Fachkräftemangel belastet Apotheken weiterhin stark, vor allem auf dem Land. Mitarbeitergewinnung und -bindung nicht nur, aber auch eine Geldfrage. Teilzeitarbeit als Erfolgsfaktor. Konjunkturindizes weiter schwach.
Der Fachkräftemangel bleibt in Apotheken weiterhin ein großes Thema und ist besonders auf dem Land spürbar. Das macht die aktuelle Ausgabe des Apothekenkonjunkturindex (APOkix) deutlich: Insgesamt zeigen sich 80 Prozent der befragten Apotheken vom Fachkräftemangel betroffen. Besonders stark spürbar ist er in rund jeder vierten Landapotheke (26 %) und gut jeder achten Stadtapotheke (12 %). Vor allem PTA und Approbierte werden in Apotheken gesucht – und oftmals nicht gefunden: In rund jeder zweiten Apotheke (52 %) verlief die Suche nach PTA im letzten Jahr nur teilweise oder gar nicht erfolgreich. Bezogen auf Approbierte galt dies für 42 Prozent der suchenden Apotheken. Teilzeitarbeit wird – entgegen der aktuellen politischen Debatte – überwiegend positiv bewertet: 95 Prozent der Apothekeninhaber:innen geben an, ohne Teilzeitarbeitskräfte den Betrieb ihrer Apotheken nicht aufrechterhalten zu können.
Begünstigende Faktoren und Hürden bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung
Die meisten Befragten erachten Faktoren wie Wertschätzung und Führungsstil (92 %), Apothekenteam/Arbeitsklima (89 %) sowie Grundgehalt (79 %) als äußerst oder sehr wichtig für die Mitarbeitergewinnung und -bindung. Bei Letzterem sehen sich acht von zehn (84 %) gezwungen, deutlich über Tarif zu zahlen, um Stellen zu besetzen und Mitarbeitende halten zu können. Knapp zwei Drittel (63 %) geben jedoch an, sich dies kaum mehr leisten zu können. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Bewerber:innen am Wochenende oder abends nicht arbeiten möchten (80 %). Ursächlich für die hohen Ansprüche der Bewerber:innen ist unter anderem der zunehmende Wettbewerb mit Arbeitgebern aus anderen Bereichen (Industrie, Krankenhäuser, Krankenkassen u. ä.), von dem 83 Prozent der Befragten berichten.
Teilzeitarbeit wird als wichtiger Erfolgsfaktor erachtet
Von über drei Viertel der Befragten (77 %) wird Teilzeitarbeitszeitmodellen und flexiblen Arbeitszeiten eine hohe Bedeutung für die Mitarbeitergewinnung und -bindung beigemessen. 78 Prozent sehen als Anlass für Teilzeitbeschäftigung in ihren Apotheken triftige Gründe wie etwa eine Kinderbetreuung und weniger einen sogenannten Lifestyle. Darüber hinaus ist für 85 Prozent Teilzeitarbeit ein geeignetes Instrument, um Mitarbeitende über das Renteneintrittsalter hinaus weiter zu beschäftigen. Insgesamt finden knapp drei Viertel (72 %), dass ein eingeschränktes Recht auf Teilzeit den Fachkräftemangel in Apotheken eher verstärken würde als diesen zu verringern.
Konjunkturindizes weiter schwach
Im März zeigt sich bei den Konjunkturindizes weiter keine Erholung: Der Index zur Beurteilung der aktuellen Geschäftslage liegt unverändert gegenüber dem Vormonat bei 61,9 Punkten. Die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate sinken im März um 6,2 auf 47,8 Punkte.
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Über den APOkix
Der Apothekenkonjunkturindex APOkix des IFH KÖLN ist das Stimmungsbarometer im deutschen Apothekenmarkt. In den monatlichen Onlinebefragungen werden Apothekeninhaber:innen zur Einschätzung ihrer aktuellen und erwarteten Umsatzlage befragt. In monatlich wechselnden Zusatzfragen werden zudem aktuelle Marktthemen beleuchtet. Für den APOkix im März wurden im Zeitraum vom 03.03.2026 bis zum 15.03.2026 insgesamt 113 Apothekeninhaber:innen online befragt. Die APOkix-Teilnehmer:innen stammen aus dem gesamten Bundesgebiet und repräsentieren sowohl größere als auch kleinere Apotheken, wie auch Apotheken in städtischen und ländlichen Gebieten. Die aktuelle Befragung nimmt den anhaltenden Fachkräftemangel und die Bedeutung von Teilzeitarbeit in den Fokus. Der APOkix wird unterstützt von der NOWEDA eG Apothekergenossenschaft und dem Deutschen Apotheker Verlag.
Die aktuellen APOkix-Ergebnisse können im Shop des IFH KÖLN kostenfrei heruntergeladen werden.






