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„Kund*innen werden am Ende selbst festlegen, wann und wie sie mit ihrem Händler in Interaktion treten möchten“. – Interview mit ECC-Club-Mitglied Dr. René Schiller von GK Software

Autorin: Julia Meier | Datum: 19.05.2020
© GK Software

Der „Supermarkt der Zukunft“ – wir beim ECC Köln beschäftigen uns schon länger mit der Frage, wie dieser aussehen könnte. Grade in der aktuellen Coronakrise kommt das Thema nochmal enorm in Fahrt. Wir haben uns mit Dr. René Schiller, Director Communications & Investor Relations bei unserem ECC-Club-Mitglied GK Software, über Angebote wie Self-Scanning, -Payment oder -Checkout unterhalten. Außerdem stellt er uns die App „GetMyGoods“ vor, die GK Software im Rahmen der aktuellen Krise entwickelt hat.

Viele Händler*innen und Hersteller*innen stehen im Rahmen der Coronakrise vor der Aufgabe, ihr Geschäftsmodell zu überdenken und sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Wen sehen Sie besonders herausgefordert?

Es gibt sicher Handelssegmente, die gegenwärtig besonders stark, vor allem durch die Konkurrenz im Bereich E-Commerce, herausgefordert sind und die darauf aktiv mit eigenem kanalübergreifenden Engagement, mit neuen Konzepten und neuen Technologien reagieren. Mittelfristig stellt sich diese Aufgabe allerdings nahezu jedem Handelskonzept. Die Herausforderung ist dabei eine gelungene Verknüpfung der eigenen Stärken im stationären Geschäft mit den vielfältigen Services, die im letzten Jahrzehnt im Internet erlernt und liebgewonnen wurden.

Ein Thema, das das ECC auch vor Covid-19 bereits beschäftigt hat, ist der „Supermarkt der Zukunft“. Wie kann dieser in Ihren Augen aussehen? Welche Angebote und Services werden state-of-the-art sein?

Ein großes Thema ist zweifellos der gesamte Bereich rund um „frictionless shopping“. Kund*innen werden verschiedene Self-Services wie Self-Scanning, Self-Payment oder Self-Checkout immer stärker nachfragen und am Ende selbst festlegen, wann und wie sie mit ihrem Händler in Interaktion treten möchten. Auf Händler- und Kundenseite steht natürlich auch das Thema „Any Device“, hinter dem sich der Einsatz einer Lösung in vollständiger Unabhängigkeit von bestimmter Hardware, bestimmten Orten und einer bestimmten Zeit verbirgt. Viele dieser Themen werden sich nur über schlanke und skalierbare Cloud-Services abbilden lassen, die gleichzeitig ein ganz anderes Tempo bei der Umsetzung neuer Ideen ermöglichen werden.

Auch Sie haben sich bereits mit diesem Thema auseinandergesetzt und eine App entwickelt, die den Gang in den Supermarkt übernimmt. Zielgruppen sind hier vor allem ältere Menschen und Risikogruppen, für die der Besuch im Supermarkt derzeit zu gefährlich ist oder zumindest scheint. Wie funktioniert dieser Service genau?

Wir haben in kürzester Zeit die GetMyGooods-App entwickelt, mit der Kund*innen eine Bestellliste an ihren Markt schicken können. Dort wird die Ware gepackt, die Information über die Abholung verschickt und der fertige Einkaufswagen muss dann nur noch abgeholt, bezahlt und nach Hause gebracht werden. Es ging uns bei der App darum, die Verweilzeiten im Markt deutlich zu verkürzen und die Ansteckungsgefahr für Risikogruppen, aber auch von allen Kund*innen und Mitarbeiter*innen zu reduzieren. Die Lösung wird inzwischen in mehreren großen Märkten eingesetzt und wir haben auch international viel Feedback auf das Konzept bekommen und entwickeln die Lösung mit hohem Tempo weiter. Seit kurzem können teilnehmende Händler*innen auch ihren gesamten Artikelstamm für Kund*innen in der App bereitstellen.

Wenn man langfristig an eine Zeit nach der Coronakrise denkt – für wen können solche und auch andere Services dann weiter von Nutzen sein?

Am Ende sprechen wir über ein Thema, das schon länger diskutiert wird und durch die Coronakrise nur stark beschleunigt worden ist. Es geht um eine Diversifizierung des Serviceangebotes der stationären Händler, hier insbesondere des Lebensmittelhandels. Es lassen sich damit sicher nicht alle Kundengruppen erreichen, aber Kund*innen, die schneller und bequemer in ihrem Supermarkt vor Ort einkaufen wollen, sei es zur Risikovermeidung oder aus Conveniencegründen, sind die Zielgruppe für solche Angebote.

Welche Rolle nimmt der ECC Club in dieser ungewöhnlichen Zeit für Sie ein?

In Zeiten von Home Office und Reisebeschränkungen lernen wir gerade die diversen Möglichkeiten zum Online-Austausch noch mehr zu schätzen als bereits zuvor. Wir freuen uns, dass der ECC-Club mit vielfältigen Webinaren eine gute Plattform für den Dialog zu aktuellen Themen ist. Diese Möglichkeit des Wissensaustausches und des Networkings in Coronazeiten nutzen wir gern.