Neue Studie zeigt: Befragte sehen großes Potenzial in Autonomous Commerce – sowohl für effizientere interne Prozesse als auch bessere Kundenerlebnisse. Technologische Komplexität, Datenschutz und Mitarbeiterakzeptanz als Haupthürden gesehen. Befähigungen durch Schulungen, transparente Kommunikation und praxisnahe Unterstützung als entscheidend für Digitalisierungserfolg erachtet.
Mit der zunehmenden Nutzung von Assisted-Shopping-Lösungen wie ChatGPT und dem bevorstehenden Einsatz KI-gestützter Einkaufsagenten stellt sich für den B2B-Handel längst nicht mehr die Frage ob, sondern wann Autonomous Commerce zum Standard wird. Für viele Unternehmen ist dies die logische Weiterentwicklung des digitalen Handels – hin zu intelligenten, selbstoptimierenden Beschaffungs- und Serviceprozessen. Doch die gemeinsame Studie „Autonomous Commerce – Ein Fitness-Programm für den (B2B und B2C) Handel“ von IFH KÖLN und novomind zeigt: Der Markt tastet sich noch an dieses Thema heran. Die dafür befragten 200 Unternehmen (B2B und B2C) erkennen darin große Potenziale – insbesondere im B2B, wo 49 Prozent deutliche Effizienzgewinne bei internen Abläufen erwarten. Auch kundenseitige Verbesserungen wie ein optimierter Bestellkomfort (56 % insgesamt; B2B: 52 %, B2C: 65 %) stehen weit oben auf der Agenda. Andererseits zeigt sich aber auch eine erhebliche Orientierungslücke: Nur rund ein Drittel der Befragten (34 %) weiß genau, was Autonomous Commerce umfasst. Die Mehrheit nähert sich dem Thema noch über Einzelaspekte wie automatisierte Einkaufs- und Nachbestellentscheidungen durch KI (48 %).
„Viele Unternehmen erkennen das Potenzial von Autonomous Commerce, aber die meisten stehen erst am Anfang eines Lernprozesses. Wir sehen deutlich: Der Handel tastet sich Schritt für Schritt an diese neue Stufe der Digitalisierung heran. Entscheidend wird sein, früh die richtigen Grundlagen zu legen – damit aus ersten Experimenten echte Wettbewerbsvorteile entstehen“, erklärt Ralf Deckers, Bereichsleiter Strategic Insights & Analytics, IFH KÖLN.
Technologische Komplexität, Datenschutz und fehlende Akzeptanz als Haupthürden
Ein großer Teil der Unternehmen sieht die technologische Komplexität (44 %; B2B: 47 %, B2C: 35 %) und den Datenschutz (43%; B2B: 39 %, B2C: 49 %) als Haupthürden bei der Einführung von Autonomous Commerce an. Als weitere werden fehlendes Know-how von 41 Prozent (B2B: 45 %; B2C: 31 %), regulatorische Unsicherheit von über einem Drittel (35 %) und fehlende Akzeptanz bei Mitarbeiter:innen von 33 Prozent (B2B: 38 %; B2C: 23 %) genannt. Dabei zeigt sich bei B2B und B2C eine teilweise deutlich unterschiedliche Gewichtung je nach Hürde.
„Zahlreiche Hürden bremsen das Zukunftsthema Autonomous Commerce in den Unternehmen noch aus. Die größten liegen weniger in der Technik als in Strukturen, Ressourcen und Mentalität. Der Wissensstand zu Autonomous Commerce unter den Unternehmen ist eher heterogen, das Potenzial für den zukünftigen Unternehmenserfolg aber riesig. Das zeigt auch die hohe Dynamik, die das Unterthema ‚Agentic Commerce‘ gerade im Markt entwickelt. Um sich in dem Bereich besser aufzustellen, sehen wir außerdem, dass sich viele Unternehmen Unterstützung bei der Umsetzung von Autonomous Commerce wünschen“, so Markus Rohmeyer, CPO bei novomind.
Niedrigschwellige Schulungen und strategische Beratung durch Dienstleister für erfolgreiche Digitalisierung
Um den Digitalisierungsprozess in ihren Unternehmen erfolgreich voranzutreiben, findet knapp die Hälfte der Befragten (47 %) niedrigeschwellige Schulungsformate und Weiterbildungen besonders geeignet dafür. Weitere Maßnahmen sind eine transparente und emotional gestaltete Change-Kommunikation (39 %) und digitale Patenschaften und Peer-Learning-Formate (38 %), um Mitarbeiter:innen beim Digitalisierungsprozess mitzunehmen. Auch von Dienstleistern wünschen sich die Unternehmen, neben den eigentlichen Services, vor allem Schulungen und Befähigungen (60 %), Datenstrategie (58 %) und Business-Case-Entwicklung (56 %) auf dem Weg zum Autonomous Commerce.
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Über die Studie
In Zusammenarbeit mit novomind hat das IFH KÖLN die Studie „Autonomous Commerce - Ein Fitness-Programm für den (B2B und B2C-) Handel“ durchgeführt, um das Verständnis von Autonomous Commerce und die Bewertung unter Händlern zu analysieren. Zudem wird erfragt, welche Hürden die Unternehmen im Digitalisierungsprozess und bei der Implementierung von Autonomous Commerce sehen und welche Hilfen sie als relevant erachten. Dafür wurden 200 Entscheider:innen (B2B und B2C) aus dem Einzelhandel, Großhandel sowie Hersteller befragt. Zusätzlich wurden 4 Tiefeninterviews (je 40 Minuten) mit Expert:innen durchgeführt.
Die komplette Studie kann im Shop des IFH KÖLN heruntergeladen werden.
Über das IFH KÖLN
Als Brancheninsider liefert das IFH KÖLN Informationen, Marktforschung und Beratung zu handelsrelevanten Fragestellungen rund um eine erfolgreiche Gestaltung der Zukunft und der Entwicklung passender Geschäftsmodelle. Das IFH KÖLN ist erster Ansprechpartner für unabhängige, fundierte Daten, Analysen und Strategien, die Unternehmen und Handelsstandorte erfolgreich und zukunftsfähig machen. Durch die Betrachtung von Märkten, Kunden und dem Wettbewerb, bietet das IFH KÖLN einen 360°-Blick für die Strategieableitung bei handelsrelevanten Themen. In maßgeschneiderten Projekten werden Kunden bei strategischen Fragen rund um Digitalstrategien, bei der Entwicklung neuer Märkte und Zielgruppen oder bei Fragen der Kanalexzellenz unterstützt. Mit der Tochtermarke ECC KÖLN ist das IFH KÖLN seit 1999 im E-Commerce aktiv und widmet sich dem Community- und Knowhow-Transfer für die Digitalisierung im Handel.
Weitere Informationen unter www.ifhkoeln.de
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