Neues aus der Handelswelt
Mit Forschung und Beratung erfolgreich im Handeln
B2C- & B2B-Händler
Hersteller
Kommunen & Ministerien
Dienstleister
Expertise für Handel im digitalen Zeitalter
Hier findet ihr unsere Studien 
Themen
Branchen
Spannende Projekte aus der IFH Welt
DIe EVENTS DES IFH KÖLN
10. September 2025

Kund:innen beginnen ihre Reise immer häufiger online – und erwarten, dass die Produktsuche sofort, mobil-optimiert und personalisiert funktioniert. Das sagt Guillermo Sanchez von Publitas, Partner des IFH MEDIA DAY 2025. Im Interview zeigt er auf, warum KI ein entscheidender Enabler für digitale Kataloge sein wird und warum Print trotz voranschreitender Digitalisierung nicht gänzlich verschwinden.

Wie ist die Idee zu Publitas entstanden?

Zu sehen ist ein braunhaariger, lächelnder Mann in einem blauen T-Shirt mit dem Aufdruck "Publitas".

Publitas entstand aus einer einfachen Frustration und einer großen Idee: 2006 arbeitete ich als Berater und trug ständig stapelweise Fachzeitschriften mit mir herum. In einer zunehmend digitalen Welt fühlte sich das schlicht überholt an. Gemeinsam mit meinem Mitgründer Ali entwickelte ich daher ein Nebenprojekt, um Magazine online zu veröffentlichen. Aus diesem Nebenprojekt entwickelte sich ein vollständig eigenfinanziertes SaaS-Unternehmen. 2012 erkannten wir: Einzelhändlern zu helfen und ihre Kataloge ins Digitale zu bringen birgt viel Potenzial. Klassischer Print war unserer Meinung nach langsam, teuer und statisch, während Kundinnen und Kunden immer stärker digitale Kanäle nutzten und dynamische, personalisierte Erlebnisse erwarteten. Publitas wurde so zur Brücke zwischen dem vertrauten Format des Katalogs und der Geschwindigkeit, Reichweite und Messbarkeit des digitalen Handels.

Wie siehst du die Zukunft des Produktkatalogs – verschwindet Print, oder ergänzen sich Print und Digital?

Print hat in manchen Regionen nach wie vor kulturellen Wert, aber seine Rolle nimmt rapide ab. Kund:innen beginnen ihre Reise immer häufiger online – sie erwarten, dass die Produktsuche sofort, mobil-optimiert und personalisiert funktioniert. Print kann mit diesem Tempo im Handel kaum noch mithalten. Gleichzeitig glaube ich nicht, dass Print einfach verschwindet. Es geht vielmehr darum, wie sich beide Medien sinnvoll ergänzen. Für viele Händlerinnen und Händler übernehmen digitale Kataloge schon heute die Hauptrolle – sie treiben Inspiration, Engagement und messbaren Umsatz – während Print in unseren Augen eher eine kleinere, markenbildende Funktion erfüllt. Mit der Zeit wird sich das Gleichgewicht noch stärker in Richtung digital verschieben, insbesondere durch Nachhaltigkeits- und Kostendruck.

Welche technischen Herausforderungen gibt es beim Digitalisieren von Katalogen?

Eine der größten Herausforderungen ist, dass die meisten Tools digitale Kataloge lediglich als „PDF-Kopie“ der Printausgabe behandeln. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, lebendige, interaktive Kataloge zu schaffen, die sich wie moderne digitale Produkte verhalten. Das bedeutet: Live-Produktfeeds, damit SKUs und Preise in Echtzeit aktualisiert werden, Einhaltung von Barrierefreiheitsstandards wie WCAG, schnelle Performance auf Mobilgeräten sowie Integrationen mit E-Commerce-, CRM- und Retail-Media-Plattformen. Händler:innen stehen zudem vor dem Problem der Skalierung: hunderte lokale Varianten, häufige Preisänderungen und der Bedarf an schnellen Markteinführungen. Wir wollen diese Pain Points mit Automatisierung, APIs und No-Code-Design lösen, damit Händlerinnen und Händler in wenigen Tagen – nicht Wochen – einkaufsfertige, performance-starke Inhalte veröffentlichen können.

Welche Rolle kann künstliche Intelligenz in diesem Kontext spielen?

KI wird ein entscheidender Enabler für digitale Kataloge sein. Als Unternehmen, das sich seinem 20-jährigen Jubiläum nähert, verfügen wir über riesige Datenmengen, die uns zeigen, welche Designs und Katalogstrategien die besten Ergebnisse erzielen. Diese Daten können mit KI genutzt werden, um Designempfehlungen und -varianten für Kund:innen zu erstellen, den Gestaltungsprozess zu automatisieren und vieles mehr. KI kann dabei helfen, Produkte automatisch zu taggen, personalisierte Inhalte zu generieren oder Layouts dynamisch zu testen und zu optimieren. Im Handel kann KI außerdem das Einkaufserlebnis verbessern: Produktempfehlungen auf Basis des Nutzerverhaltens, Katalogvarianten für bestimmte CRM-Segmente oder sogar dynamische Anpassung von Angeboten in Echtzeit. Auf der operativen Seite kann KI für Compliance sorgen, Preisfehler erkennen und die Produktion beschleunigen.

Sehr spannend – danke dafür! Mehr Gelegenheit zum Austausch über dieses Thema gibt’s auch beim IFH MEDIA DAY. Was ist dein persönliches Highlight im Programm?

Ich freue mich besonders auf die vielen praxisnahen Händler-Cases – zu sehen, wie Unternehmen wie dm, Jysk oder Ernsting’s family ihre Angebotskommunikation in der heutigen, sich wandelnden Medienlandschaft neu denken. Am IFH MEDIA DAY begeistert mich vor allem, dass wir nicht nur über Trends sprechen, sondern sehr konkrete Beispiele sehen, wie Händler crossmediale Strategien, Social Media und CRM-Programme erfolgreich in die Praxis umsetzen.

Mein persönliches Highlight wird natürlich auch die Session sein, in der wir bei Publitas gemeinsam mit den Teilnehmenden beleuchten, welche zentrale Rolle digitale Kataloge in diesem Mix spielen können!

cartmagnifiermenu