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15. Dezember 2021

Die neue Schwerpunktstudie der IFH FÖRDERER nimmt den Innenstadthandel in Zeiten der Digitalisierung unter die Lupe. Neben Analysen zur Attraktivität von Innenstädten und deren Entwicklung im Laufe der vergangenen Jahre, identifizieren die Autoren fünf Typen von Stadtzentren – von der „(unnahbar) Schönen Innenstadt“ bis zur „kleinen Versorgerstadt“. Konsumentinnen und Konsumenten kaufen immer mehr online, die Passantenfrequenz sinkt, Läden schließen und die Attraktivität der Innenstädte verliert. Diese Entwicklung, die sich durch die Coronapandemie noch verschärft hat, trifft nicht nur stationäre Einzelhändler: Innerstädtische Gastronomie, Dienstleister und Kulturangebote verlieren gleichermaßen an Laufkundschaft.  Um diesen Prozess besser zu verstehen, analysiert die Studie, was Innenstädte aus Sicht von Konsumentinnen und Konsumenten attraktiv macht, wie sich die Wahrnehmung deutscher Innenstädte in den letzten sechs Jahren entwickelt hat und welche Innenstadttypen in Deutschland existieren und welche ‚erfolgreicher‘ sind. Die Ergebnisse helfen Händlern, Gastronomie, Dienstleistern und Stadtverwaltungen die Entwicklungen deutscher Innenstädte besser zu verstehen, zukünftige Entwicklungen zu prognostizieren und gemeinsam Maßnahmenpakete gezielt zu entwickeln und umzusetzen. So können Innenstädte weiterhin in ihren vielen wichtigen Rollen als attraktive, lebendige, kulturelle und soziale Räume gestärkt werden.

Einzelhandelsangebot mit Nachholbedarf – Gesamtattraktivität steigt

Die Analysen zeigen, dass sich deutsche Innenstädte jeder Größe und jeden Typus im Wandel befinden. So spiegeln die Ergebnisse zum einen die aktuellen Herausforderungen der Innenstädte wider. Konsumenten bewerten zum Beispiel das Einzelhandelsangebot über die Zeit immer negativer, insbesondere in großen Großstädten und Metropolen, während Klein- und Mittelstädte aufholen.

Die Studienergebnisse spiegeln also deutlich die Herausforderungen der Innenstädte wider. Der Onlinehandel scheint also Unterschiede in der Konsumentenwahrnehmung von Einzelhandelsportfolios über Stadtgrößen hinweg zu egalisieren. Und: Es gibt auch gute Nachrichten. So ist die wahrgenommene Gesamtattraktivität der Innenstädte über die Jahre gestiegen. Zudem zeichnet sich ab, dass der kleinstädtische Einzelhandel durchaus eine Zukunftsperspektive hat, wenn er seinen besonderen Charme und seine Einzigartigkeit ausspielen kann. Die Ergebnisse zeigen auch großes Potential für Innenstädte. So ist die wahrgenommene Gesamtattraktivität der Innenstädte über die Jahre deutlich gestiegen. Dies wird getrieben durch hedonische Attribute wie dem Ambiente der Innenstädte sowie der Gastronomie und dem Freizeitangebot. Zudem besuchen Konsumenten Innenstädte zwar seltener, doch dafür gezielter und ihre Verweildauer je Besuch ist über die Jahre deutlich gestiegen. Professor Dr. Werner Reinartz erklärt, „Innenstädte wandeln sich von einem Place of Commerce zu einem Place of Experience, in dem Ambiente, Gastronomie und das Freizeitangebot, aber auch der Einzelhandel eine tragende Rolle spielen“.

Welcher Typ bist du? Innenstadtcluster zeigt Stärken und Schwächen von Standorten

Des Weiteren zeigen wir in unseren Analysen deutliche Unterschiede zwischen fünf verschiedenen Innenstadttypen mit jeweils ganz eigenen Stärken und Schwächen, Möglichkeiten und Herausforderungen. Wo Städte ansetzen können, um ihre Attraktivität zu steigern, zeigt die Clusteranalyse, die fünf Innenstadttypen mit jeweils eigenen Stärken und Schwächen unterscheidet: Die „unnahbare Schöne“, die „unterschätzte Alleskönnerin“, die „pragmatische Einkaufsstadt“, die „attraktive Einkaufsstadt“ und die „kleine Versorgerstadt“. Unter der Annahme, dass der klassische, distributionsorientierte stationäre Einzelhandel in Zukunft an Relevanz für Innenstädte verlieren wird, kann die unnahbare Schöne weiterhin vor allem mit ihrem Ambiente punkten. Die attraktive Einkaufsstadt hat auch ein ansprechendes Gastronomie- und Freizeitangebot zu bieten, während die unterschätze Alleskönnerin auf allen Ebenen überzeugt und anderen Städten als Blaupause dienen kann. Die pragmatische Einkaufsstadt sowie die kleine Versorgerstadt werden durch den weiter zunehmenden Onlinehandel voraussichtlich am stärksten herausgefordert. Hier gilt es also ganz besonders, die stadtspezifischen Stärken auszuspielen.

Über die Studie

Die Schwerpunktstudie 2021 der IFH FÖRDERER „Innenstadthandel in Zeiten der Digitalisierung“ analysiert: 1) was Innenstädte aus Sicht von Konsumenten attraktiv macht, 2) wie sich die Wahrnehmung deutscher Innenstädte in den letzten sechs Jahren entwickelt hat und 3) welche Innenstadttypen in Deutschland existieren – mit jeweils ganz eigenen Potentialen und Herausforderungen. Die Analysen basieren auf einem umfassenden Datensatz aus Passantenbefragungen des IFH KÖLN in mehr als 250 deutschen Städten in vier verschiedenen Jahren, einer Datenextrahierung zur Einzelhändlerlandschaft des online Kartendienstanbieters OpenStreetMap und öffentlich verfügbaren Gemeindedaten.

Autoren der Studie: Prof. Dr. Werner Reinartz, Dr. Julian Wichmann und Dr. Thomas Scholdra (Universität zu Köln). Die IFH FÖRDERER Schwerpunktstudie 2021 „Innenstadthandel in Zeiten der Digitalisierung“ steht zum kostenfreien Download im Mitgliederbereich der IFH FÖRDERER zur Verfügung.

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