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Die Umsetzung der Telematikinfrastruktur soll bis Ende September für deutsche Apotheken verpflichtend sein. Der aktuelle APOkix zeigt: Ein Großteil der Apotheken wird diesen Zeitplan voraussichtlich nicht einhalten können. Jede dritte Apotheke steht der Einführung kritisch gegenüber.

Der Countdown läuft: Bis zum 30. September soll die Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) in allen deutschen Apotheken verpflichtend umgesetzt sein. Rund ein Drittel (36 %) der 173 im Apothekenkonjunkturindex APOkix Anfang September befragten Apothekeninhaber*innen steht dieser Neuerung jedoch kritisch gegenüber. Zwar sind sich 75 Prozent der Inhaber*innen einig, dass die einheitliche Einführung der TI notwendig ist, um die Digitalisierung der Apotheken weiter voranzutreiben, dennoch zweifeln 72 Prozent an der Vereinfachung ihrer Arbeit durch das E-Rezept oder E-Medikationspläne.

Verzögerungen in Umsetzung der Telematikinfrastruktur

Abgesehen vom Internetanschluss, der heute standardmäßig in Apotheken vorhanden ist, herrscht in puncto TI-Anbindung noch Nachholbedarf. Insbesondere Updates für das Apothekenverwaltungssystem (AVS) besitzen derzeit nur 17 Prozent der Apotheken, E-Health-Konnektoren sogar nur 8 Prozent. Fast zwei Drittel (64 %) der befragten Apothekeninhaber*innen geben an, dass die Umsetzung aller Voraussicht nach auch bis Ende September noch nicht abgeschlossen sein wird.

Refinanzierung wird in Anspruch genommen, Unterstützung darüber hinaus gewünscht

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der GKV-Spitzenverband unterstützen Apothekeninhaber*innen finanziell bei der Einführung und dem Betrieb der Telematikinfrastruktur. Von der entsprechenden Refinanzierungsvereinbarung haben bislang aber erst rund 3 Prozent der Apotheken Gebrauch gemacht, weitere 94 Prozent haben deren Inanspruchnahme aber fest eingeplant. Eine Anschaffung der benötigten Geräte ohne Finanzierungshilfe wäre für 81 Prozent der Apotheken nach eigenen Angaben in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation sehr schwierig. Über die zugesagte finanzielle Unterstützung hinaus wünschen sich 64 Prozent der Apothekeninhaber*innen weitere Unterstützung seitens der Kammern und Verbände.

Aktuelle Geschäftslage der Apotheken nahezu unverändert

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage bleibt im September mit einem Plus von 0,7 Punkten weitestgehend auf dem Niveau des Vormonats. Verglichen mit dem Vorjahresmonat zeichnet sich jedoch ein deutliches Minus von 13,3 Punkten ab. Auch die Einschätzung der befragten Apothekeninhaber*innen zur erwarteten Geschäftsentwicklung in den nächsten 12 Monaten bleibt mit 56,7 Punkten kritisch, aber weitgehend auf Vorjahresniveau (minus 0,2 Prozentpunkte). Positiv: Nur noch 12 Prozent der Apotheken verzeichneten im August einen Rückgang der Kundenfrequenz im Vergleich zum Vorjahresmonat, 44 Prozent vermelden in diesem Zeitraum sogar einen (leichten) Anstieg der Kundenfrequenz.

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Daten und Grafiken aus dieser Pressemitteilung dürfen nur im Rahmen journalistischer oder redaktioneller Zwecke genutzt werden. Die werbliche und kommerzielle Nutzung sowie Aufbereitung für eine vertragsbasierte Weitervermarktung sind untersagt. Dies gilt insbesondere für Statistikportale.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • 75 Prozent sind der Meinung, die einheitliche Einführung der TI in Apotheken ist notwendig, um die Digitalisierung voranzutreiben.
  • 64 Prozent werden die Anbindung an die TI bis Ende September aller Voraussicht nach noch nicht abgeschlossen haben.
  • 3 Prozent haben die Refinanzierungsvereinbarung des Deutschen Apothekerverbandes und des GKV-Spitzenverbandes bereits in Anspruch genommen – 94 Prozent planen sie noch in Anspruch zu nehmen.
  • Der Konjunkturindex für die aktuelle Geschäftslage steigt im September auf 64,7 Punkte.
  • Der Konjunkturindex für die erwartete Geschäftslage in den kommenden 12 Monaten liegt bei 56,7 Punkten.

Über den APOkix


Der Apothekenkonjunkturindex APOkix des IFH KÖLN ist das Stimmungsbarometer im deutschen Apothekenmarkt. In den monatlichen Onlinebefragungen werden Apothekeninhaber*innen zur Einschätzung ihrer aktuellen und erwarteten Umsatzlage befragt. In monatlich wechselnden Zusatzfragen werden zudem aktuelle Marktthemen beleuchtet. Für den APOkix im September wurden im Zeitraum vom 07.09.2020 bis zum 21.09.2020 173 Apothekenleiter*innen online befragt. Die APOkix-Teilnehmer stammen aus dem gesamten Bundesgebiet und repräsentieren sowohl größere als auch kleinere Apotheken, wie auch Apotheken in städtischen und ländlichen Gebieten. Die Zusatzfrage in diesem Monat beschäftigte sich mit der Einführung der Telematikinfrastruktur (TI). Der APOkix wird unterstützt von der NOWEDA eG Apothekergenossenschaft und dem Deutschen Apotheker Verlag. Die aktuellen APOkix-Ergebnisse können im IFH Shop kostenfrei heruntergeladen werden.

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