettbewerb mit etablierten Platzhirschen wie Amazon oder eBay?

Dr. Kai Hudetz: Wish, AliExpress und Co. haben sich auch in Deutschland etabliert, aber die Wachstumskurven haben sich doch deutlich abgeflacht. Amazon und eBay haben zuletzt – auch bedingtdurch Covid-19 – nochmals erheblich an Umsatz zugelegt. Auf diese beiden Plattformen entfallen deutlich mehr als die Hälfte des gesamten Online-B2C-Volumens in Deutschland. Während Wish und AliExpress im April gut 100 bzw. 400 Millionen Besucher aufwiesen, waren es bei eBay und Amazon 868 Millionen bzw. fast 2,4 Milliarden. Und die beiden Platzhirsche konnten von Covid-19 profitieren und haben in den letzten Wochen und Monaten ihre Reichweite weiter enorm ausgebaut.

Welche Vorteile und Potentiale bieten die neuen Marktplätze gegenüber bereits etablierten Marktplätzen?

Dr. Kai Hudetz: Der wichtigste Treiber ist ganz klar der Preis. Um ein richtiges Schnäppchen zu ergattern, nehmen Käufer*innen lange Lieferzeiten und manchmal auch Qualitätseinbußen in Kauf. Aber auch Inspiration ist ein wichtiger Treiber, denn rund drei Viertel der Konsument*innen stöbern auf solchen Plattformen nach Produkten und suchen dabei Produkte, die nicht jeder hat. Immerhin jede*r vierte Käufer*in sucht aber bei Wish & Co. auch den Nervenkitzel: 28 Prozent der Käufer*innen finden es spannend, nicht zu wissen, ob die bestellten Produkte rechtzeitig oder überhaupt ankommen.

Trotz der großen Beliebtheit wird auch immer wieder Kritik an den Marktplätzen geäußert. Welchen Herausforderungen müssen sich Konsument*innen bei der Bestellung stellen?

Julia Frings: Die neuen Marktplätze haben mit einigen Herausforderungen zu kämpfen, die sicherlich vor allem durch die Herkunft vieler Produkte entstehen: lange Lieferzeiten, mangelnde Qualität oder Schwierigkeiten mit dem Zoll sind da nur ein paar Beispiele. Doch diese Herausforderungen werden in Kauf genommen, solange der Preis stimmt. In diesen Problemen steckt jedoch auch Potential, das die neuen Marktplätze aktuell noch nicht ausschöpfen (können). Denn genau dieses mangelnde Leistungsversprechen stellt Hürden für potenzielle Käufer*innen dar. Wenn es die neuen Marktplätze also schaffen, ihre Customer Experience zu optimieren, können auch sie weitere Kund*innen dazugewinnen.

Trotz der teils heftigen Kritik bestellen immer mehr deutsche Konsument*innen bei Wish und Co. Welche Motive sind dabei zu beobachten?

Julia Frings: Es sind ganz andere Motive zu beobachten als beispielsweise bei Amazon oder eBay. Während es bei den Platzhirschen um klassische Convenience-Aspekte geht, rücken bei den neuen Marktplätzen eher die Schnäppchenjagd und die Inspirationssuche in den Vordergrund. Und die neuen Marktplätze setzen bewusst Instrumente ein, um genau diese Motive anzusprechen. Die Countdowns, die diese Marktplätze oftmals einsetzen, verleiten beispielsweise ein Drittel der Käufer*innen dazu, sofort zuzuschlagen und das Produkt zu kaufen. Aber auch Coupons und Rabatte werden von einem Großteil der Käufer*innen gerne eingesetzt.

Auf welche Insights dürfen sich die Teilnehmer*innen des Webinars besonders freuen?

Dr. Kai Hudetz: Uns geht es ja immer auch darum, spannende Themen mit unseren Webinarteilnehmer*innen zu diskutieren. Viele Teilnehmer*innen haben sicher selbst Erfahrungen mit Wish & Co. gesammelt. Insofern freue ich mich auf viele Fragen und inspirierende Denkanstöße aus dem Teilnehmerkreis!

Julia Frings: Wir haben in der ECC-Club-Studie teils wirklich überraschende Insights gewinnen können, die wir selbst so nicht erwartet hatten. Für mich persönlich ist dadurch der Hype, der mittlerweile rund um die neuen Marktplätze entstanden ist, etwas besser zu verstehen. Diese Erkenntnisse möchten wir auch den Teilnehmer*innen zeigen.

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