Sommerliche Hitze wird zunehmend zum Gesundheitsthema. Apotheken sehen wachsenden Informationsbedarf und verstehen sich als wichtige Anlaufstelle für Beratung und Aufklärung. Unterstützungsangebote zum Hitzeschutz für Apotheken werden überwiegend positiv bewertet, das Potenzial wird jedoch noch nicht vollständig ausgeschöpft. Geschäftslage und -erwartungen der Apotheken bleiben auf hohem Niveau.
Sommerliche Hitze ist längst kein Ausnahmephänomen mehr. Mit immer häufigeren und intensiveren Hitzewellen wird der Schutz vor hohen Temperaturen zu einer wichtigen Gesundheitsvorsorge im Alltag und auf Reisen. In der aktuellen Ausgabe des Apothekenkonjunkturindex (APOkix) wird die Nachfrage in Apotheken nach Beratung zu Hitze- und Hitzebeschwerden, Produkten für die Reiseapotheke sowie hitzebedingte Arzneimittelrisiken untersucht. Es zeigt sich: Bei knapp einem Viertel (24 %) der Apotheken ist die Beratung zu Hitze und Hitzebeschwerden in den letzten ein bis zwei Jahren gestiegen, bei der Mehrheit (58 %) ist die Nachfrage unverändert, während sie bei 10 Prozent der Apotheken sogar leicht und bei 8 Prozent stark gesunken ist. Bei Produkten und Ratschlägen zum Thema „Reise & Reiseapotheke“ stellt sich die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr bei der Mehrheit der Apotheken (57 %) weitgehend unverändert dar. Jedoch geben knapp ein Drittel (32 %) einen leichten und 8 Prozent einen starken Rückgang an.
Wachsender Informationsbedarf zu hitzebedingten Arzneimittelrisiken
Rund acht von zehn Apotheken (81 %) sehen angesichts zunehmender Hitzereignisse die Notwendigkeit, hitzebedingte Arzneimittelrisiken stärker zu berücksichtigen. Ebenso viele (81 %) sind der Ansicht, dass Apotheken eine aktive Rolle bei der Aufklärung von Patient:innen, insbesondere vulnerablen Personengruppen, über hitzebedingte Risiken übernehmen sollten. Die große Mehrheit (87 %) berät Kund:innen im Sommer aktiv zu Lagerung und Transport hitzeempfindlicher Arzneimittel. So geben 80 Prozent der befragten Apotheken an, dass vielen Kund:innen nicht bewusst sei, wie wichtig der Schutz von Arzneimitteln vor hohen Temperaturen bei Transport und Lagerung ist.
Apotheken setzen auf sichere Lieferketten
Nicht nur bei der Beratung von Kund:innen, sondern auch im eigenen Umgang mit hitzeempfindlichen Arzneimitteln spielt der Schutz vor hohen Temperaturen für Apotheken eine wichtige Rolle. 96 Prozent der befragten Apotheker:innen sind überzeugt, dass Arzneimittel beim eigenen Botendienst nicht zu hohen Temperaturen ausgesetzt werden. In Bezug auf den pharmazeutischen Großhandel sind 82 Prozent und beim Direktbezug beim Hersteller 70 Prozent dieser Meinung. Neun von zehn Apotheken (91 %) bezweifeln hingegen, dass Versandapotheken die vorgeschriebenen Temperaturbedingungen zuverlässig einhalten.
Für die Beratung von Kund:innen und die Umsetzung von Hitzeschutzmaßnahmen werden Apotheken durch verschiedene Informations- und Praxismaterialien unterstützt. Dabei sind die Informationsmaterialien der ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände) 69 Prozent der Apotheken bekannt, den Musterhitzeschutzplan der Bundesapothekerkammer kennen 57 Prozent. Allerdings nutzen diese nur 19 beziehungsweise 16 Prozent. Die Bekanntheit der CALOR-Liste (entwickelt von der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und der Uniklinik Köln gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover) fällt deutlich geringer aus (30 %) und ihre Nutzung liegt bei 5 Prozent. Die Bewertung der Instrumente ist jedoch durchweg positiv: 80 bis 90 Prozent derjenigen, die die Angebote kennen, halten sie für hilfreich.
Konjunkturindizes bleiben auf hohem Niveau
Im August ist der Index zur aktuellen Geschäftslage von 78,6 auf 77,1 Punkte leicht gefallen – der Index der Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate ist um 1,5 Punkte gestiegen und liegt im Juni bei 78,6 Punkten.
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Über den APOkix
Der Apothekenkonjunkturindex APOkix des IFH KÖLN ist das Stimmungsbarometer im deutschen Apothekenmarkt. In den monatlichen Onlinebefragungen werden Apothekeninhaber:innen zur Einschätzung ihrer aktuellen und erwarteten Umsatzlage befragt. In monatlich wechselnden Zusatzfragen werden zudem aktuelle Marktthemen beleuchtet. Für den APOkix im August wurden im Zeitraum vom 03.08.2026 bis zum 16.08.2026 insgesamt 98 Apothekeninhaber:innen online befragt. Die APOkix-Teilnehmer:innen stammen aus dem gesamten Bundesgebiet und repräsentieren sowohl größere als auch kleinere Apotheken, wie auch Apotheken in städtischen und ländlichen Gebieten. Die aktuelle Befragung wirft einen Blick auf die Nachfrage in Apotheken nach Beratung zu Hitze- und Hitzebeschwerden, Produkten für die Reiseapotheke sowie hitzebedingte Arzneimittelrisiken. Der APOkix wird unterstützt von der NOWEDA eG Apothekergenossenschaft und dem Deutschen Apotheker Verlag.
Die aktuellen APOkix-Ergebnisse können im Shop des IFH KÖLN kostenfrei heruntergeladen werden.






