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„Es darf keinen Wettbewerb online gegen stationär geben!“ – Interview mit Retail Hack Partner ROQQIO GmbH

Autorin: Julia Meier | Datum: 20.05.2020

Johannes Schick, Geschäftsführer ROQQIO GmbH

Seit Jahren bezeichnen wir die Kanäle Offline und Online als Kontrahenten und reden über den Wettbewerb dieser beiden. Im Interview mit Johannes Schick, Geschäftsführer unseres Retail Hack Partnerunternehmens ROQQIO GmbH, hat sich nochmal mehr heraus kristallisiert, wo die Potenziale einer Symbiose beider Kanäle liegen können.

Durch die Coronakrise verlagert sich der Handel noch stärker als zuvor in Richtung Onlinekanäle. Welche Chancen siehst du in der Coronakrise trotz allem für den lokalen Einzelhandel?

Ich würde nicht “trotz allem“ sagen, denn für den Einzelhandel ergeben sich Chancen gerade aus der Nutzung von Onlinekanälen – man muss sich nur einmal Services wie Click & Collect, Warenverfügbarkeitsanzeigen oder digitale Regalverlängerungen angucken. Oder die Potenziale, die eine kreative Nutzung der sozialen Medien im stationären Einzelhandel bietet. All diese Maßnahmen erfordern einen Offline- wie Onlinekanal. Wir sollten also aufhören, darin einen Gegensatz zu sehen und an Althergebrachtem festzuhalten, nur weil wir – und damit meine ich die älteren Generationen – es so kennengelernt haben. Es geht im Handel um die clevere Verflechtung, um die Gestaltung neuer Modelle unter Nutzung der Technologien, die das 21. Jahrhundert uns bietet.

Ein Ergebnis des Retail Hacks ist das Ideencluster “lokales Beratungserlebnis im Digitalzeitalter”. Vor allem zwei Faktoren scheinen hierbei noch ausbaufähig zu sein: Convenience und Auswahl. Wie können sich Händler deiner Meinung nach zukünftig, aber auch kurzfristig, aufstellen, um dem Wettbewerb online gegen stationär hinsichtlich dessen Stand zu halten?

Wie gesagt, es darf keinen Wettbewerb online gegen stationär geben. Viele stationäre Händler haben während des Corona-Lockdowns gezeigt, dass sie willens und fähig sind, kurzfristig Maßnahmen zu ergreifen, die sie in der Onlinewelt sichtbar gemacht haben. Beispiele hierfür sind die Produktpräsentation und Kommunikation über Instagram sowie die Beratung und Bestellung per WhatsApp.

Die Erfahrungen der letzten Wochen sollten jetzt analysiert werden. Für die Zukunft ist es dann wichtig, eine Strategie zu entwickeln, die den stationären Handel und den digitalen Commerce umfasst und dabei die gewachsenen Kundenanforderungen nach Convenience und Auswahl berücksichtigt. Wie das genau aussehen wird, wird sich je nach Branche und Händler unterscheiden. Denn: Die Möglichkeiten der Gestaltung sind vielfältig. Und gerade das ist so spannend.

Was ist dein persönliches Fazit zum Retail Hack?

Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass es ein Verständnis dafür gibt, dass sich die Dinge ändern müssen. Sie zeigen auch, dass es eine Vielzahl vielversprechender Ideen gibt, wie der Handel künftig aussehen sollte und wie der Wandel gelingen kann. Das Momentum ist da! Nun ist es wichtig, dass der stationäre Handel konkrete Maßnahmen ergreift, um Alles, wirklich Alles auf den Prüfstand zu stellen und eine Neuausrichtung vorzunehmen. Ein „Weiter so“ wird es nicht mehr geben.