In der neuen Folge der HandelBar begrüßt Host Dr. Kai Hudetz Dr. Gerald Schönbucher, CEO von Kaufland E-Commerce und Vorstand der Kaufland Stiftung. Seit rund 20 Jahren ist unser Gast im E-Commerce aktiv – vom Mitgründer des Marktplatzes Hitmeister bis zum Aufbau von Kaufland E-Commerce. Im Gespräch geht es um die Rolle europäischer Marktplätze, internationale Expansion und die Frage, wie sich Plattformen durch KI und verändertes Kundenverhalten weiterentwickeln.

Vom Gründer zum Marktplatzmacher
Wer sich seit den Anfangsjahren des eCommerce in Deutschland bewegt, kommt an unserem Gast kaum vorbei. Mit der Gründung von Hitmeister war er früh Teil einer Entwicklung, die den Handel nachhaltig verändert hat. Aus dem Start-up wurde zunächst ein Bestandteil von Real und später die Grundlage für den heutigen Kaufland-Marktplatz. Anders als viele Gründer, die nach einem Unternehmensverkauf neue Projekte starten, ist der eCommerce-Pionier jedoch geblieben. In unserem Podcast erklärt er, warum ihn das Plattformgeschäft auch nach fast zwei Jahrzehnten noch fasziniert: Marktplätze müssen jeden Tag zwei Zielgruppen überzeugen. Kund:innen erwarten Auswahl, attraktive Preise und schnelle Lieferungen. Händler wiederum brauchen Reichweite, Umsatz und verlässliche Partner.
Mehr Partner als Plattform
Für unseren Gast steht außer Frage: Erfolgreiche Plattformen brauchen Reichweite, Auswahl und Skalierung. Gleichzeitig sieht er die Beziehung zu den Händlern als entscheidenden Erfolgsfaktor. Kaufland möchte nicht nur Marktplatz, sondern auch Wachstumspartner für seine Händler sein. Besonders wichtig ist dabei die Internationalisierung. Über den Kaufland Global Marketplace können Händler ihre Produkte in mehreren europäischen Ländern anbieten, ohne selbst aufwendig lokale Strukturen aufbauen zu müssen. Übersetzungen, Zahlungsarten und Kundenservice werden zentral unterstützt.
Ein weiterer Punkt, den der Marktplatzexperte Schönbucher hervorhebt: Kaufland versteht sich nicht als Konkurrent seiner Händler, sondern als Partner. Händler werden aktiv eingebunden, Feedback fließt in die Weiterentwicklung des Angebots ein und persönliche Betreuung spielt weiterhin eine wichtige Rolle.
Die Zukunft des E-Commerce im Blick
Für Gerald Schönbucher steht fest: Die Bedeutung von Marktplätzen wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Schon heute werde ein Großteil des Onlinehandels über Plattformen abgewickelt. Für Händler gehe es deshalb immer stärker darum, dort präsent zu sein, wo Kund:innen suchen, vergleichen und kaufen. Gleichzeitig verändert künstliche Intelligenz die Customer Journey. Statt sich durch Tausende Produkte zu klicken, erwarten Verbraucher:innen zunehmend relevante Vorschläge und eine stärkere Personalisierung. Genau hier sieht der Kaufland-CEO großes Potenzial. KI könne dabei helfen, die riesige Produktauswahl auf Marktplätzen besser zu navigieren und Kaufentscheidungen zu erleichtern. Dass künftig ausschließlich KI-Agenten einkaufen werden, hält er jedoch für unwahrscheinlich. Gerade bei größeren Anschaffungen wie Möbeln, Fahrrädern oder Unterhaltungselektronik werde der Mensch auch künftig selbst entscheiden wollen.
Trotz des intensiven Wettbewerbs blickt Schönbucher optimistisch nach vorn. Wenn europäische Plattformen attraktive Angebote mit hohen Qualitätsstandards und einer engen Zusammenarbeit mit ihren Händlern verbinden, sieht er gute Chancen, ihre Position gegenüber internationalen Wettbewerbern weiter auszubauen.
Wir danken Dr. Gerald Schönbucher für die spannenden Einblicke in die Welt der Marktplätze und seine Sicht auf die Zukunft des europäischen eCommerce. Händlerpartnerschaft, Internationalisierung und der Einsatz von KI zeigen, wie sich Plattformen weiterentwickeln, um Kund:innen und Händlern gleichermaßen Mehrwert zu bieten. Welche Rolle europäische Marktplätze dabei künftig spielen werden, bleibt deshalb auch weiterhin ein spannendes Thema der HandelBar.
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