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Spannende Projekte aus der IFH Welt
6. August 2020Boris Hedde

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier forderte in dieser Woche: "Wir müssen Konzepte zur Wiederbelebung der Innenstädte entwickeln. […] Wir wollen verhindern, dass es zu einem Sterben der Geschäfte in den Innenstädten kommt.". Dabei setzt er vor allem auf Digitalisierung, um Einzelhändler zu stärken und das Shoppen und Verweilen für Kund*innen in den Stadtzentren attraktiver zu machen. Richtig so, möchte man zurufen. Die Frage ist nur: Wie?

Auch vor der Coronapandemie wurden lokal vielfach Initiativen mit dem Ziel gestartet, mit Digitalisierung Zukunft zu gestalten und den lokalen Handel im Strukturwandel zu retten. Ich erinnere mich noch an ein Gespräch Anfang des Jahres auf einem der letzten physischen Kongresse. Da hieß es von einem lokalen Entscheider: „Wir starten bei uns jetzt auch die Digitalisierung.“ Auf meine Frage, was den geplant sei, folgte als Antwort: „Wahrscheinlich machen wir eine Stadt-APP oder ein Stadt-Portal mit E-Commerce.“  

Wieder einmal hatten sich offenbar vertriebsstarke Webagenturen in Position gebracht und versprachen mit einer technischen Lösung die Vermeidung der lokalen Verödung und Ermöglichung des Onlinehandels für inhabergeführte, lokale Anbieter.

Aus vielen Projekten, die das IFH Köln begleiten durfte, sind zwei wesentliche Dinge abzuleiten:

  1. Wenn eine Projektidee nicht aus der Sicht der lokalen Besuchergruppen hergeleitet ist, setzt sie nicht direkt an den lokalen Bedarfen an und scheitert oft.
  2. Wenn bei der Einführung einer lokalen Digitalstrategie samt Pilotierung nicht strukturiert ist, wie der nachhaltige Betrieb in Zukunft erfolgen soll, beginnt die Enttäuschung der lokalen Akteure oft schon nach der Pilotierungsphase.

Es wäre wünschenswert, wenn alle Konzepte zur Zukunft auf dem Dreiklang von „Verstehen, Planen Machen“ ansetzen würden. „Verstehen“ heißt die Wünsche und Anforderungen der Besucher*innen und Anwohner*innen zu kennen. „Planen“ bedeutet die Entwicklung von Ideen und Maßnahmen gemeinsam mit den Anspruchsgruppen vor Ort zu erwirken. „Machen“ beinhaltet die Umsetzung von Maßnahmen unter Mitwirkung von Experten, die mit Technologie und lokaler Attraktivitätssteigerung vertraut sind. Nur mit einem solchen Prozess werden Herangehensweisen für Handelsstandorte neu gedacht und nur so bauen neue Wege auch auf den vor Ort anzutreffenden Strukturen auf – beides im Sinne eines nachhaltigen Erfolges.

Am Anfang steht also die Evaluation der lokalen Zielgruppe und ihrer Bedarfe. Als IFH Köln freuen wir uns deshalb, dass mittlerweile über 100 Städte und Kommunen bei der Studie VITALE INNENSTÄDTE 2020 angemeldet sind. Wenn die Interviews vor Ort selbst organisiert werden, beläuft sich der Aufwand für die Teilnehmergebühr auf gerade einmal 1.800 EUR. Damit werden Passanten gefragt, wie diese die Innenstadt bewerten, welche Anforderungen sie an diese haben und so eruiert, welche Erfolgsfaktoren lokal zu bedienen sind. Zusätzlich werden die Ergebnisse mit den Werten von Städten mit gleichen Ortsgrößen verglichen und damit Benchmarking möglich. Mit der Teilnahme an der Studie ist das Thema „Verstehen“ schon einmal aktiv bearbeitet worden.

Wir sind gespannt, welche Städte mit ihren Ergebnissen aus der anstehenden Befragung im September welche neuen Konzepte und im Anschluss welche neuen Maßnahmen entwickeln sowie umsetzen werden.

Denn für alle erfolgreichen Konzepte gilt: Alle Macht geht von Besucher*innen aus! Denn hier finden sich die Lösungen und Ansätze für eine lokal erfolgreiche Zukunft.

Mehr Informationen zu der Erhebung "Vitale Innenstädte 2020" finden Sie HIER.

Bildnachweis: © Adobestock

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