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26. November 2020

Die Cyber Week ist die Woche der Superlative. Schon Wochen vorher setzt ein Werbesperrfeuer ein. Ist es dann soweit, geraten ganze Nationen in Shopping-Ekstase. Über 300 Millionen US-Amerikaner*innen und knapp 1,4 Milliarden Chinesen räumen Angebote im Sekundentakt ab, brechen alle Konsumrekorde und sorgen für gigantische Wachstumsraten.

Auch in Deutschland haben sich Black Friday und Co. mehr und mehr etabliert. Die Bekanntheit der Cyber Week nimmt Jahr für Jahr zu. Den Black Friday kennen stolze 95% der Konsumenten, auch der Cyber Monday erfreut sich großer Popularität. Parallel dazu hat die Nutzung der Aktionstage kontinuierlich zugenommen. In großen Sprüngen hat sich das Cyber Week-Fieber in der Bevölkerung verbreitet.

Und jetzt? Wie sieht es unter den Bedingungen der Corona-Pandemie aus? Hat das Virus die Cyber Week-Euphorie gedämpft? Oder will man sich gerade jetzt auch mal etwas gönnen und bei den Händleraktionen zuschlagen?

Aktuelle Befragungsdaten des IFH KÖLN geben Antworten. Zunächst einmal kann man feststellen: Bekanntheit und Nutzungsabsicht der Händleraktionen nehmen weiterhin zu. Der grundsätzliche Entwicklungstrend der vergangenen Jahre setzt sich also fort. Allerdings verlangsamen sich die Wachstumsraten. Große Sprünge macht die Cyber Week im Krisenjahr nicht. Das wiederum hat mehrere Ursachen:

Zum einen ist der Aufmerksamkeitswert von Black Friday und Cyber Monday jetzt schon sehr hoch. Liegt die Bekanntheit des Black Friday bereits bei 94%, sind große Steigerungen darüber hinaus kaum mehr möglich (wie der Sprung von 77% im Jahr 2017 auf 94% im Jahr 2018). Das Ende der Strecke ist schon in Sichtweite. Zum anderen aber macht sich die aktuelle Pandemie bemerkbar:

  • Die Stimmung in der Bevölkerung ist zunehmend gereizt. Die entspannten Sommertage sind vorbei. Mit ihnen scheint auch die aufkeimende Shoppinglust verflogen.
  • Die Krise macht Angst. Ein guter Teil der Bevölkerung fürchtet Einbußen im Portemonnaie oder auch den Verlust des Arbeitsplatzes. An der ein oder anderen Stelle wird gespart, werden geplante Anschaffungen aufgeschoben. Auch Weihnachten soll dieses Jahr weniger üppig ausfallen. Die Zeichen stehen nicht auf sorgenfreies Shoppen.
Grafik Corona Consumer Check Aktionstage

Die Folgen sind: Das Rabattfieber, wie es in den Jahren zuvor feststellbar war, kommt nicht richtig in Fahrt. Viele planen, bei der anstehenden Cyber Week weniger tief ins Portemonnaie zu greifen.

In Frankreich hat der Wirtschaftsminister gar an die Händler appelliert, den Black Friday zu verschieben. Fast alle Ladengeschäfte hätten zu. Der Aktionstag sei daher kein „gutes Datum“. Zumindest für den stationären Handel nicht, wie ein Blick in die Daten des aktuellen Corona Consumer Checks belegt. Denn Cyber Monday und Black Friday finden überwiegend online statt. Der stationäre Handel partizipiert zwar, aber der Onlinehandel macht das Rennen.

Grafik Entwicklung Onlineshift

Erschwerend kommt für den stationären Handel hinzu, dass Cyber Monday und Black Friday häufig auch zum Weihnachtseinkauf genutzt werden. Die Neigung der Kund*innen war sowieso schon klein, inmitten der Pandemie eine Fußgängerzone aufzusuchen, um Weihnachtsgeschenke für die Lieben zu besorgen. Die Händleraktionstage bieten nun den zusätzlichen Anreiz, zu Hause zu bleiben, die Einkäufe online zu tätigen und dabei auch noch das schöne Gefühl zu haben, etwas eingespart zu haben.

Zusammenfassend bedeutet das: Auch im Krisenjahr behauptet sich die Cyber Week als Shopping-Event. Cyber Monday und vor allem Black Friday sind die relevanten Eckpfeiler. Aber: Die Cyber Week wird mit angezogener Handbremse absolviert. Corona verdirbt die Laune – den Kundinnen und Kunden und dem stationären Handel gleichermaßen.

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