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Wie digital ist die B2B-Beschaffung?

Autor: Hansjürgen Heinick | Datum:

B2B-Commerce über Websites, Onlineshops und Marktplätze nimmt zu

Die B2B-Beschaffung ist deutlich digitaler als noch im Jahr 2012. Das zeigt allein das enorme Umsatzwachstum im B2B-E-Commerce. Knapp 1.300 Milliarden Euro wurden 2018 zwischen Geschäftskunden elektronisch umgesetzt. Damit erreicht der gesamte B2B-E-Commerce-Markt einen Anteil von rund 24 Prozent am Gesamtumsatz aller betrachteten Wirtschaftszweige. Und: Der B2B E-Commerce nimmt kontinuierlich zu. Das durchschnittliche jährliche Wachstum liegt seit 2012 bei über sechs Prozent.

Wachstumsimpulse über Websites, Onlineshops und Marktplätze

Der B2B-E-Commerce ist aus mehreren Gründen komplexer als der B2C-Bereich: Im Geschäftskundenbereich bestehen häufig längerfristige Beziehungen mit immer wiederkehrenden Käufen genau der gleichen Waren oder Dienstleistungen, was für automatisierte Beschaffungsprozesse spricht. Auf der anderen Seite werden aber häufig individuelle Preise und differenzierte Konditionen vereinbart. Zum Teil wird die Ware auch erst „on demand“ produziert. Dass B2B-Kunden bequeme Onlinebestellmöglichkeiten, die sie aus ihrem privaten Leben kennen, erwarten, führt mittlerweile dazu, dass der Anteil des B2B-E-Commerce über Websites, Onlineshops und Marktplätze kontinuierlich zunimmt.

Rund ein Viertel der B2B-E-Commerce-Umsätze wird über Websites, Onlineshops und Marktplätze (ohne EDI) generiert. Dieser Anteil scheint zunächst gering – das Umsatzvolumen ist mit rund 320 Milliarden Euro dennoch beachtlich. Auch das Wachstum von durchschnittlich mehr als 15 Prozent jährlich seit 2012 ist beeindruckend. Der Vergleich zur deutlich geringeren Wachstumsrate des B2B-E-Commerce insgesamt (über sechs Prozent) zeigt, dass die Wachstumsimpulse aktuell vor allem aus dem Vertrieb über Websites, Onlineshops und Marktplätze kommen.

Über 50 Prozent der Umsätze, die hierüber realisiert werden, entfallen auf den güterbasierten Internethandel von Industrieunternehmen und Großhändlern. Das entspricht rund 180 Milliarden Euro. Dabei realisiert – anders als bei der E-Commerce-Betrachtung inkl. EDI – der Großhandel den größeren Anteil des B2B-Internethandels.

Der B2B-Internethandel bietet insbesondere KMU eine Chance

Ein Blick auf die Verteilung des industriellen E-Commerce-Umsatzes auf die Umsatzgrößenklassen bestätigt wenig überraschend die führende Rolle großer Unternehmen. Allerdings führen diese vor allem bei der Betrachtung des E-Commerce inklusive elektronischem Datenaustausch. Betrachtet man die Umsatzverteilung im B2B-Internethandel (ohne EDI), fällt die Dominanz deutlich geringer aus. Rund 30 Prozent des Onlineumsatzes über Websites, Onlineshops und Marktplätze wird von Industrieunternehmen aus der Umsatzgrößenklasse bis 25 Millionen Euro realisiert. Das zeigt, dass gerade die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ihre Chancen durch den Vertrieb über den B2B-Internethandel nutzen.

Innerhalb der Baubranche ist vor allem die Onlinebeschaffung relevant

Auch im Beschaffungswesen gewinnt das Thema E-Commerce zunehmend an Bedeutung. Das gilt insbesondere für Branchen, in denen viele für den E-Commerce geeignete standardisierte Waren zu beschaffen sind. Innerhalb der Baubranche etwa ist die Onlinebeschaffung wesentlich interessanter als der Onlinevertrieb. So übersteigt das Beschaffungsvolumen im B2B-Internethandel über Website, Onlineshop oder Marktplatz das Umsatzvolumen auf Vertriebsseite um mehr als 2 Milliarden Euro. Kleinere Betriebe des (Bau-) Handwerks treiben hier den Markt.

Mehr Informationen

Nach der erstmaligen Betrachtung des B2B-E-Commerce-Marktes in Deutschland im Jahr 2013 liegt mit dem  „Branchenreport B2B-E-Commerce 2019“  ein umfassendes Update vor.  Die Studie bietet eine grundlegende Orientierung über die Größenordnungen des Marktes, hilft, die eigene Situation und Position im Markt besser einzuschätzen und zeigt ungenutzte Potenziale auf.