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Künstliche Intelligenz ist keine ganzheitliche Strategie – Interview mit ECC-Club-Mitglied mehrsehen

Autorin: Melanie Günther | Datum:
Dirk Kelzenberg von mehrsehen

Künstliche Intelligenz (KI) wird häufig missverstanden und an die Stelle einer ganzheitlichen Strategie gesetzt. Das kann sie allerdings (noch) nicht leisten, weiß auch unser ECC-Club-Mitglied Dirk Kelzenberg, Geschäftsführer von mehrsehen. Mit ihm haben wir über die Voraussetzungen für den Einsatz von KI gesprochen.

Dirk, wie erlebt ihr den Hype um Künstliche Intelligenz und welche Erfahrungen macht ihr in der Kundenzusammenarbeit?

Wir glauben schon, dass KI in den nächsten Jahren die Wirtschaft und auch unsere Gesellschaft enorm beeinflussen wird. KI (immer im Zusammenspiel mit der Entwicklung der entsprechenden Hardware) hat enormes Potenzial, unser Leben zu verändern und zu erleichtern.

Anstelle von hypothetischen KI-Lösungen sollten wir uns jedoch eher darauf konzentrieren, welche Deep-Learning-Methoden jetzt schon konkrete Ergebnisse liefern. Oftmals steckt hinter den Beispielen, wie KI das Marketing revolutionieren soll, eine Regressionslösung. Das ist aus unserer Sicht prinzipiell nicht schlecht, aber es entsteht oft der Eindruck, dass viele Kunden mit der KI-Kanone auf Spatzen schießen wollen. Deshalb ist es für unsere Arbeit zentral, die richtige Analysemethode zu einer Kundenfrage herauszuarbeiten, die dann bares Geld und Zeit spart.

„Autonomes Fahren dauert noch, also dann erstmal ein besseres Navi anschaffen“, lautet dein Credo. Was bedeutet das konkret?

Das Fahren mit Navigationsgerät ist schon eine datenbasierte Fortbewegung, die unter Berücksichtigung von Staudaten und Verkehrsaufkommen immer komplexer wird. Navis waren die erste große Entlastung für Autofahrer. Steuern müssen wir aber immer noch selbst.

In der Data Science haben wir die gleiche Situation: Noch genügt es nicht, Daten in ein System zu stopfen, und das System liefert eine optimale Antwort und stellt dazu auch die passende Frage. Autonomes Analysieren ist wie autonomes Fahren noch Zukunftsmusik. Dennoch müssen die Industrie und der Handel jetzt Erfahrungen mit Data Science weiter sammeln, lernen, welche Methoden funktionieren, welche Daten notwendig und welche Fragen relevant sind. Eine Darstellung der eigenen Daten in einem Dashboard ist ein erster Schritt, liefert aber erstmal nur die Landkarte und nicht die Route. Eine weiterführende Analyse der Daten ist also notwendig. Der Lohn der anfänglichen Mühe ist eine große Entscheidungshilfe. Oder wer würde heute auf das Navi noch verzichten wollen?

Welche Voraussetzungen müssen aus deiner Sicht für eine gute Datenanalyse geschaffen werden?

Es hört sich immer einfacher an, als es ist: Aber für eine valide Datenanalyse benötigen wir gleichbleibende, strukturierte Daten, die auch morgen noch dieselbe Struktur haben. (Ohne gleichbleibende Daten ist eine Prognose sinnlos und nicht überprüfbar.) Händler müssen sich also überlegen, wie sie es schaffen, unterschiedliche Datenquellen automatisiert, einheitlich aufzubereiten. Eine Grenze beispielsweise zwischen Offline- und Onlinewerbung darf dabei kein Hindernis sein.

Die wichtigste Voraussetzung für jede Analyse ist, dass es eine klare Fragestellung gibt. Wie hoch ist der Return on Investment meiner Werbung in der Tageszeitung? Und nicht: Wie mache ich mehr Absatz? Mit exakten Fragen sind wir in der Lage, unseren Kunden ein gut kalkuliertes Projekt zu schneidern. Damit sind auch kleinere Unternehmen in der Lage, Data-Science-Projekte einfach zu realisieren.  

Was schätzt Du am ECC-Club?

Wir sind ein Dienstleister mit Haut und Haaren und bieten unseren Kunden immer eine „Chefarzt-Behandlung“. Aus diesem Grunde ist es uns wichtig zu wissen, welche Fragen oder Themen gerade aktuell sind oder relevant werden können. Der ECC-Club bietet uns mit den Studien, Veranstaltungen und dem Netzwerk wichtige Impulse und Input für die Beratung und Produktentwicklung.

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