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Sicherheitsbedenken und Vertrauensverlust bei Importarzneimitteln

Dr. Markus Preißner Carolin Leyendecker | Datum:

Die Arzneimittelskandale um Lunapharm und Valsartan haben die Diskussion um die Importquote für rezeptpflichtige Arzneimittel neu entfacht und halten Apothekerschaft, Standesvertretungen und Politik in Atem – viele fordern eine Abschaffung der Importquote. In der APOkix-Befragung im Oktober haben Apothekenleiterinnen und -leiter Stellung zum Thema bezogen.

Die Ergebnisse des APOkix zeigen: Die Arzneimittelskandale haben das Vertrauen der Apotheker in Importarzneimittel stark beschädigt. Zudem äußern nach Angaben der Apotheker auch Patienten häufig Bedenken gegenüber importierten Arzneimitteln. Infolgedessen plädieren mehr als acht von zehn APOkix-Teilnehmern für eine Abschaffung der Importquote. Nur jeder Zehnte ist dafür, die Importquote zwar grundsätzlich beizubehalten, vor dem Hintergrund der Vorfälle aber anzupassen.

Importquote von Medikamenten

Auch bei Importarzneimitteln sollte Preis nicht über Qualität stehen

Ein Kernproblem ist aus Sicht der Apotheker vor allem, dass Fälschungen oder auch Fehler bei der Lagerung oder dem Transport in Deutschland nicht mehr erkannt werden können. In der Konsequenz sehen sie durch Importarzneimittel die Arzneimittelsicherheit stark gefährdet. „Die Importquote gefährdet die Arzneimittelsicherheit. Fälschungen haben eine Eintrittspforte in unser ansonsten gut geschütztes System“, äußert sich ein APOkix-Teilnehmer kritisch. Nur wenige Befragte sind der Meinung, dass hier die Einführung des Fälschungsschutzsystems Securpharm zur Sicherung ausreicht, um die Importquote unverändert beizubehalten. So sind etwa 90 Prozent der Apothekenleiterinnen und -leiter dafür, dass sich die Standesvertretungen für eine Abschaffung der Importquote einsetzen sollten. Wird die Importquote nicht abgeschafft, so müssten nach Ansicht der APOkix-Teilnehmer auf jeden Fall Kontrollmechanismen und Sicherungssysteme verstärkt werden, um die Arzneimittelsicherheit zu gewährleisten.

Der vermeintliche Vorteil der Importquote, als Kosteneinsparungsinstrument die Kosten des Gesundheitssystems deutlich zu senken, tritt stark in den Hintergrund: „Die Importquote hat sich als Kosteneinsparungsinstrument überholt und erzeugt zusätzliche ineffektive Bürokratie in der Apotheke“, so ein Apotheker. Zudem sei es entscheidend, „mit einem seriösen Re-Importeur zusammenzuarbeiten und nicht den billigsten zu nehmen, denn auch bei Re-Importen gilt: Qualität hat ihren Preis.“

Die Ergebnisse des APOkix zeigen, dass die Diskussion um die Importquote nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte und konkreten Handlungsbedarf erfordert. Standesvertretungen und Politik gemeinsam einen Maßnahmenplan erarbeiten, um verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen und allem voran die Arzneimittelsicherheit sicherzustellen.

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