
In den letzten Jahren hat sich Chemnitz eindrucksvoll entwickelt – mit Bestnoten für die Innenstadt, millionenschweren Investitionen als Kulturhauptstadt Europas 2025 und einem klaren Zukunftsbild bis 2030. Möglich wurde dieser Wandel durch starke Netzwerke, kreative Stadtgestaltung und eine klare Vision: eine Stadt für alle Generationen, in der Kultur, Wirtschaft und Lebensqualität Hand in Hand gehen. Einblicke aus erster Hand gibt es im Interview mit Silvana Bergk, Leiterin des Geschäftsbereichs Wirtschaft der Stadt Chemnitz.
Chemnitz hat sich in den letzten Jahren beeindruckend entwickelt und 2024 bei den „Vitalen Innenstädten“ mit der Note 1,4 als beste Kommune abgeschnitten – worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?
Der Erfolg von Chemnitz bei den „Vitalen Innenstädten“ ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit von Verwaltung, engagierten Netzwerkpartnern und Unternehmen der Chemnitzer City. Unsere Zielstellung ist es, die Innenstadt multifunktional zu denken und für jedes Publikum attraktiv zu gestalten. Sei es zum Shoppen, Essen oder für Veranstaltungen. Mit neuen Restaurants, Cafés und städtischer Unterstützung bei etablierten Veranstaltungsformaten wuchs in den letzten Jahren ein vielseitiges Angebot. Dank Preisgeldern aus dem sächsischen Innenstadtwettbewerb „Ab in die Mitte“ konnten Maßnahmen wie Lichtinstallationen und begrünte Sitzmöbel finanziert werden, die die Attraktivität und Aufenthaltsqualität unserer Innenstadt nachhaltig verbessern und so zu einer positiven Wahrnehmung beitragen. Außerdem hat unsere Innenstadt immer Saison. So konnte unser Weihnachtsmarkt seit 2023 über die Feiertage verlängert werden. Das Zusammenspiel all dieser Maßnahmen zeigt sich im erfolgreichen Ergebnis.

Als Kulturhauptstadt Europas steht Chemnitz 2025 besonders im Fokus. Wie hat die Rolle als Kulturhauptstadt die Stadtentwicklung beeinflusst, auch über die Kultur hinaus?
Als Kulturhauptstadt Europas 2025 hat Chemnitz nicht nur kulturell, sondern auch städtebaulich profitieren können. Mit dem Titelgewinn konnten rund 60 Mio. Euro in Infrastrukturvorhaben investiert werden. Insgesamt 30 sogenannte Interventionsflächen wurden in der ganzen Stadt herausgearbeitet und umgestaltet. Von der historischen Hartmann-Fabrik, dem heutigen Besucherzentrum der Kulturhauptstadt Europas und Sitz der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH, über die Renaturierung des Flusses Chemnitz als „Stadt am Fluss“ bis hin zur Neubelebung des Elternhauses des Malers Karl Schmidt-Rottluff. Diese Maßnahmen prägen das Stadtbild nachhaltig.
Wo sehen Sie Chemnitz im Jahr 2030? Welche Themen stehen in den kommenden fünf Jahren ganz oben auf der Agenda?
Chemnitz hat die Aufbruchsstimmung und die damit verbundene Dynamik des Kulturhauptstadtjahres 2025 optimal genutzt. Im Jahr 2030 ist das Stadtzentrum geprägt von einem lebendigen, studentischen Alltag. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Chemnitz und lokalen Akteuren ist die Innenstadt heute multifunktionaler Raum mit mehr Außengastronomie, offenen Begegnungsorten und einer stetig steigenden Aufenthaltsqualität. Ein besonderes Highlight ist die Wiedereröffnung des traditionsreichen Ratskellers, der ein beliebtes Ziel für Einheimische und Gäste ist. Gleichzeitig investieren Unternehmen gezielt in die Zukunft. Am Wasserstoff-Campus und am Innovationscampus Rabenstein entstehen moderne, nachhaltige Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Branchen. Ebenso werden Industriebrachen wie die Wanderer Werke revitalisiert. Diese neuen Gewerbestandorte sind sichtbare Zeichen für den Strukturwandel und stärken die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Stadt.
Vielen Dank für die spannenden Einblicke!