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28. September 2020Lara Arndt, Dr. Markus Preißner

Die flächendeckende Umsetzung der Telematikinfrastruktur (TI) in deutschen Apotheken soll bis zum 30. September 2020 erfolgen – doch noch hinken viele Apotheken dem Zeitplan hinterher: Gemäß der Septemberausgabe des Apothekenkonjunkturindex APOkix wird nur gut jede dritte Apotheke nach eigenen Angaben bis Ende September vollständig an die Telematikinfrastruktur angebunden sein.

Herausforderungen der TI-Anbindung

In mehr als der Hälfte der im APOkix befragten Apotheken herrscht derzeit noch Verunsicherung bezüglich der Anbindung an die Telematikinfrastruktur. So fühlt sich rund die Hälfte der befragten Apothekeninhaber*innen diesbezüglich von ihren Standesvertretungen beispielsweise nicht sehr gut unterstützt. Zwar haben standardmäßig so gut wie alle Apotheken einen Internetanschluss, doch in puncto TI-Anbindung gibt es noch einiges nachzuholen: Nur 8 Prozent der Apotheken haben einen E-Health-Konnektor installiert, nur 17 Prozent das Update für das Apothekenverwaltungssystem und nur 29 Prozent ein entsprechendes Kartenlesegerät in ihrer Apotheke installiert. Doch das soll sich schnell ändern, denn die Mehrheit der Apotheken plant, die meisten Voraussetzungen zur Anbindung an die Telematikinfrastruktur noch bis Ende September zu erfüllen. Und das nicht ohne Grund, denn drei Viertel der befragten Apothekeninhaber*innen erachten die einheitliche Einführung der Telematikinfrastruktur als notwendig, um die Digitalisierung in Apotheken voranzutreiben. Ob sich durch E-Medikationspläne und E-Rezepten die Arbeit in Apotheken vereinfachen werde, bezweifeln jedoch drei von vier Befragten.  

Finanzielle Verunsicherung bei Apothekenleiter*innen

Die Refinanzierungsvereinbarung des Deutschen Apothekenverbandes (DAV) und des GKV-Spitzenverbandes zur Erstattung der Kosten, die Apothekeninhaber*innen durch die Einführung und den Betrieb der TI entstehen, wird ganz unterschiedlich bewertet. Rund ein Viertel der befragten Apothekeninhaber*innen steht der Vereinbarung positiv gegenüber, 38 Prozent sind unentschlossen und 35 Prozent bewerten die getroffene Vereinbarung als nicht zufriedenstellend. Dennoch planen 97 Prozent der Apothekeninhaber*innen die finanzielle Unterstützung anzunehmen oder haben diese bereits in Anspruch genommen. Auch deshalb, weil die derzeitige finanzielle Situation vielen Apotheken eine eigenständige Finanzierung der TI-Anbindung nicht erlaubt.

Exkurs: Corona-Schnelltests in deutschen Apotheken?

Ein weiteres Thema, das im APOkix September Beachtung fand, ist die Diskussion rund um die Durchführung von Corona-Schnelltests in deutschen Apotheken. Obwohl 63 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass flächendeckende Corona-Schnelltests in Apotheken einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Coronapandemie leisten könnten, würden nur etwa 23 Prozent der Inhaber*innen diese in der eigenen Apotheke gerne durchführen wollen.

Aktuelle Geschäftslage in Apotheken bleibt konstant

Nahezu unverändert bleibt die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im September. Mit einem minimalen Plus von 0,7 Punkten im Vergleich zum Vormonat klettert der Index auf 64,7 Punkte. Bezogen auf den Vorjahresmonat bedeute dies ein Minus von 13,3 Punkten. Auch die Einschätzung der Geschäftsentwicklung in den nächsten 12 Monaten bleibt mit 56,7 Punkten pessimistisch, weist jedoch nur ein Minus von 0,2 Punkten im Vergleich zum Vorjahresmonat auf. Eine positive Entwicklung zeigt sich hinsichtlich der Kundenfrequenz: Nur 12 Prozent der Apotheken verzeichneten im August gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang der Kundenfrequenz – im Juli lag die Quote noch bei 68 Prozent. Über 40 Prozent der Befragten vermelden für den August sogar einen (leichten) Anstieg der Kundenfrequenz im Vergleich zum Vorjahr. Im Juli traf dies lediglich auf 12 Prozent der Apotheken zu.

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