Physische Touchpoints gewinnen in einer zunehmend digitalen Kommunikationswelt wieder stark an Bedeutung. Warum Canon den IFH MEDIA DAY seit Jahren begleitet und in diesem Jahr als Platinpartner dabei ist, wie Print kanalübergreifende Kampagnen verstärkt, warum echter Dialog in der Branche entscheidend ist und welche Chancen Programmatic Printing für Marken und Handel eröffnet? Darüber haben wir im Interview mit Markus Naegeli, Geschäftsführer Canon Deutschland und Canon Schweiz, gesprochen.
Canon ist Platinpartner des IFH MEDIA DAY im November. Wie ist diese Partnerschaft entstanden – und was hat euch davon überzeugt, den IFH MEDIA DAY in dieser Form und auf diesem Level zu begleiten?

Wir besuchen den IFH MEDIA DAY seit Beginn und schätzen die inhaltliche Relevanz sowie den offenen Austausch in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen in Werbung und Marketing. In einer Phase grundlegender Neuorientierung von Marketing und Kommunikation braucht es Plattformen, die nicht nur Trends diskutieren, sondern echten Austausch ermöglichen. Für uns ist der kontinuierliche Dialog mit der Branche zentral: Nur wer nah an Werbetreibenden, Marktanforderungen und technologischen Entwicklungen bleibt, kann relevante Impulse setzen. Print spielt dabei eine entscheidende Rolle. Als physisches Medium schafft es Aufmerksamkeit, Vertrauen und ein multisensorisches Markenerlebnis, das digitale Kanäle allein nicht erreichen. Trotz klarer Signale für einen „Shift back to physical“ wird die strategische Relevanz moderner Drucktechnologien jedoch noch nicht überall ausgeschöpft. Genau hier setzen wir an: Wir geben Orientierung, zeigen Erfolgsbeispiele auf und entwickeln gemeinsam Lösungen. Die Partnerschaft ist für uns daher ein Bekenntnis zum echten Dialog zwischen Marken, Dienstleistern und Technologiepartnern.
Welche Mehrwerte siehst du in der Zusammenarbeit rund um den IFH MEDIA DAY konkret – sowohl für Canon als Technologie- und Innovationspartner als auch für Marken, Medienhäuser und Entscheider:innen, die das Event besuchen?
Die Zusammenarbeit rund um den IFH MEDIA DAY bietet für alle Beteiligten einen inhaltlichen Mehrwert, weil sie unterschiedliche Perspektiven entlang der Wertschöpfungskette zusammenführt. Canon bringt seine technologische Expertise ein, insbesondere an der Schnittstelle von digitaler und gedruckter Kommunikation. Für Medienhäuser und Marken wird dadurch nachvollziehbar, wie datenbasierte Printlösungen in bestehende digitale und kanalübergreifende Konzepte eingebunden werden können. Der IFH MEDIA DAY ist dabei eine ideale, offene Plattform, um den eigenen Ansatz im Kontext aktueller Markt- und Forschungserkenntnisse zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig profitieren Besucher:innen des Events von praxisnahen Einblicken in die Rolle von Print in datengetriebenen Kommunikationsstrategien – unter dem Motto „Elevate Customer Journeys with Performance Print“ zeigen wir, wie Print kanalübergreifende Kampagnen messbar verstärkt. Der Austausch zwischen Technologieanbietern, Anwendern, Medien und Entscheider:innen fördert ein gemeinsames Verständnis für wirksame Omnichannel-Ansätze.
Canon blickt auf eine lange und bewegte Unternehmensgeschichte zurück. Welche Entwicklungen oder strategischen Weichenstellungen waren aus deiner Sicht besonders prägend für Canons heutige Rolle im Kommunikations- Print- und Marketingumfeld?
Canon ist selbst eine starke Marke, entsprechend ist Markenführung ein zentraler Bestandteil unserer Strategie. Unser Kernthema „Imaging“ verstehen wir ganzheitlich entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Aufnahme über die Datenverarbeitung bis zur Produktion. Entscheidend ist die Integration von Daten, Software und Technologien. So entsteht individualisierte Kommunikation, die in Breite und Tiefe wirkt – vom personalisierten Mailing bis zu flexibel produzierten POS-Materialien. In einer Zeit zunehmender Mass Customization werden datengetriebene, automatisierte, verlässliche Prozesse zum Erfolgsfaktor: Sie steigern Relevanz, verkürzen die Time-to-Market, reduzieren Fehler und steigern Conversion Rates. Unsere langjährige Zusammenarbeit mit Handels- und Markenunternehmen hat uns ein tiefes Verständnis für die Anforderungen moderner Werbekommunikation vermittelt. Dieses Wissen bringen wir aktiv in den Dialog mit der Branche ein und entwickeln es gemeinsam kontinuierlich weiter.
Der Medien- und Marketingmarkt befindet sich aktuell im starken Wandel. Welche Top-Themen beschäftigen Canon derzeit besonders – und wo siehst du die größten Chancen an der Schnittstelle von Technologie, Daten und wirkungsvoller Kundenkommunikation?
Digitale Reichweite allein reicht heute nicht mehr aus, um Aufmerksamkeit zu erzielen. Der Trend ist klar: die Rückkehr physischer Touchpoints, eingebettet in orchestrierte Omnichannel-Strategien. Marken, die sich zeitweise von Print entfernt haben, integrieren gedruckte Elemente nun wieder bewusst in ihre Kundenkommunikation. Der Grund ist einfach: Im überfrachteten digitalen Markt wird Aufmerksamkeit zur knappen Ressource. Physische Elemente machen hier den Unterschied. Sie erzeugen Präsenz, Vertrauen und bleiben im Gedächtnis. Datengetriebene Einblicke ermöglichen eine präzise Zielgruppenansprache, moderne Technologien automatisieren Prozesse und schaffen Skalierbarkeit, und Print bringt diese Kommunikation als hochwertiges, emotionales Erlebnis zum Kunden. Wenn Marken, Dienstleister und Technologiepartner ihre Anforderungen und Ideen zusammenbringen, lassen sich integrierte Kampagnen über die gesamte Kundenkommunikation entwickeln, die nicht nur Reichweite erzielen, sondern Wirkung entfalten.
Programmatic Printing gilt als spannender Hebel für personalisierte, datengetriebene Kommunikation. Kannst du einen Use Case aus der Praxis teilen, der besonders gut zeigt, welches Potenzial in diesem Ansatz steckt?
Ein überzeugendes Beispiel ist unsere Zusammenarbeit mit POCO. Sie zeigt, wie Print in der Praxis echten Mehrwert schafft. Dafür setzt POCO auf individualisierte Printanwendungen entlang der gesamten Customer Journey, von Wallpaper, Window und Floor Graphics über POS-Signage bis hin zu Interior-Dekoren. Das Ergebnis: Print schafft gezielte Impulse, die Kundinnen und Kunden aktiv in Filialen führen, sorgt für überraschende, inspirierende Momente vor Ort und unterstreicht zugleich die Stärke unseres Portfolios für Retail, POS, Wayfinding und Out‑of‑Home. Der Use Case macht deutlich, welches Potenzial in Programmatic Printing steckt: Print wird vom statischen Werbeträger zum strategischen Bestandteil innovativer, kanalübergreifender Markenkommunikation. Entscheidend ist die intelligente Verbindung von Daten, Technologie und Kreativität. So entstehen Anwendungen, die den Anforderungen des modernen Handels gerecht werden und messbare Ergebnisse liefern.







