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Innenstadtbeledung

Auch Innenstädte in Deutschland sind von Digitalisierung und Strukturwandel betroffen. Die Funktionen der Standorte wandeln sich und die Ansprüche der Besucher*innen steigen kontinuierlich. Deshalb untersucht Deutschlands größte Untersuchung zur Innenstadtattraktivität „Vitale Innenstädte 2020“ erneut, welche Faktoren die Attraktivität einer Innenstadt beeinflussen und wie Stadtzentren den Ansprüchen und Erwartungen der Innenstadtbesucher*innen im digitalen Zeitalter gerecht werden können. Unser Kollege Nicolaus Sondermann erklärt den Ablauf der diesjährigen Erhebung und erklärt, warum es genau jetzt wichtig ist, Stärken und Schwächen von Standorten zu analysieren.

Claus, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst für dieses Interview. Welche Auswirkungen haben Digitalisierung und Strukturwandel auf die deutschen Innenstädte?

Die Innenstädte unterliegen einem permanenten Wandel. War es in der Vergangenheit vor allem die Ausrichtung auf den Einzelhandel, rückt inzwischen eine Verlagerung auch zu anderen Aktivitäten und Nutzungen in den Fokus. Dazu zählt z.B. die Gastronomie, aber auch andere Aspekte wie die Gestaltung der Innenstadt und Veranstaltungen, die dazu beitragen, dass der Aufenthalt für die Besucher*innen attraktiv ist. Der Einzelhandel stellt weiterhin ein wichtiges Element der Innenstädte dar. Es ist aber entscheidend, dass alle Akteure vor Ort gemeinsam und abgestimmt an der Weiterentwicklung arbeiten.

Wie kann die Untersuchung „Vitale Innenstädte“ dabei helfen, Standorte attraktiver zu gestalten?

Die Untersuchung Vitale Innenstädte liefert verlässliche Daten zur Besucherstruktur und Bewertung der Innenstadt aus Sicht der Besucher*innen. Durch die Identifizierung der Stärken und Schwächen der eigenen Innenstadt lassen sich Maßnahmen zur Verbesserung ableiten und Optimierungspotenziale erkennen.

Wie läuft die Erhebung ab? Kannst du uns die einzelnen Schritte – von der Anmeldung bis hin zur finalen Auswertung – schildern?

Die Untersuchung Vitale Innenstädte ist als Passantenbefragung angelegt. Auf der Basis eines einheitlichen, mit den Teilnehmerstädten abgestimmten Fragebogens wird an festgelegten Terminen Ende September/Anfang Oktober deutschlandweit die Befragung vor Ort durch die teilnehmenden Städte oder durch vom IFH vermittelte Interviewer durchgeführt. Im Anschluss daran werden die Fragebögen im IFH zentral ausgewertet. Dabei erhält jede Teilnehmerstadt ein umfangreiches Auswertungspaket mit individuellen Auswertungen der eigenen Interviews, übersichtlich dargestellt in Tabellenform und auch als PowerPoint-Präsentation. Das besondere an der Untersuchung Vitale Innenstädte ist, dass zusätzlich eine – anonyme - Gegenüberstellung mit Vergleichswerten ähnlicher Städte möglich ist. Aufgrund der großen Beteiligung ist es uns möglich, Durchschnittswerte nach Ortsgrößenklassen zu ermitteln, die typische Werte darstellen und somit als Vergleichsgröße geeignet sind. Hinzu kommt ein Benchmarking mit den besten erreichten Werten. Damit kann eine Stadt erkennen, ob bei einzelnen Aspekten noch „Luft nach oben“ besteht.

Dieses Jahr ist das Schwerpunktthema die Visitor Journey. Warum ist es wichtig für Standorte, diese genau zu verstehen?

Bei der Visitor Journey der Innenstadtbesucher*innen geht es nicht nur um die Frage, wie sich die Innenstadtbesucher*innen über die Stadt informieren. Die Fragen gehen noch viel weiter: Angefangen bei Image und Impuls (Wofür steht diese Innenstadt?) über Information (über welche Kanäle informieren sich die Innenstadtbesucher?), den Aufenthalt und das Angebot bis hin zur Bindung (Werden Passanten die Innenstadt an weiterempfehlen?).

Damit ist es zum ersten Mal möglich, den Gesamtprozess der Visitor Journey abzubilden. Dies gibt Hilfestellungen bei der Identifikation von Optimierungspotenzialen der einzelnen Kontaktpunkte.

Die Coronakrise hat auch die Innenstädte beeinflusst. Welche konkreten Auswirkungen hatte sie auf die Stadtzentren und welche Rolle spielt sie in der diesjährigen Erhebung?

Die Coronakrise hat die Innenstädte vor völlig neue Herausforderungen gestellt. Dabei spielte unter anderem vor allem der wochenlange Shutdown des Einzelhandels eine zentrale Rolle. Für die Städte gilt es deshalb jetzt, Kräfte zu bündeln und im Sinne der Innenstädte und ihrer Akteure zu handeln. Die Untersuchung „Vitale Innenstädte 2020“ wird hier einen wichtigen Beitrag leisten. Einige Teilnehmerstädte planen bereits, die Studie dafür einzusetzen, die mittelfristigen Strategien und Maßnahmen nach Corona herzuleiten und basierend darauf zu entscheiden.

Inhaltlich werden zudem Themen aufgegriffen, die gerade in der Coronakrise intensiv diskutiert werden, wie beispielsweise die nachhaltige Relevanz lokaler Onlinemarktplätze und digitaler Kommunikationskanäle.

Warum ist es gerade jetzt wichtiger denn je für Standorte an der Untersuchung „Vitale Innenstädte 2020“ teilzunehmen?

Ziel ist es, mit der Untersuchung geeignete Handlungsempfehlungen abzuleiten und die Attraktivität und Lebensfähigkeit der Innenstädte auf Dauer und jetzt erst recht sicherzustellen. Die Dringlichkeit dieser Untersuchung wurde besonders 2020 erneut deutlich. Erfreulich ist, dass sich bisher schon mehr als 100 Städte bundesweit zur Teilnahme angemeldet haben. Weitere Interessenten werden sicher noch dazu kommen.

Jetzt mit Ihrer Stadt teilnehmen!

Wollen Sie handlungsorientiertes Wissen zur Steigerung der Attraktivität Ihrer Innenstadt? Dann melden Sie sich jetzt an für die „Vitalen Innenstädte 2020“!

Mehr Informationen zur diesjährigen Erhebung erhalten Sie hier.

Bildnachweis: © Adobestock

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