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Spannende Projekte aus der IFH Welt
23. Juni 2020Dr. Ralf Deckers

Die Stimmung in Deutschland beginnt zu kippen. Woche für Woche stieg das Stimmungsbarometer der Deutschen. Ängste und Angespanntheit sind kontinuierlich abgeflaut. Man fing an, sich zurückzulehnen und zu entspannen. Aktuell jedoch greifen Unsicherheit und auch Gereiztheit um sich, so die neuesten Ergebnisse des Consumer Corona Check, den das IFH in Kooperation mit Sitecore und exc.io durchführt.  

Die Geduld scheint vielerorts erschöpft. Auflagen wollen nicht mehr hingenommen werden. Eine klare Perspektive formuliert sich für viele nicht: Das Ende der Krise scheint ebenso ungewiss wie auch Lösungsansätze für drängende Probleme.

Die Stimmung geht schnell in den Keller. Entsprechend verhalten ist auch die Lust am Einkauf. Die Frequenz in den Geschäften ist noch lange nicht wieder auf Vor-Krisen-Niveau. Zurzeit hat immer noch ein Viertel der Konsument*innen kein Geschäft aufgesucht. Dies ist zwar eine deutliche Reduzierung gegenüber der letzten Befragung vor gut einem Monat. Aber ein relevanter Anteil der Kundschaft verweigert immer noch den Gang in das Geschäft. Hinzu kommt, dass die Mehrheit, nämlich 60%, nur eher wenige und nur ausgesuchte Läden besucht. Und vor Ort steht vor allem die gezielte Produktsuche im Vordergrund. Inspiration, persönliche Beratung rangieren deutlich nachgeordnet. Die Zeit hierfür scheint noch nicht gekommen. 

Gleichzeitig hat der Onlinehandel deutliche Zugewinne für sich verbuchen können. Woche für Woche wurden mehr Einkäufe aus dem stationären in den Onlinekanal verschoben. Im Rahmen unserer Corona-Checks konnten wir den Trend empirisch nachverfolgen und bestätigen. Auch aktuell kann der Onlinehandel punkten: 30% der Kundinnen und Kunden sind kürzlich zumindest teilweise auf Onlinekäufe umgestiegen - eine beachtliche, wenn auch gegenüber dem letzten Check leicht reduzierte Größe. 

Aber: Ob nun stationär oder online eingekauft wird, die Frage stellt sich, wie die Kund*innen aus dem Stimmungskeller herauskommen. Die Bundesregierung hat als Stimmungsaufheller eine Absenkung der Mehrwertsteuer beschlossen. Viel „Wumms“ soll damit erzeugt werden. Die meisten Verbraucher sehen die angekündigte Maßnahme allerdings skeptisch. Sie bezweifeln, dass sie sich wirklich positiv in ihrem täglichen Einkauf bemerkbar macht. Nur etwas mehr als jeder Zehnte jubelt und plant schon einmal eine größere Anschaffung. 

Viele Kunden träumen allerdings vom Einkauf ohne Maske. Etwa die Hälfte würde sich, vom Mund-Nase-Schutz befreit, zum Bummeln und Stöbern verleiten lassen. Man wird ja noch mal träumen dürfen …

 

Bildnachweis: © Benoit Daoust Shutterstock

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