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16. August 2022

Worauf kommt es bei der Datenmigration wirklich an? Um diese Frage zu beantworten haben wir uns mit einem Experten auf diesem Thema unterhalten: Mischa Wolfframm, Prokurist und Business Consultant bei communicode – Partner des ECC FORUM 2022. Er erzählt uns im Interview, warum ein reibungsloser Datentransfer entscheidend ist und welche Rolle Digitalisierung bei der Datenmigration spielt.

Die Übertragung von Daten von einem System in ein anderes stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Warum ist ein reibungsloser Datentransfer so wichtig für Unternehmen?

Der Lebenszyklus von Daten ist heute sehr kurz. Daten werden fortlaufend aktualisiert und müssen dementsprechend auch in den verschiedensten Ausgabekanälen in ihrer aktuellen Form dargestellt werden.

Kund:innen haben die Erwartung, immer die für sie relevanten und richtigen Daten angezeigt zu bekommen. Hinzu kommt, dass Daten heute nicht mehr nur von einem System in ein anderes übertragen, sondern auch in vielen unterschiedlichen Ausgabekanälen konsumiert werden.

Unternehmen müssen ihre Prozesse und Architekturen also derart entwickeln, dass sie diesen Anforderungen gerecht werden.

Digitalisierung von Geschäftsprozessen erfordert insbesondere eine qualitativ hochwertige und integre Gesamtsicht auf alle relevanten Daten – unabhängig von der Systemquelle. Nur wenn Daten vollständig in digitaler (d. h. strukturierter) Qualität den Automatisierungsprozessen fehlerfrei zur Verfügung stehen, kann Digitalisierung wertschöpfend umgesetzt werden.

Welche konkreten Schwierigkeiten können beim Transfer von Daten auftauchen?

Häufig werden Daten noch manuell gepflegt und verteilt. Hierbei betsteht die Gefahr, eine veraltete Version zu nutzen und auszuspielen. Des Weiteren werden Daten oft auch doppelt in unterschiedlichen Quellsystemen mit unterschiedlichen Werten erstellt. Eine „Single-Source-of-Truth“ besteht somit nicht.

Auf technischer Ebene sind Fehlerquellen oftmals im Bereich proprietärer Schnittstellen zu finden. Häufig können nicht alle möglichen Datenkonstellation technisch berücksichtigt werden. Proprietäre Schnittstellen scheitern dann mit der Übertragung und die Fehlerbereinigung (Fehlererkennung, Ursachenanalyse und Korrektur) ist besonders schwer. Daher ist es bei der Konzeption von Systemintegrationen wichtig, von Anfang an auf standardisierte und eventbasierte Messagingverfahren aufzubauen, die ausreichend Monitoring beinhalten und Fallbackszenarien unterstützen.

Welche Prozesse müssen etabliert werden, um den Herausforderungen entgegenzutreten?

Die Etablierung einer „Information Supply Chain“ ist essenziell für eine nachhaltige und robuste Struktur beim Datentransfer. Dabei wird zunächst definiert, welche Daten von welcher Abteilung in welchem System zukünftig erstellt und verwaltet werden (Data Creation). Im nächsten Schritt wird festgelegt, welche Informationen für eine Veredelung der originären Daten notwendig sind und wie die dafür notwendigen Prozesse aussehen (Data Enrichment). Im letzten Prozessschritt wird beschrieben, auf welchen Kanälen welche Informationen in welcher Struktur ausgespielt werden (Data Publication/Usage). Die einzelnen Schritte sind dabei immer wieder auf Markt- und Nutzeranforderungen hin zu validieren und zu optimieren.

Wie oben beschrieben, sollten proprietäre Schnittstellenimplementierungen zwischen zwei Systemen vermieden werden. Es bedarf standardisierter Messagingverfahren, die systemunabhängig sind. So lassen sich auch neue Systeme leichter integrieren und die Kommunikation zwischen allen Systemen ist einheitlich verständlich. Fehler lassen sich dennoch nicht vollständig vermeiden, da diese auch datengetrieben zustande kommen. Das bedeutet, dass die Ursache für Übertragungsfehler auch in der mangelnden Qualität mancher Datenkonstellationen liegen kann, die nicht korrekt behandelt werden. Wichtig ist allerdings nicht nur die Fehlervermeidung, sondern vor allen Dingen auch Voraussetzungen zu schaffen, um Fehler möglichst automatisiert erkennen und ggf. behandeln zu können. Daher ist eine standardisierte, einheitliche Kommunikation zwischen allen Systemen für zukünftige Digitalisierungsprozesse existenziell.

Welche Rolle spielt Digitalisierung dabei und wie wichtig wird sie in Zukunft sein?

Die Digitalisierung ermöglicht ein hohes Maß an Automatisierung der oben beschriebenen Prozesse. Dazu gehört z. B. die Qualitätsprüfung der vorhandenen Daten oder auch die Synchronisation der Daten zwischen mehreren Systemen. Dadurch können Fehler reduziert und Ressourcen gleichmäßig ausgelastet werden. Hierfür sind zum einen Daten und Systeme wesentliche Treiber für die Digitalisierung. So ist beispielsweise die Marketingautomation hochgradig datengetrieben und benötigt intelligente Systeme zur Umsetzung. Dabei ist es wichtig, eine Gesamtsicht auf alle relevanten Daten aus unterschiedlichsten Systemen zu erhalten. Nur so lässt sich Marketingautomation realisieren. Eine solche Gesamtsicht auf Daten ist aber nur möglich, wenn Systeme über standardisierte und belastbare Schnittstellen automatisiert miteinander kommunizieren können. Zum anderen sind die Systeminfrastruktur und damit auch die Schnittstellensystematik selbst Gegenstand von Digitalisierungsentwicklungen. So gibt es mittlerweile eine Vielzahl moderner, cloudbasierter und serviceorientierter Technologien, welche die Konzeption und den Aufbau von komplexen Systemlandschaften im Hinblick auf Flexibilität, Skalierbarkeit und Monitoring massiv verbessern und so eine erhebliche Kostenersparnis ermöglichen.

Letztendlich sind durch die Digitalisierung auch komplett neue Geschäftsmodelle möglich, beispielsweise mit volumenabhängigen Datenverträgen. Es bedarf einer ganzheitlichen Digitalstrategie, um verschiedene Initiativen aufeinander abzustimmen und diese Ziele zu erreichen.

Ihr seid beim diesjährigen ECC FORUM meets BE.INSIDE dabei. Was wird dein persönliches Highlight sein?

Nach fast 2,5 Jahren digitaler Treffen und Konferenzen freue ich mich besonders auf einen direkten, persönlichen Austausch mit meinen Gesprächspartner:innen. Neben der Frage, welche nachhaltigen Veränderungen Corona auf die (digitalen) Geschäftsprozesse von Unternehmen hat, interessieren uns natürlich auch die Auswirkungen der aktuellen Produktions- und Lieferengpässe auf das B2B-Geschäft. Außerdem schätzen wir von communicode das ebenso professionelle wie unterhaltsame Programm eurer Veranstaltung.

ECC FORUM meets BE.INSIDE 2022

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