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17. August 2021

Der Konsum in Deutschland kannte lange Jahre nur eine Richtung: Immer ging es aufwärts und Jahr für Jahr wurde mehr konsumiert. Selbst die Finanzkrise konnte nur eine leichte Delle in der steilen Aufstiegskurve bewirken. Aber jetzt, mit Ausbruch der Coronapandemie, scheint eine Erfolgsgeschichte an ihr Ende gekommen zu sein. Es wurde heftig auf die Bremse getreten. Der Konsum ist drastisch eingebrochen, hat sich dann nur langsam erholt, um jüngst wiederum abzusinken.

Dieses Auf und Ab, in den Zahlen der offiziellen Statistik ablesbar, sehen wir auch in unserem Corona Consumer Check, unserer laufenden Konsumentenbefragung zur Coronakrise. Werden Konsument:innen gefragt, ob sie zum Befragungszeitpunkt auf geplante Ausgaben verzichten wollen, war eine zunächst erhebliche, dann sich langsam abschwächende Neigung zum Verzicht feststellbar. Jetzt, in der aktuellen Befragungswelle, wird der Gürtel wieder enger geschnallt. Der Konsumverzicht nimmt zu.

Die Branchen leiden hierunter deutlich unterschiedlich. Während es beim Fahrrad kein Halten mehr gibt, eher das (teils fehlende) Angebot der Nachfrage Grenzen setzt, sind die Bereiche Fashion & Accessoires deutlich eingebrochen. Hier wird auch jetzt noch am ehesten verzichtet. Die Neigung zum Besuch eines stationären Geschäftes ist immer noch nicht stark ausgeprägt. Käufe, die auf Atmosphäre, Inspiration und auch Beratung setzen, leiden darunter.

Grafik Corona Consumer Check Konsumverzicht in der Coronakrise

Ganz offensichtlich finden viele Konsument:innen ein wenig Verzicht hier, ein wenig Zurückhaltung da aber gar nicht so schlimm. Im Gegenteil. Der ein oder andere Kauf wird einfach mal ausgelassen. Und siehe da: Schmerz und Reue haben sich in Grenzen gehalten. Es tat gar nicht weh.

Die Gründe für die konstatierte Verzichtsneigung sind vielfältig. Zum einen machen sich geringere oder potenziell erodierende Haushaltsbudgets bemerkbar. Da hält man die Groschen lieber zusammen. Teils spielt die fehlende Freude am Einkaufen rein, anderthalb Jahre Pandemie gehen einfach aufs Gemüt. Teils kommt der Mangel an Ausgabegelegenheiten zum Tragen. Manche Geschäfte waren eben geschlossen oder im Zugang limitiert. (Click & Meet, wissen Sie noch?)

Darüber hinaus ist aber auch ein längerfristiger Trend wirksam, nämlich der Wunsch nach ethischem nachhaltigem Konsum. Zum Beispiel: Der Kauf regionaler Produkte, insbesondere regionaler Lebensmittel, hat in der Pandemie zugenommen, wird aber auch durch den längerfristigen Konsumtrend befeuert. Der Kauf von Secondhandkleidung über Onlineplattformen hat ebenfalls in der Pandemie zugenommen, zahlt aber auch auf den längerfristigen Konsumtrend ein.

Das heißt: Die Pandemie drückt das Ausgabeverhalten, die Inzidenzlage sorgt für Auf- und Abschwung. Zusätzlich und damit verbunden wirken längerfristige Konsumententrends, welche Einstellungsänderungen und Verhaltensanpassungen, die in der Krise virulent werden, unterfüttern, verstärken und treiben. Als Ergebnis wird nicht nur übergangsweise auf die Konsumbremse getreten, sondern in eine (leicht) andere Richtung des Konsumentenverhaltens abgebogen. In einer grünen De-Growth Republik werden wir damit nicht unmittelbar ankommen. Aber die Anzeichen stehen auf Veränderung, über die Krise hinaus.

Zu den aktuellen Ergebnissen des Corona Consumer Check gelangen Sie hier.

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