Die Digitalisierung verändert den Zahlungsverkehr im B2B mit rasanter Geschwindigkeit. Was früher als IT- oder Buchhaltungsthema galt, entwickelt sich heute zu einem strategischen Erfolgsfaktor entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Geschäftspartner erwarten schnelle Prozesse, transparente Abläufe und höchste Sicherheitsstandards – Anforderungen, die längst entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit sind. Doch wie können B2B-Unternehmen diese Erwartungen erfüllen? Und wie gelingt der Spagat zwischen exzellenter Customer Experience und wirksamem Risikomanagement? Antworten liefert das aktuelle B2BEST Barometer Vol. 19 von ECC KÖLN und Creditreform.
Zahlungsverhalten im Wandel
Das Zahlungsverhalten im B2B differenziert sich zunehmend. 87 Prozent der befragten Hersteller und Großhändler beobachten klare Unterschiede zwischen einzelnen Kundengruppen. Flexible Online-Zahlungsoptionen gelten daher für die Mehrheit als unverzichtbar. Viele Unternehmen steuern ihr Zahlungsangebot im Checkout aktiv aus – insbesondere basierend auf der Bestellhistorie und dem Warenkorbwert. Besonders beliebte Zahlungsverfahren sind nach Angabe der Befragten Lastschrift und Kreditkarte. „Buy Now Pay Later“ (BNPL) ist erst bei rund einem Drittel im Einsatz, wird allerdings von vielen Herstellern und Großhändlern als zukunftsträchtig eingestuft. Die größte Hürde ist hierbei die nötige Vorfinanzierung. Wird das Risiko ausgelagert und die Kosten transparent dargestellt, erscheint BNPL auch für bisherige Nicht-Nutzer:innen attraktiv.
Ein deutlicher Trend insgesamt: Drei Viertel der Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten in digitale Payment-Lösungen investieren. Modernisierung und Diversifizierung des Zahlungsangebots stehen damit weiterhin weit oben auf der Agenda.

Reaktionen auf wirtschaftliche Herausforderungen
Neben steigenden Kundenerwartungen verschärfen wirtschaftliche Unsicherheiten die Lage: Die Hälfte der Unternehmen meldet steigende Forderungsvolumina, 48 Prozent beobachten ein häufigeres Ausreizen von Zahlungszielen. Und auch die Prognose für die Zukunft ist aus Sicht der B2B-Unternehmen wenig optimistisch: 71 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung des Zahlungsverhaltens ihrer Kundschaft. Um diesen Entwicklungen zu begegnen, setzen Unternehmen vor allem auf verschärftes Mahnwesen, strengere Zahlungsbedingungen, digitalisiertes Forderungsmanagement und intensivere Kundenkommunikation. Um Zahlungsrisiken abzusichern, kommen vermehrt Zahlungsgarantiedienstleister, Inkassounternehmen und Warenkreditversicherer zum Einsatz. Zudem nimmt die Bonitätsprüfung in Echtzeit zu – aktuell nutzen bereits 43 Prozent diese Möglichkeit, Luft nach oben bleibt somit aber vorhanden.

Sicherheit und Identifikation von Neu-Kundschaft im Fokus
Mit der Digitalisierung des B2B-Handels bleibt auch die Anzahl und das Risiko von Betrugsfällen hoch: Knapp sechs von zehn der befragten Unternehmen wurden bereits Opfer von Betrug oder versuchtem Betrug. Insbesondere Fake-Identitäten und Kreditkartenbetrug kommen häufig vor. Fast alle befragten Unternehmen erkennen entsprechend dieser Entwicklung die Relevanz einer gründlichen Identitätsprüfung im Onboarding-Prozess und validieren Unternehmens- sowie Personenangaben. Während erstere mehrheitlich automatisch geprüft werden, werden personenbezogene Angaben häufig über gesonderte Ident-Verfahren validiert.
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